• Text und Fotos: C*

Ikarus



Ikarus bin ich erstmalig in der Schule begegnet, als ich im Rahmen des Lateinunterrichts bei Ovid von Ikarus und seinem Vater Dädalus hörte. Zugegeben - das Lesen und Übersetzen fiel mir mitunter nicht ganz leicht, aber der Eindruck von Ikarus ist jedenfalls geblieben. Und im Laufe meines Lebens bin ich immer wieder sehr rastlosen und getriebenen Menschen begegnet, die mich an Ikarus' Schicksal erinnert haben: Ovid ließ Dädalus einst Flügel aus Federn und Wachs erfinden, die Dädalus und seinem Sohn Ikarus die Flucht aus dem Labyrinth des Minotaurus ermöglichen sollten. Ikarus - von seinem Vater Dädalus eindringlich gewarnt, nur ja die rechte Bahn zu halten, um nicht die Federn durch das Wasser des Meeres zu beschweren oder durch das Feuer der Sonne zu vernichten - wurde jedoch übermütig und so strebte er den Himmel an. Doch die Götter waren dem Jungen, der so kühn nach der Sonne griff, nicht wohlgesonnen und so schmolz die Sonne das Wachs der Flügel - der allzu strebsame Ikarus fand seinen frühen Tod.


Selten fand ich eine künstlerische Darstellung eines Themas zeitlich so derart punktgenau und passend platziert, wie es im Fall des angebrachten Objektes in einem wunderschönen botanischen Garten zufällig zutrifft:

Vor wenigen Tagen gab Sebastian Kurz bekannt, im Zuge der gegen ihn vorgetragenen Vorwürfe der Korruption "zur Seite treten" zu wollen, was inzwischen auch passiert ist. Allein die Wortwahl fand Eingang in viele Diskussionen, impliziert sie doch, dass es Raum für eine Rückkehr geben könnte oder gibt! Wer Kurz über nur wenige Jahre seines kometenhaften Aufstieges beobachtet hat, darf jedenfalls vermuten, dass er ein durch und durch gecoachter Politiker ist; seine Worte, mit denen er bewusst an die Öffentlichkeit tritt, also wohlüberlegt sind - anders als seine bekannt gewordenen Chatnachrichten "unter Bussi-Freunden" (von einigen Nachrichten behauptet er inzwischen gar, sie nie geschrieben zu haben).


Never fly too high - Welches innere Bestreben lässt einen Menschen überhaupt die Züge von Ikarus annehmen? Ist es die verführerische Aussicht auf Macht, auf Ruhm, auf mediale Aufmerksamkeit?

Als eine in Österreich lebende und politisch interessierte Person habe ich mich besonders in den letzten Tagen eingehend mit den Vorgängen in der 'türkisen ÖVP' unter Sebastian Kurz beschäftigt. In diesem Zusammenhang habe ich auch versucht, den Charakter eines Menschen zu hinterfragen, der sich äußerst unmoralisch und perfide verhalten haben soll - jedenfalls scheint mir bei so einem Charakter eindeutig die Demut*) zu fehlen, die man im Dienst für das Volk empfinden und leben sollte. Und da es in der 'Causa Kurz' in der Frage um Anstiftung und Beteiligung an 'außergewöhnlichen Vorgängen' auch zu strafrechtlich relevanten Vorwürfen gekommen ist, wird natürlich in den Medien der allzu bekannte Satz "Es gilt die Unschuldsvermutung" aus rechtlichen Gründen platziert. So muss ich es also auch hier, in meinem rein privaten Blog, halten!

Man kann durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass Sebastian Kurz genau das getan haben könnte - und zwar, wie Ermittler inzwischen zu glauben wissen, seit Jahren! -, wovon Heinz-Christian Strache auf Ibiza noch geträumt hat. Diverse Chatnachrichten geben Einblicke in die verheerenden Vorgänge rund um die orchestrierte Abwahl des früheren ÖVP-Chefs (und Vizekanzlers) Reinhold Mitterlehner. Danach folgte bekanntlich Sebastian Kurz als ÖVP-Chef.

Apropos 'Heer' - als besonders zutreffend empfinde ich auch die Selbstbezeichnung seiner (bis zum Untergang?) kämpferischen Bubenpartie, die sich doch tatsächlich selbst "Prätorianer" nennen. Mit so treu ergebenen Männern lässt sich gar vieles anstellen ... was genau so auch gnadenlos selbstherrlich und über alle Maßen überheblich in diverse Chatnachrichten Eingang gefunden hat!

