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Respekt


NAMASTE!

Ich ehre den göttlichen Geist in Dir,

den ich auch in mir ehre -

und ich weiß,

dass wir somit

EINS sind.


"Was möchtest du einmal werden?"

Diese Frage haben vermutlich schon sehr viele Erwachsene einem Kind gestellt. Ich selbst gehörte wohl auch dazu. Doch diese Frage gehört in meinen Begegnungen mit Kindern der Vergangenheit an!

Ich habe längst begriffen, dass diese Frage schlicht respektlos ist. Denn das Kind IST ja bereits, nämlich ein geliebtes Geschöpf der Natur!

"Was möchtest Du einmal beruflich machen?"

Nun ist die Frage achtsam formuliert - und: Noch etwas hat sich verändert! Das Wort "DU" habe ich nun mit einem großen Anfangsbuchstaben versehen. Ich konnte diese Neuerung in der deutschen Rechtschreibung ohnehin noch nie nachvollziehen und halte sie - diese Rechtschreibregel - für einen bedauerlichen Irrtum! Denn: Ich achte Dich ebenso wie Sie und möchte Dir gleich respektvoll begegnen wie Ihnen!

Wer etwas verändern will, muss zuerst bei der Sprache anfangen! So möchte ich zusammenfassen, was längst als geistige Wahrheit verstanden wird. Jedes bewusste Handeln beginnt in Gedanken und somit mit Worten. Ein pfleglicher Umgang mit Worten ist daher eine Voraussetzung für eine respektvolle Haltung im Leben.

So achte ich verstärkt darauf, möglichst keine sogenannen "Killerphrasen" oder auch "Totschlagargumente" mehr zu verwenden, auch möchte ich meiner Bequemlichkeit nicht mehr nachkommen. Diese Phrasen verhindern einfach nur kreative Prozesse in Diskussionen!

Gerade im Umgang mit Kindern werden diese sehr häufig verwendet, um ihre oft bohrenden Fragen, die uns manchmal durchaus auch erschöpfen, "einzudämmen": "Das ist eben so!", "Weil ich es sage!", "Wie oft muss ich das noch sagen?", "Man muss einem Kind nicht alles erklären!" usw.

Ziemlich schrecklich, dieses Verhalten von Erwachsenen! Denn Kinder sind einfach nur Wesen, die so offen durch die Welt gehen, wie sie es leider als Erwachsene wohl nicht mehr tun werden!

Doch auch in der Arbeitswelt begegnen wir immer wieder Kommunikationsstrategien, die unfair und sogar herabwürdigend sein können: "Das besprechen wir ein anderes Mal!", "Typisch Huber!", "Das haben wir schon immer so gemacht!", "Das weiß doch jedes Kind!", usw.

Vor einigen Tagen wurden Leserinnen und Leser einer österreichischen Tageszeitung allumfassend über nicht vorhandenen Respekt im öffentlichen Leben informiert. So wurden schulische Tatorte von Respektlosigkeiten und Übergriffen ebenso beleuchtet wie Vorkommnisse in der Gastronomie. Auch Einsatzkräfte der Polizei und Rettung sowie LenkerInnen von öffentlichen Verkehrsmitteln sehen sich häufig verbalen sowie tätlichen Angriffen ausgesetzt.

Zu zwei Schauplätzen kann ich mich jedenfalls praxisbezogen äußern: Ich habe viel mit LehrerInnen zu tun und ich bin immer wieder in Lokalen unterwegs.

Das Miteinander von LehrerInnen und SchülerInnen und deren Eltern wird oft sehr massiv durch egozentrische und realitätsverweigernde Sichtweisen von Eltern gestört, selbst klärende Gespräche mit SozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen bringen nicht immer den gewünschten Erfolg.

Ich sehe diese Herausforderungen auch in teilweise seltsamen Vorstellungen von "Ehre", die unserem Kulturkreis einfach fremd sind. Ich bin regelmäßig besorgt, welchen Anfeindungen und auch Angriffen gegenwärtig LehrerInnen ausgesetzt sind. Nicht nur, dass eine rasante Zunahme an gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen zu beobachten ist, müssen sich LehrerInnen auch noch zunehmend mit aggressiven Eltern auseinandersetzen.

Ich möchte jedoch dieses Lehrer-Schüler-Verhältnis keinesfalls einseitig betrachten: Es kommt auch immer wieder vor, dass motivierte SchülerInnen von überforderten und pädagogisch untalentierten LehrerInnen demotiviert werden. Ich bedaure jedes einzelne Kind, das so einer Person ausgesetzt ist!

Ich sehe allerdings auch schulische Hierarchien sehr kritisch! Mir sind durchaus Fälle von DirektorInnen bekannt, die ihren hoch motivierten LehrerInnen das Leben schwer machen. Nicht selten bekommen LehrerInnen Probleme mit Vorgesetzten, weil diese mit Wünschen und konstruktiven Anregungen ihrer MitarbeiterInnen einfach nicht umgehen können.

Auch stelle ich fest, dass es PädagogInnen gibt, die es nicht ertragen können, wenn ihre KollegInnen erfolgreicher sind. Schon die Tatsache, dass ein Kind einer bestimmten Lehrerin geneigter ist als der anderen, kann der von Neid erfüllten Person ganz schön zusetzen: Im krassesten Fall kommt es auch zu Mobbing, das seine Wurzeln oft tatsächlich in tiefem Neid hat.


