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Schöpfer oder Opfer?


"Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen.

Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten." (Marcel Pagnol, französischer Schriftsteller)

SCHÖPFER zu sein, setzt häufig eine bewusste Entscheidung dafür oder eine Veränderung einer Haltung zum Leben voraus, denn selbst ein vermeintliches OPFER kann sich dazu entscheiden, durch das Einnehmen von anderen Betrachtungsebenen, durch bewusste Tatkraft, durch den Willen zum Neu-Denken & -Handeln und zum selbstständigen Denken & Handeln (und rein sprachlich schließlich durch die äußere Beigabe von "SCH" und einer weiteren kleinen Beigabe) zum SCHÖPFER zu transformieren.


Wie auch die so spannende filmische Dokumentation von Erwin Wagenhofer, "ALPHABET - Angst oder Liebe", zeigt, basiert unser derzeitiges Schulsystem auf dem Prinzip der Angst. Dadurch wird bereits der junge Schüler zum Opfer zurechtgestutzt, obwohl er spätestens von Geburt an zum Schöpfer vorgesehen ist.

Hinter dem Interesse an "konstruierten Opfern" stehen die so ineinander verflochtenen Systeme von Politik, Wirtschaft, Aktienmärkten, Gesellschaft, Medizin, Religionen, ..., die auf leicht zu konditionierende Menschen zielen. Konditionierung beginnt mit dem ersten Tag der "Erziehung" und je nachdem, wie unbewusst oder bewusst Eltern agieren, wird ab diesem Zeitpunkt schon der Grundstein zum Opfer- oder Schöpferdasein gelegt.

Eine sehr bittere, aber leider wahrhaftige Bilanz, zu der im Film u.a. auch Thomas Sattelberger, bis 2012 u.a. Personalvorstand der Deutschen Telekom, kommt, wenn er zusammenfasst: "Die Verkürzung des Lebens auf die Ökonomie ist eine der schlimmsten Entwicklungen unserer heutigen Zeit."

Unser Schulsystem beschneidet noch immer die Kreativität, denn es gibt bis dato nur unzureichende Möglichkeiten, um unsere Kinder und Jugendlichen in ihrem Selbstausdruck zu fördern. Kreative Antworten werden im bekannten Schulsystem oft als falsch bewertet, auch, wenn sie durchaus bei näherer Betrachtung ihre Richtigkeit haben können.

"Richtig" oder "Falsch" wird nach Schema F bewertet. Dazu ein PISA-Test, der nur starr bewertet und dessen Ergebnisse wieder nur Konsequenzen nach sich ziehen, die das alte System befeuern.

"Neu" denkenden und agierenden LehrerInnen sind - zumindest ganz offiziell - häufig die Hände gebunden. Nicht wenige, derart engagierte LehrerInnen, sind gefährdet, am Druck durch den Arbeitgeber Staat zu erkranken.

Selbiges gilt für unsere SchülerInnen, die an oft sinnlosen Leistungsvorgaben knabbern - die Zahlen depressiver Kinder und Jugendlicher steigen!

Es liegt im Interesse des derzeit weltbeherrschenden Bildungssystems, aus Begabten "geistig Beschnittene" zu produzieren.

Wer nicht funktioniert oder ins Schema F passt, wird schnell zum Sonderling aussortiert und mit Medikamenten niedergebombt. Viele Eltern machen mit, aus welchen Gründen auch immer: Aus Unwissenheit, aus Desinformation, aus Resignation, aus eigener Überforderung oder weil ihre Ängste geschürt werden, usw.

Eltern, die sich im Denken kritisch und selbstständig verhalten, gelten rasch als nicht kooperativ.

Spätestens am Ende solcher schulischer Karrieren stehen mitunter junge Menschen, die an manipulierende "Schein-Autoritäten" glauben und dadurch sehr leicht zu radikalisieren sind - für welch zerstörerische Ideen auch immer!

PolitikerInnen, die kein Interesse an umfassender, ganzheitlicher Bildung ihrer künftigen StaatsbürgerInnen haben, agieren aus dem Prinzip der Angst. Es sind dies keine verantwortungsbewussten Staatsmänner und -frauen mit echten Visionen für ein menschliches Miteinander und eine friedliche Welt!

Letztendlich basieren Ausgrenzung, Rassismus (auch der allgegenwärtig vorhandene Alltagsrassismus) und Krieg auf dem Prinzip der Angst.

Auch Konkurrenzdenken ist ein Ausdruck von Angst - Kooperationsgeist hingegen ein Ausdruck von Liebe.

Eine Person, die sich ihrer Anlagen und Ressourcen bewusst und mit sich selbst im Reinen ist, kann Schöpfer sein; eine Person, die noch nicht zu ihren eigenen Werten und Stärken gefunden hat, ist leicht vom Mainstream beeinflussbar und sieht wenig Veranlassung, die Welt zu hinterfragen - und wird somit häufig Opfer.

Den Religionen dieser Welt begegne ich seit Jahren mit immer größerer Skepsis, dennoch gibt es eine Stelle im Talmud, die ich an dieser Stelle gerne zitieren möchte, weil sie soviel Wahrheit beinhaltet:

"Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal."

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