Hoffnung


Stern der Hoffnung,

Wolfgang Pöttinger

Basilika Enns / St. Laurenz,

Österreich


Wer von der Hoffnung lebt, tanzt ohne Musik. (Deutsches Sprichwort)

Hoffnung ist eine Haltung des Menschen, welche bereits von den Philosophen der Antike thematisiert wurde. Mit dieser Haltung beschäftigen sich nicht nur Philosophen, sondern sie spielt u.a. auch im Christentum eine große Rolle. Hier wird Hoffnung allerdings mit dem Glauben an Gott gleichgesetzt.

Hoffnung basiert auf der Erwartungshaltung eines Menschen, die sich auf Zukünftiges richtet.

Ein machtvoller Gegner der Hoffnung ist die Verzweiflung.

Viktor Frankl bekräftigte in seiner Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens, dass wir selbst in ausweglosen Situationen noch die innere Freiheit besitzen, uns würdevoll dazu einzustellen.

Ihm gelang diese würdevolle Haltung als Insaße eines Konzentrationslagers. In dieser extrem trost- und hoffnungslosen Situation fand Frankl Hoffnung in seiner Vision von der Zukunft; er stellte sich vor, in einem ansprechenden Vortragssaal an einem Rednerpult zu stehen und sah sich dabei vor einer Zuhörerschaft, zu der er von seinen Erfahrungen sprach.

In diesem Jahr, das bald zu Ende geht, habe ich Menschen getroffen, deren Hoffnungen sich erfüllt haben. Ich kann mich mit ihnen mitfreuen.

Ich bin allerdings auch Menschen begegnet, deren Ausdruck und Körpersprache von Hoffnungslosigkeit gezeichnet sind. Diesen Menschen gehört mein tiefes Mitgefühl.

Ich selbst blicke auf ein äußerst bewegtes Jahr zurück, viele Emotionen haben mich begleitet. Von tiefen Gefühlen für alles Menschliche bewegt, habe ich emotionale Täler durchlebt, doch ich habe auch inspirierende Ausblicke von luftigen Höhen erleben dürfen. Für beides bin ich dankbar, da diese Erfahrungen unverzichtbar sind auf meinem Weg. Ich bin dankbar für all jene Menschen, die mich empathisch, nämlich mit Geduld und Liebe, Wärme und Offenheit begleiten.

In mir brennt ein sich sehnendes Feuer nach gelebtem Frieden - im Innen und Außen! Ich fühle dieses Sehnen auch bei meinen Mitmenschen. Manchmal fühle ich mich allerdings, als würden mich diese Flammen regelrecht aufzehren: Nicht selten bin ich ungeduldig, meine Ziele zu erreichen. Diese Ungeduld kann auch lähmend sein, wenn ich keine Fortschritte erkenne.

Wünschst Du Dir auch, zu tanzen? Ich wünsche mir ebenso, mehr in der Gegenwart zu sein und nicht zu sehr auf Zukünftiges focussiert zu sein. Ich wünsche mir, mich als selbstverständlich zu empfinden. Und ich möchte geduldig sein - mit mir selbst und anderen.

Der Stern der Hoffnung, er möge diese Welt hell erleuchten - und Hoffnung ihre Menschen wärmen!

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