Das dahinfliegende Wort
- C*

- vor 5 Stunden
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Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sagt sehr viel über uns aus.
Wie wir etwas sagen, ist manchmal wichtiger, als der eigentliche Inhalt der Botschaft.
Der Umgangston in menschlichen Beziehungen beschäftigt mich schon, seit ich mich zurückerinnern kann. Bereits als Kind war ich sehr empfänglich für den Ton, der die Musik macht. Vermutlich fiel den Erwachsenen gar nicht auf, dass ich schon damals im Umgang mit Menschen und Situationen überdurchschnittlich sensibel agierte. Äußerlich wirkte ich unbefangen und ich war mutig, auf der Seelenebene war ich feinsinnig und daher zeigte ich mich oft empathisch. Gelebte Solidarität mit Menschen, die unfair behandelt wurden, war bereits in meiner Jugend ein Thema.
Der Ton macht die Musik - das gilt für alle Lebensbereiche.
Es gibt eine Haltung von Menschen, gegen die ich protestiere, weil sie Kommunikation auf Augenhöhe vermissen lässt: Wenn mir eine Person etwas anschafft, lässt mich das innerlich zusammenzucken. Wenn diese Person dieses Unwort auch noch in ihre verbale Kommunikation einbaut, lässt dies einige Rückschlüsse zu: Im besten Fall neige ich dazu, anzunehmen, dass das Ausdrucksvermögen nicht zu den persönlichen Stärken zählt. Ich könnte aber auch annehmen, dass ein primitives Überlegenheitsgefühl dazu veranlasst, auf diesem Niveau zu kommunizieren.
Mit der gelebten Haltung, jemandem etwas anzuschaffen, geht einher, dass ein Mensch die Würde eines anderen Menschen missachtet.
Was ist so schwer daran, jemanden um etwas zu bitten? Auch in der Berufssprache sind höfliche Verhaltensweisen angebracht.



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