Das dahinfliegende Wort
- C*

- 23. Mai
- 1 Min. Lesezeit

Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sagt sehr viel über uns aus.
Wie wir etwas sagen, ist manchmal wichtiger, als der eigentliche Inhalt der Botschaft.
Der Umgangston in menschlichen Beziehungen beschäftigt mich schon, seit ich mich zurückerinnern kann. Bereits als Kind war ich sehr empfänglich für den Ton, der die Musik macht. Vermutlich fiel den Erwachsenen gar nicht auf, dass ich schon damals im Umgang mit Menschen und Situationen überdurchschnittlich sensibel agierte. Äußerlich wirkte ich unbefangen und ich war mutig, auf der Seelenebene war ich feinsinnig und daher zeigte ich mich oft empathisch. Gelebte Solidarität mit Menschen, die unfair behandelt wurden, war bereits in meiner Jugend ein Thema.
Der Ton macht die Musik - das gilt für alle Lebensbereiche.
Es gibt eine Haltung von Menschen, gegen die ich protestiere, weil sie Kommunikation auf Augenhöhe vermissen lässt: Wenn mir eine Person etwas anschafft, lässt mich das innerlich zusammenzucken. Wenn diese Person dieses Unwort auch noch in ihre verbale Kommunikation einbaut, lässt dies einige Rückschlüsse zu: Im besten Fall neige ich dazu, anzunehmen, dass das Ausdrucksvermögen nicht zu den persönlichen Stärken zählt. Ich könnte aber auch annehmen, dass ein primitives Überlegenheitsgefühl dazu veranlasst, auf diesem Niveau zu kommunizieren.
Mit der gelebten Haltung, jemandem etwas anzuschaffen, geht einher, dass ein Mensch die Würde eines anderen Menschen missachtet.
Was ist so schwer daran, jemanden um etwas zu bitten? Auch in der Berufssprache sind höfliche Verhaltensweisen angebracht.



Ich habe schon mein ganzes Leben lang mit dem Tonfall und dem Gesagten mancher Menschen Proleme gehabt. Ich weiß nicht, was manche Leute sich dabei denken, so mit anderen zu reden - Überheblichkeit, Neid, Missgunst oder einfach nur schlechtes Benehmen.
Liebe Grüße und weiterhin schöne Pfingstfeiertage
Jutta
Du sprichst mir wieder einmal mit jedem Wort aus der Seele, liebe C Stern. Genau so empfinde ich auch. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ob ich einem Menschen zugetan bin oder nicht, entscheiden oft schon die ersten Worte.
Meine Eltern legten immer großen Wert darauf, dass ich mich anderen Menschen gegenüber höflich, zuvorkommend und respektvoll verhalte. Und ich kenne es nicht anders, es ist mir einfach ein Bedürfnis, mich so zu verhalten. Wer diese Sprache versteht, hat bei mir schon gewonnen. Nichts stößt mich mehr ab, als respektloser, primitiver oder gar vulgärer Umgang. Es ist unerträglich für mich, auf Menschen zu treffen, die weder Herz noch Verstand zu haben scheinen. Vor allem, wenn man mitbekommt,…
Deine Gedanken haben mich sehr berührt. Gerade sensible Menschen spüren oft schon in kleinen Worten oder im Tonfall, ob ihnen mit Respekt begegnet wird oder nicht.
Ich finde, du hast etwas Wichtiges ausgesprochen: Höflichkeit und ein wertschätzender Umgang kosten eigentlich nichts und können doch so viel bewirken. Oft entscheidet tatsächlich nicht der Inhalt eines Satzes, sondern die Art, wie er gesagt wird.
Besonders schön finde ich, dass du deine Sensibilität nicht als Schwäche beschreibst, sondern als etwas, das Empathie und Solidarität wachsen lässt.
Danke für diesen stillen und nachdenklichen Beitrag.
Liebe Grüße und frohe Pfingsttage
Anette
Ja, die Wortwahl verrät viel über den Charakter oder die Herkunft des Gegenübers.
Auch ich höre meistens in einer Diskussion mehr auf den Ton als auf den genauen Inhalt.
Manches hört sich dann einfach falsch an, obwohl es logisch oder glaubwürdig formuliert ist.
Genau hinhören lohnt sich fast immer. :--)
Einen lieben Gruss in den Pfingstsamstagabend,
Brigitte