• Text und Foto: C*

Wolling Playing With Me?


Selbstvertrauen - wo lässt sich diese so wichtige Zutat zu einem zufriedenen Leben wieder entdecken? Wohin hat es sich zurückgezogen, dieses so unerschütterliche, mich freudig stimmende Vertrauen in mich selbst, in meine Fähigkeiten, in mein Gefühl, "gut genug" zu sein? Aus welchem Winkel meiner Seele, aus welcher Ritze meines Herzens lässt es sich wieder herauslocken, dieses Selbstvertrauen?

Selbstvertrauen setzt jedenfalls Selbstkenntnis, also die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sein im Sinne von "Wer bin ich?" voraus. (Mehr dazu in "Das Wesentliche", August 2016.)

Diese Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, sich seiner selbst bewusst zu sein, ist eine wesentliche Grundlage des Selbstbewusstseins.

Auf sich selbst zu vertrauen basiert auf der inneren und äußeren Freiheit, Aktionen zu setzen, ohne sich zuvor in nicht endenwollende Möglichkeiten zu versenken, was wohl dabei schief gehen könnte.

Mit genug Selbstvertrauen ist es uns auch möglich, Wege zu gehen, die noch unbekannt sind, ohne uns zuvor mehrfach absichern zu wollen, denn wir sind mit so viel Mut ausgestattet, dass uns selbst unsere inneren Kritiker nicht zähmen können - selbst verfasste negative Glaubenssätze bleiben so unbeachtet.

Was unterscheidet uns Erwachsene so häufig von Kindern?

Immer wieder stoße ich auf unerschütterliches Selbstvertrauen bei Kindern und wir finden sie in Situationen vor, die wir ihnen noch gar nicht zugetraut hätten.

So geschehen vor kurzem, als mein Neffe mit seinen Eltern in einem Gastgarten mit Spielplatz war, den er, getrieben von seiner unendlichen Aufgeschlossenheit, auch rasch aufsuchte.

Als die Erwachsenen wieder einen Blick auf ihren Junior werfen wollten, stellten sie fest, dass er sich nicht mehr auf dem Spielplatz befand.

Endlich konnten ihn die bereits leicht irritierten Eltern mitten unter Erwachsenen ausmachen, die rund um einen der Nachbartische saßen. Diese Gesellschaft unterhielt sich ausschließlich auf Englisch und mein Neffe hatte es sich bereits bei einem Pärchen gemütlich gemacht, das seine Aufgeschlossenheit durchaus inspirierend fand. Mein Neffe hatte das Handy des jungen Mannes in Besitz genommen und gemeinsam spielten sie darauf ein wohl sehr spannendes Game.

Wie er denn mit dem jungen Mann kommuniziert habe, wollte meine Schwester danach wissen.

"Na, Englisch natürlich!", wurde sie von ihrem Sohn aufgeklärt.

Und wie war es meinem fünfjährigen Neffen überhaupt gelungen, auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen? Nichts leichter als das! - "Wolling playing with me?"

Auch eine zweite Beobachtung macht deutlich, wie simpel wir unsere Ziele manchmal erreichen können, wenn wir uns dem Fluss des Lebens ganz selbstverständlich anvertrauen ...

Mein Neffe verbrachte neulich herrliche Stunden im Freibad. Beim Verlassen des Freibads lockte es ihn an den Eisstand und er fragte seine Mama, ob er ein Eis haben dürfe. Daraufhin machte er sich allein auf den Weg zu seiner heißgeliebten Stanitzel mit Erdbeereis. Er gab selbstbewusst seinem Wunsch nach Erdbeereis Ausdruck und nahm die Tüte freudig in Empfang.

Als ihm die Verkäuferin den Preis für seine Köstlichkeit nannte, meinte er ganz unbeeindruckt: "Ich hab' aber jetzt kein Geld dabei!"

Der Gesichtsausdruck der verblüfften Eisverkäuferin muss eindrücklich gewesen sein und natürlich hat der junge Mann inzwischen verstanden, dass ein Eis vom Eisstand in der Regel nicht gratis ist ... dieses Mal konnte er sich noch auf seine Mama verlassen!

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