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  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Derzeit verbringe ich beinahe jede freie Minute mit Büchern. Es gibt immer wieder Phasen, wo das Lesen ganz besonders im Fokus steht, wie eben seit den letzten Wochen.

In der Bücherei bin ich etwa zweimal wöchentlich und kann mich kaum entscheiden, welche Bücher ich mitnehmen möchte.

Momentan liegt mein Fokus auf Biografien und Krimis.


Ich schätze nicht nur Krimis in der Art, wie ich sie in meinem Beitrag Der Duft von Lavendel beschrieben habe, sondern auch solche, in welchen deutlicher auf Täter*innen und ihre Vorgehensweisen eingegangen wird. Diese Art von Krimis sind weitaus expliziter in der Darstellung von Verbrechen und Tötungsmotiven. Daran reizt mich durchaus, dass ich Einblicke nehmen kann in psychische Strukturen von Täter*innen, aber auch in die Ermittlungswege der Polizei. Meine Lieblingsautorin dieses Genres ist eindeutig Val McDermid, deren Reihe rund um Carol Jordan und Tony Hill ich sehr schätze. Die Autorin holt für jedes ihrer Bücher fachlichen Rat ein, was ihre Storys besonders glaubwürdig macht. Was die taffe Ermittlerin und der eher introvertierte Profiler erleben, finde ich sehr spannend und auch bestens erzählt. Nebenbei spielt auch das Privatleben der Ermittler*innen eine Rolle, wobei es der schottischen Schriftstellerin sehr gut gelingt, auch Gesellschaftskritik deutlich zu platzieren. Die Übersetzungen aus dem Englischen sind gut gelungen, darauf lege ich ebenfalls großen Wert.

In einem dieser Krimis (Der Knochengarten) habe ich etwas gelesen, das mich nachhaltig beschäftigt. Die Sätze stammen von Tony Hill, der während seines Aufenthaltes in einem Gefängnis ein Buch über seine Arbeit als Profiler schreibt:

Babys sind von Geburt an biologisch aufs Lächeln programmiert. Das macht sie ansprechbarer für Erwachsene, die wiederum darauf programmiert sind, darauf zu reagieren. Doch wenn es darum geht, Beziehungen aufzubauen, bewegen wir uns im Bereich des erlernten Verhaltens. Und zu vielen Menschen gelingt es nicht, zu erlernen, was sie benötigen, um sich in ihrer Haut wohlzufühlen. Hauptsächlich, weil sie nie jemandem begegnet sind, von dem sie es hätten lernen können.


Stichwort Babys - dies ist meine Überleitung zu einem weiteren Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte. Die Erlebnisse einer Berghebamme haben mich derart gefesselt, dass ich heute zum zweiten Buch (von vier Büchern) über die engagierte Hebamme gegriffen habe. Was es bedeutete, Frauen in einer teilweise äußerst abgeschiedenen Bergwelt in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg zu helfen, ihre Kinder auf die Welt zu bringen, ist jedenfalls lesenswert. Weder Eiseskälte und meterhoher Schnee noch tiefe Nacht konnten die Salzburger Berghebamme Marianne, genannt Nanni, davon abhalten, oft viele Kilometer und zu Fuß zu ihren Gebärenden zu eilen, die sie auch nach der Geburt weiterbetreute. Etwa 3000 Kinder hat sie bei ihrem Weg ins Leben begleitet, dabei hat Nanni viele beglückende, aber auch traurige Momente erlebt.


Foto: C* - aus meinem Archiv, Erinnerungen an einen unvergesslich schönen Urlaub, hoch oben in den Kärntner Nockbergen, mit Blick auf den mystischen Millstätter See. Mehr darüber gerne hier. Was ich besonders geliebt habe, ist diese Einfachheit des Seins, mit Verzicht auf Elektrizität und soziale Medien. Weit und breit nur Wiesen, Almen, ein kleiner Kräutergarten, Kühe und Pferde und der Blick auf den wunderschönen See - und vereinzelt ein paar freundliche Wandersleut' auf unseren Wegen.

 
 
 

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