Sebastian Kurz soll auch den Auftrag gegeben haben, Umfragen zu seinen Gunsten zu manipulieren. Weiters soll er - wie in diversen Chatnachrichten nachzulesen ist - versucht haben, einen (höchst notwendigen und sinnvollen!) Geldfluss für die Nachmittagsbetreuung zu verhindern, der einst von Ex-Kanzler Christian Kern (SPÖ) und Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verhandelt wurde. Dies alles und noch mehr wird nun von der von ihm so 'geliebten' Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingehend untersucht - und ich bin sehr zuversichtlich, dass sehr aufmerksam untersucht wird!


Alexander Schallenberg (am 11.10.2021 als neuer Bundeskanzler angelobt) wurde von Armin Wolf in der ZIB 2 (13.10.2021) befragt, ob Kurz die moralische Integrität habe, um wieder Kanzler zu werden. Schallenberg antwortete mit "sicher" - ich sehe hier auch den ausgebildeten Diplomaten. Auffällig am Interview waren für mich zudem viele Ausführungen, die mehrmals wiederholt und mit den Worten "ganz offen" eingeleitet wurden.

Man darf gespannt sein, ob es Schallenberg gelingen wird, aus dem Schatten von Sebastian Kurz zu treten.

Die Kurz'schen Ikarus-Flügel liegen jetzt einmal am Grund des Meeres und es bleibt abzuwarten, ob er sich neue basteln kann oder ob die türkise Sonne, die einstweilen nicht mehr so deutlich blenden kann, doch im Universum langsam, aber stetig verglüht. Ob Sebastian Kurz Gebete noch helfen?


Höchst interessant und Sehnsüchte von machtgeilen Politikern entlarvend jedenfalls auch ein Blick in internationale Pressestimmen. Die Persönlichkeit des janusgesichtigen Sebastian Kurz wird hier teilweise sehr scharfsichtig untersucht. Werden die Menschen auch in Österreich verstehen, dass Sebastian Kurz bestens im Verführen ist, aber ein Land keinesfalls mit moralischer Integrität führen kann?


Immer höher, weiter, schneller, größer, mehr ... die mit all diesem Streben verbundene Entmenschlichung unserer Lebenswelt, und im besonderen unserer Arbeitswelt, beleuchte ich auch in meinen Betrachtungen mit dem Titel "Humankapital" und "Der Wert des Menschen".

In meinem Artikel "Krankes System" werden gesellschaftliche Systeme in Frage gestellt, die uns Menschen definitiv um unseren Verstand bringen - und das beginnt bereits bei unseren Kindern und Jugendlichen.

Es ist klar: Wir befinden uns inmitten einer weltweiten sozialen Eiszeit, die vor allem durch einen menschenverachtenden Innovationswahn hervorgerufen wird.

Um all diesen erschreckenden Entwicklungen mit größter Effizienz entgegenwirken zu können, bedarf es bei Entscheidungen und Handlungen eines klaren und menschenliebenden Geistes. Dies beginnt bei kleinen Einzelentscheidungen, die in einer Vielzahl immer größere Bedeutung erwirken, etwa unser Kauf- und Konsumverhalten betreffend.

Das globale Gewissen beeinflusst definitiv den Lauf unserer Welt auf intensivste Weise - Teil 1 meiner Betrachtungen widmet sich vor allem skandalösen Vorgängen in der Altkleiderverwertung und in der Textilindustrie, Teil 2 befasst sich u.a. mit unserem bewussten Sein und gibt ebenso einen Ausblick auf die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert.


Anmerkung: *) "Demut: mutig dienen!" Dieser Artikel wurde am 22. September 2016 verfasst, als Christian Kern (SPÖ) österreichischer Bundeskanzler war.



Gedanken zu den Kunstobjekten unter dem Titel "Zwischen den Himmeln":

>> Mancher Himmel scheint unerreichbar fern und plötzlich - völlig unerwartet - befindest Du Dich mittendrin.

Mancher mag sich bei näherem Kontakt als Hölle erweisen, mancher entpuppt sich bei Annäherung als platzende Seifenblase, mancher Himmel entfaltet sich schlicht durch ein langsam zu Boden fallendes Blatt.

Darum: Himmel ist nicht gleich Himmel - der angestrebte sei wohl gewählt. <<

(Quelle: Infobroschüre Bot. Garten Linz, Dok. existiert nicht mehr -> Weiterleitung:

kunst:dünger - ZWISCHEN DEN HIMMELN) )


Quelle zur Bildbearbeitung:


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