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Lesezeit

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 22. Juni
  • 2 Min. Lesezeit



Derzeit verbringe ich beinahe jede freie Minute mit Büchern. Es gibt immer wieder Phasen, wo das Lesen ganz besonders im Fokus steht, wie eben seit den letzten Wochen.

In der Bücherei bin ich etwa zweimal wöchentlich und kann mich kaum entscheiden, welche Bücher ich mitnehmen möchte.

Momentan liegt mein Fokus auf Biografien und Krimis.


Ich schätze nicht nur Krimis in der Art, wie ich sie in meinem Beitrag Der Duft von Lavendel beschrieben habe, sondern auch solche, in welchen deutlicher auf Täter*innen und ihre Vorgehensweisen eingegangen wird. Diese Art von Krimis sind weitaus expliziter in der Darstellung von Verbrechen und Tötungsmotiven. Daran reizt mich durchaus, dass ich Einblicke nehmen kann in psychische Strukturen von Täter*innen, aber auch in die Ermittlungswege der Polizei. Meine Lieblingsautorin dieses Genres ist eindeutig Val McDermid, deren Reihe rund um Carol Jordan und Tony Hill ich sehr schätze. Die Autorin holt für jedes ihrer Bücher fachlichen Rat ein, was ihre Storys besonders glaubwürdig macht. Was die taffe Ermittlerin und der eher introvertierte Profiler erleben, finde ich sehr spannend und auch bestens erzählt. Nebenbei spielt auch das Privatleben der Ermittler*innen eine Rolle, wobei es der schottischen Schriftstellerin sehr gut gelingt, auch Gesellschaftskritik deutlich zu platzieren. Die Übersetzungen aus dem Englischen sind gut gelungen, darauf lege ich ebenfalls großen Wert.

In einem dieser Krimis (Der Knochengarten) habe ich etwas gelesen, das mich nachhaltig beschäftigt. Die Sätze stammen von Tony Hill, der während seines Aufenthaltes in einem Gefängnis ein Buch über seine Arbeit als Profiler schreibt:

Babys sind von Geburt an biologisch aufs Lächeln programmiert. Das macht sie ansprechbarer für Erwachsene, die wiederum darauf programmiert sind, darauf zu reagieren. Doch wenn es darum geht, Beziehungen aufzubauen, bewegen wir uns im Bereich des erlernten Verhaltens. Und zu vielen Menschen gelingt es nicht, zu erlernen, was sie benötigen, um sich in ihrer Haut wohlzufühlen. Hauptsächlich, weil sie nie jemandem begegnet sind, von dem sie es hätten lernen können.


Stichwort Babys - dies ist meine Überleitung zu einem weiteren Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte. Die Erlebnisse einer Berghebamme haben mich derart gefesselt, dass ich heute zum zweiten Buch (von vier Büchern) über die engagierte Hebamme gegriffen habe. Was es bedeutete, Frauen in einer teilweise äußerst abgeschiedenen Bergwelt in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg zu helfen, ihre Kinder auf die Welt zu bringen, ist jedenfalls lesenswert. Weder Eiseskälte und meterhoher Schnee noch tiefe Nacht konnten die Salzburger Berghebamme Marianne, genannt Nanni, davon abhalten, oft viele Kilometer und zu Fuß zu ihren Gebärenden zu eilen, die sie auch nach der Geburt weiterbetreute. Etwa 3000 Kinder hat sie bei ihrem Weg ins Leben begleitet, dabei hat Nanni viele beglückende, aber auch traurige Momente erlebt.


Foto: C* - aus meinem Archiv, Erinnerungen an einen unvergesslich schönen Urlaub, hoch oben in den Kärntner Nockbergen, mit Blick auf den mystischen Millstätter See. Mehr darüber gerne hier. Was ich besonders geliebt habe, ist diese Einfachheit des Seins, mit Verzicht auf Elektrizität und soziale Medien. Weit und breit nur Wiesen, Almen, ein kleiner Kräutergarten, Kühe und Pferde und der Blick auf den wunderschönen See - und vereinzelt ein paar freundliche Wandersleut' auf unseren Wegen.

 
 
 

8 Kommentare


nandana
25. Juni

Liebe c Stern,

im Urlaub habe ich auch viel gelesen. Ein Buch aus unserer Ortsbücherei hatte ich dabei. Muss aber sagen, dass unsere Ortsbücherei auf dem Land leider nicht so gut sortiert ist, es wird immer schwerer, ein Buch zu finden.

Zum Glück gibt es hier in der Umgebung fast in jedem Ort ein "Öffentliches Bücherregal", wo man sich Bücher holen und auch welche bringen kann. Da habe ich schon manche "Schätze" gefunden.

Mein Favorit sind historische Romane. Krimis mag ich nicht.


Nun wird auf dem Sofa die warme Schmusesdecke mit einem schönen Buch ausgetauscht. Nur so überstehen wir die Hitze.

