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Wurzeln

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 30. Mai
  • 2 Min. Lesezeit



Ich stelle mir den Kreislauf der Natur vor, versinnbildlicht mit den Wurzeln einer Pflanze; in meiner Lieblingsvorstellung ist es ein Baum: Wie jedes Leben ist ein Winzling dafür verantwortlich, in dieser Welt Wurzeln zu schlagen: Ein Samen

Was daraus wird, ist eine Frage des Schicksals, abhängig von Wind und Wetter, von Wasser und Sonne, von ausreichender Sauerstoffzufuhr etc. Hat der Keimling im Samen erst einmal seine Keimwurzel in die Erde entsandt, so besteht die Chance, dass aus diesem Samen einmal ein kräftiger Baum wird.

Später wird auch der Mensch, der in diesen unendlichen natürlichen Kreislauf immer wieder eingreift - nicht immer zu unser aller Wohl - zum Schicksal dieses Baumes.


Warum ist es der Baum, der mich so beschäftigt - als Sinnbild für Verwurzelung?

Weil ich an ihm Leben so intensiv wahrnehme - in seiner Ausdehnungsfähigkeit, in seiner Wandlungsfähigkeit und schöpferischen Vielfalt.

Je kräftiger seine Wurzeln sind und je tiefer sie ins Erdreich reichen, desto weniger können ihn die Stürme des Lebens umwerfen. Und doch bezieht er seine ÜberLebensfähigkeit auch daraus, dass er gerade als junges zartes Bäumchen lernt, sich wie Gras zu wiegen, wenn stürmische Gewalt an ihm rüttelt. Also mitzufließen mit den Anforderungen des Lebens ...  

Standhaft kann er bleiben, wenn er verlässlich im Erdreich verankert ist.


Was macht Kinder und Jugendliche stark für das Leben?

Es sind Eltern und Großeltern, die ihren Nachwuchs an das Leben heranführen. Und daher ist es so wichtig, wie sie es tun. Wenn sie Kinder mit großer Bereitschaft und Begeisterung, Freude und liebevoller Zuwendung begleiten, erlangen sie meist eine gute Erdung, was den Aufbau der Resilienz unterstützt. Diese Erdung ist mitunter von weitaus größerer Bedeutung als das Er_ziehen durch Erziehungsberechtigte.


Wie geht es Menschen, die nicht (mehr) nach ihren Wurzeln forschen können? Denen die Kraft dafür fehlt, manchmal auch der Mut oder auch die Möglichkeit, weil sie etwa vom Schicksal verweht wurden - vielleicht in das Heim von Adoptiveltern, die ihren Kindern erst am Sterbebett erklären, dass sie andere biologische Wurzeln haben. Wie gehen Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, mit ihrer Entwurzelung um? Viele können möglicherweise nie mehr in ihre Heimat zurück, um ihre Wurzeln zu ergründen. Können sie in der Ferne die Spuren ihrer Ahnen lesen?


Wie wichtig sind Deine Wurzeln für Dich?

Fühlst Du Dich trotz Deiner Wurzeln frei? Oder lebst Du lieber in enger familiärer Verbundenheit?

Entdeckst Du - so wie ich -, dass zunehmendes Alter neugieriger macht - oder das Gegenteil davon? Reist Du in Deine Vergangenheit, an Deinen Beginn?

Würdest Du gern mehr über Deine Ahnen wissen? Stellst Du Dir vor, dass selbst Deine Dir unbekannten Ahnen Einfluss auf Dein Leben haben?

Siehst Du Dir Fotos von "früher" an?

Oder lässt Du Deine Wurzeln lieber ruhen?


Foto: C* ... in meinem Lieblingsgarten

 
 
 

6 Kommentare


Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
09. Juni

Das sind schöne Gedanken und Vorstellungen, liebe C Stern, mit denen ich mich gut anfreunden kann. Und alle deine letzten Fragen, außer der abschließenden, würde ich gern mit Ja antworten. 😊

Herzliche Grüße

Rosa

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C*
C*
09. Juni
Antwort an

Diese Wurzeln, sie beschäftigen mich. Nicht im Übermaß, aber doch. In jungen Jahren hatten sie noch nicht diese Bedeutung für mich.

Ich freue mich über Dein Hiersein, liebe Rosa! Herzensgrüße von mir

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andreaobi
31. Mai

Ich wüsste gern mehr über meine Ururahnen, bin aber dankbar, dass ich Großeltern hatte, die mir viel aus ihrem Leben erzählt haben und dass früher ein großer Zusammenhalt in der Familie war. Selbst, wenn man sich nicht regelmäßig sah, so fanden doch Familientreffen statt, bei denen man auch die Anverwandten kennenlernen konnte. Auch wenn ich viele nur wenige mal gesehen habe, sind ihre Bilder und Geschichten noch in meinem Gedächtnis. Dein schöner Eintrag, liebe C Stern, hat sie jetzt wieder einmal geweckt und das finde ich schön. Ich sollte auch mal wieder alte Fotoalben hervorholen. Zum Glück war das Hobby meines Vaters auch die Fotografie. So gibt es reichlich davon.


Ein lieber Sonntagabendgruß zu dir,

Andrea

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C*
C*
31. Mai
Antwort an

Es gibt ja anscheinend immer mehr Menschen, die sich mit ihren Abstammungen beschäftigen, bishin zu Blutanalysen. Soweit geht meine Neugierde ganz sicher nicht.

Meine Großeltern habe ich wohl zu früh verloren, Erzählungen aus der Vergangenheit habe ich vor allem später von Onkel und Tante vernommen. Aus der Linie meines Vaters ist alles im Dunkeln.

Ich kenne Fotos in der elterlichen Wohnung, die wir gar nicht zuordnen können. Es sind Menschen darauf, die wir nicht kennen.

Manchmal krame ich auch meine Fotos aus der Kindheit hervor, da überkommt mich schon das eine oder andere Mal auch Wehmut. Dennoch sind sie auch sehr kostbare Erinnerungen.

Herzliche Sonntagabendgrüße, C Stern

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
31. Mai

Meinerseits lasse ich sie gerne ruhen, weiss aber, dass sie da sind und mich in meinem bisherigen Leben geprägt und immer wieder gestärkt haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Dir einen lieben Gruss in diesen Sonntag Ende Mai.

Herzlich, Brigitte

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C*
C*
31. Mai
Antwort an

Wunderbar, wenn man das Leben derart gestärkt und in Dankbarkeit leben kann.

Bei mir sieht es etwas anders aus - über die Verwandten meines Vaters weiß ich nichts Essenzielles. Ich kannte meinen Großvater als schweigsamen kranken Mann, die Mutter meines Vaters starb einige Jahre vor meiner Geburt. Über diese Linie würde ich sehr gern mehr erfahren.

Herzliche Grüße und ebenfalls einen schönen Sonntag, C Stern


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