Was die Gastronomie betrifft, kann ich durchaus auch feststellen, dass der Wind rauer weht. Es kommt immer wieder dazu, dass Gäste ein Lokal verlassen müssen, manchmal auch mit Hilfe von Einsatzkräften. Erst neulich konnte ich wieder aus nächster Nähe eine derartige Szene beobachten.

Andererseits stelle ich zunehmend fest, dass es selbst in renommierten Lokalen den Angestellten mitunter an Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Arbeitsmoral mangelt, was von einem Gast durchaus als eine Art von Respektlosigkeit aufgefasst werden kann. Ärgerlich besonders dort, wo auch das Preisniveau - angemessen oder unangemessen - höher liegt!

An dieser Stelle eine Begebenheit, die ich auf der Toilette eines Einkaufszentrums erlebt habe: Eine Frau, die sich offensichtlich selbst für eine Dame von Welt hielt, beschwerte sich lauthals über den Zustand der Toilette bei der anwesenden Reinigungsfrau, die die Kabinen gerade in einer bestimmten Reihenfolge reinigte und dabei - das war zu sehen - sehr umsichtig handelte. Die feine Dame, die ganz sicher unter Snobismus zu leiden hatte, erhob unfaire Vorwürfe gegen die Reinigungsfrau.

Meiner Empörung über das lautstarke und freche Verhalten dieser "Dame" musste ich unmittelbar Luft verschaffen: "Die Ferkel, die für die Verschmutzung dieser Toilette zuständig sind, sind wohl ihre Benützerinnen und sicher nicht die Reinigungsfrau!"

Was auffällt: Von Seiten so mancher Institutionen und Unternehmen wird Respekt mitunter sehr einseitig von den ArbeitnehmerInnen eingefordert, und so darf es nicht verwundern, wenn diese mit der Zeit resignieren: Wo es früher regelmäßige Mitarbeiter-Versammlungen gab, um anstehende Herausforderungen anzusprechen und bestenfalls gemeinsam anzupacken, finden diese einfach nicht mehr statt. Es wird immer mehr gefordert und immer weniger geboten.

Ganz sicher ist ein pfleglicher Umgang mit Kommunikation dienlich, Respekt zu wahren: Dazu zählt für mich auch, dass Menschen miteinander reden anstatt übereinander!

Dass übler Klatsch & Tratsch mancherorts anscheinend zu einer Unternehmens(un)kultur" dazugehört, habe ich vor einiger Zeit in Erfahrung gebracht: So weiß ich von einem Unternehmen, das BewerberInnen - zumindest hinter vorgehaltener Hand - bereits beim Bewerbungsgespräch in Hinblick auf ihre psychische Widerstandsfähigkeit prüfen lässt. Die Fragestellung lautet, ob man als MitarbeiterIn klar käme, dass viel getratscht werde. Dass Krankenstände auch deshalb in diesem Betrieb häufig sind, wird offensichtlich zur Kenntnis genommen. Es hat sich scheinbar bis dato auch noch niemand dafür verantwortlich gefühlt, diese unwürdigen Zustände zu beenden.

Frustrierend auch, wenn Mann / Frau sich mit einem engagierten Bewerbungsschreiben für ein Unternehmen / eine Institution interessiert und keine Antwort erhält. Und das im Zeitalter von Personalabteilungen, Serienbriefen und zeitsparender Technik! Besonders seltsam, wenn diese Arbeitgeber umgekehrt von ihren MitarbeiterInnen gepflegteste Umgangsformen erwarten.

Auch, dass bei unterschiedlichen medialen Autritten diverser namhafter Unternehmen MitarbeiterInnen ( = Menschen! ) konsequent als "Humankapital" bezeichnet werden, zeigt deutlich, dass heutzutage eine nie dagewesene "Verwirtschaftung" zur Vergletscherung der Gesellschaft beiträgt!

Auch das Verhältnis des Menschen zur Natur soll Beachtung finden, wenn es um Respekt geht: Es schmerzt den naturverbundenen Menschen sehr, mit welch lässiger Selbstverständlichkeit viele mit unserer Umwelt umgehen. Ob wir nun an eine göttliche Dimension hinter all der Pracht und Vielfalt glauben oder nicht, soll an dieser Stelle nicht im Mittelpunkt stehen. Doch der Mensch bedenke zumindest stets, dass wir keine Möglichkeit zu einem "Neustart" haben!

Übrigens: Mit einer neuen Form der Respektlosigkeit (gegenüber der Demokratie), die deutlich zunimmt und auch diversen Behörden zu schaffen macht, treten jene Individuen an, welche die Rechtsstaatlichkeit verweigern wollen. Immerhin, bei Arbeitslosigkeit soll dann der Rechtsstaat für die passionierten IndividualistInnen wieder funktionieren, auch im Krankheitsfall ist es gut, rundum versorgt zu sein! Leider werden sogar geistige Weisheiten missbraucht, um diese Form der Staatsverweigerung möglichst aus - vermeintlich - ganzheitlicher Sicht begründen zu können.

Wenn es auch gilt, in vielen Bereichen die Ärmel hochzukrempeln und Veränderungen sowie Verbesserungen in rechtlichen, sozialen, bildungspolitischen und weiteren Bereichen herbeizuführen, kann man wohl nicht ernsthaft behaupten, unsere Gesellschaft brauche einen Wandel in diese, nämlich chaotische Richtung!

In Hinblick auf Respekt gilt eine ganz einfache Grundhaltung: Begegne den Menschen genau so, wie Du Dir ihr Verhalten für Dich selbst wünschst!

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