Ach käme doch eine Fee vorbei, die mir einen Wunsch erfüllt. Ich würde mich ins Alte Forsthaus am Waldrand…


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C*
C*
26. Juni
Antwort an

Liebe Traudi,

ich bin immer in zwei Büchereien unterwegs. Eine zusätzliche Bücherquelle ist ein sozialer Laden, dessen Einnahmen einem Projekt zugutekommen. Dort kosten Bücher 1 - 2 Euro, danach wandern sie entweder wieder retour oder in einen der Bücherkästen, die Du ja auch kennst. Ich mag die Vorstellung, dass auch Bücher nachhaltig Freude bereiten können.

Historische Romane schätze ich ebenfalls - besonders mochte ich zum Beispiel "Die englische Fürstin" von Sabine Weigand, "Die Puppenspieler" von Tanja Kinkel, "Ein Lied für die Ewigkeit" von Verena Rabe.


Ich bin gerade wieder von der Bücherei gekommen, werde erneut unterwegs in der Provence sein mit meiner Lieblingsermittlerin, die das Leben auch zu feiern weiß. Kein typischer Krimi, keine expliziten grausigen Beschreibungen, viel Lavendelduft 😉…

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Edith Hornau
Edith Hornau
23. Juni

Liebe C Stern, lesen mit mit das Beste, wenn man es macht. Ich lese auch grad Ähnliches, Frauenschicksale - Maria Montessori - eine echt willensstarte Frau.

Uns wurde immer eingetrichtert: Lesen bildet, und manchem würde dies heut noch nicht schaden, lächel...

Dir eine feine Lesezeit. Ich freue mich, dass du Bibliotheksnutzerin bist, da schlägt gleich mein Bibliothekarsherz flotter...

Liebe Grüße,

Edith

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C*
C*
23. Juni
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Maria Montessori - ja, als willensstark würde ich sie jedenfalls auch bezeichnen, liebe Edith!

Ich habe allerdings vor längerer Zeit entdeckt, dass ihr Leben wohl auch kritisch durchleuchtet werden muss: Sie träumte von perfekten Kindern. Dass sie damit in die Nähe von gewissen Ideologien rückte, ist von daher für mich nachvollziehbar. Allerdings wollen ihre Fans davon nichts wissen, dennoch habe ich im Netz einiges dazu gefunden. Es gibt kaum Biografien, die sich damit auseinandersetzen.

Ich habe in letzter Zeit im Zusammenhang mit meiner beruflichen Reha zweimal gehört, dass Bibliothekarin gut als Beruf zu mir passen würde 😉

Ganz liebe Grüße - von Bücherfreundin zu Bücherfreundin sozusagen

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Jutta Urbat
Jutta Urbat
23. Juni

Ich habe mein ganzes Leben lang gern und viel gelesen und zwar alles, was mir unter die Finger kam. Zu Hause hatten wir einen großen Bücherschrank und als ich mein eigenes Geld verdiente, habe ich mir dann selbst auch noch Bücher gekauft.

Heute lese ich nicht mehr ganz so viel, aber immer noch gerne. Es sind halt viele andere Sachen dazugekommen.

Liebe Grüße

Jutta

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C*
C*
23. Juni
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So ging es mir auch 😊 Vor allem fand ich Fachbücher über menschliches Verhalten spannend, was schließlich auch in Romanform von mir angenommen wurde, Stw. Krimis.

Früher habe ich mehr Geld für Bücher ausgegeben, jetzt bin ich eindeutig beim Thema Nachhaltigkeit angelangt. Auch meinen Bücherkasten habe ich um viele Bücher erleichtert und zu Buchtelefonzellen und -kästen gebracht.

Ach, ein Tag kann ganz schön kurz werden, wenn man alle Hobbys unterbringen möchte 😉

Ganz liebe Grüße nach Berlin

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
23. Juni

Ja, man kann viel Spannendes und Lehrreiches "mitbekommen" beim Lesen.

Danke für deine Ausführungen und Tipps.

Und dir weiterhin ansprechende Lesestunden!

Frohen Gruss, noch aus der relativen Morgenkühle,

Brigitte

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C*
C*
23. Juni
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Zum Lesen bin ich früh gekommen, schon als Kinder haben wir viel Lektüre aus der Bücherei nachhause getragen. Bei mir war auch eine Taschenlampe im Einsatz, wenn mich Bücher bis in die Nacht beschäftigt haben 😍 Wäre jedenfalls wünschenswert, dass das Lesen von Büchern heute auch noch so gefragt wäre bei Kindern und Jugendlichen.

Am kommenden Wochenende wird viel Lesestoff benötigt. Die Hitze ist jetzt schon unerträglich, aber es wird noch schlimmer. Im Juni 38 Grad, das ist eine Horrorvorstellung 😞

Liebe Abendgrüße in die Schweiz

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