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Das dahinfliegende Wort

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 23. Mai
  • 1 Min. Lesezeit











Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sagt sehr viel über uns aus.

Wie wir etwas sagen, ist manchmal wichtiger, als der eigentliche Inhalt der Botschaft.

Der Umgangston in menschlichen Beziehungen beschäftigt mich schon, seit ich mich zurückerinnern kann. Bereits als Kind war ich sehr empfänglich für den Ton, der die Musik macht. Vermutlich fiel den Erwachsenen gar nicht auf, dass ich schon damals im Umgang mit Menschen und Situationen überdurchschnittlich sensibel agierte. Äußerlich wirkte ich unbefangen und ich war mutig, auf der Seelenebene war ich feinsinnig und daher zeigte ich mich oft empathisch. Gelebte Solidarität mit Menschen, die unfair behandelt wurden, war bereits in meiner Jugend ein Thema.


Der Ton macht die Musik - das gilt für alle Lebensbereiche.

Es gibt eine Haltung von Menschen, gegen die ich protestiere, weil sie Kommunikation auf Augenhöhe vermissen lässt: Wenn mir eine Person etwas anschafft, lässt mich das innerlich zusammenzucken. Wenn diese Person dieses Unwort auch noch in ihre verbale Kommunikation einbaut, lässt dies einige Rückschlüsse zu: Im besten Fall neige ich dazu, anzunehmen, dass das Ausdrucksvermögen nicht zu den persönlichen Stärken zählt. Ich könnte aber auch annehmen, dass ein primitives Überlegenheitsgefühl dazu veranlasst, auf diesem Niveau zu kommunizieren.

Mit der gelebten Haltung, jemandem etwas anzuschaffen, geht einher, dass ein Mensch die Würde eines anderen Menschen missachtet.

Was ist so schwer daran, jemanden um etwas zu bitten? Auch in der Berufssprache sind höfliche Verhaltensweisen angebracht.

 
 
 

10 Kommentare


Jutta Urbat
Jutta Urbat
24. Mai

Ich habe schon mein ganzes Leben lang mit dem Tonfall und dem Gesagten mancher Menschen Proleme gehabt. Ich weiß nicht, was manche Leute sich dabei denken, so mit anderen zu reden - Überheblichkeit, Neid, Missgunst oder einfach nur schlechtes Benehmen.

Liebe Grüße und weiterhin schöne Pfingstfeiertage

Jutta

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C*
C*
24. Mai
Antwort an

Liebe Jutta,

ich glaube, dass manche Leute schlicht und einfach genau so reden oder schreiben, wie es ihnen eben ganz pur in den Sinn kommt. Sie verwechseln das vermutlich mit Geradlinigkeit: Manche berufen sich nämlich auch auf Eigenheiten in der sozialen Interaktion, von denen sie glauben, dass jeder Mensch damit zurechtkommen MUSS. Ja, das wird sogar eingefordert. Von solchen Herrschaften distanziere ich mich gewöhnlich nach einer Phase des guten Willens, Verständnis für Eigenheiten aufzubringen. Aber irgendwann gibt es einen Punkt, wo sich mein Wille erschöpft zeigt ...

Auch zu Dir liebe Grüße und auf viele schöne Wege bei diesem schönen Wetter! C Stern

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andreaobi
24. Mai

Du sprichst mir wieder einmal mit jedem Wort aus der Seele, liebe C Stern. Genau so empfinde ich auch. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ob ich einem Menschen zugetan bin oder nicht, entscheiden oft schon die ersten Worte.

Meine Eltern legten immer großen Wert darauf, dass ich mich anderen Menschen gegenüber höflich, zuvorkommend und respektvoll verhalte. Und ich kenne es nicht anders, es ist mir einfach ein Bedürfnis, mich so zu verhalten. Wer diese Sprache versteht, hat bei mir schon gewonnen. Nichts stößt mich mehr ab, als respektloser, primitiver oder gar vulgärer Umgang. Es ist unerträglich für mich, auf Menschen zu treffen, die weder Herz noch Verstand zu haben scheinen. Vor allem, wenn man mitbekommt,…


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C*
C*
24. Mai
Antwort an

Für mich gehört es als eine Form der Psychohygiene dazu, mich rechtzeitig aus Beziehungen zu lösen, wenn ich Einbahnen erkenne, oder ihnen zumindest weniger Tiefe zu geben.

☘️

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Anette
Anette
23. Mai

Deine Gedanken haben mich sehr berührt. Gerade sensible Menschen spüren oft schon in kleinen Worten oder im Tonfall, ob ihnen mit Respekt begegnet wird oder nicht.

Ich finde, du hast etwas Wichtiges ausgesprochen: Höflichkeit und ein wertschätzender Umgang kosten eigentlich nichts und können doch so viel bewirken. Oft entscheidet tatsächlich nicht der Inhalt eines Satzes, sondern die Art, wie er gesagt wird.

Besonders schön finde ich, dass du deine Sensibilität nicht als Schwäche beschreibst, sondern als etwas, das Empathie und Solidarität wachsen lässt.

Danke für diesen stillen und nachdenklichen Beitrag.

Liebe Grüße und frohe Pfingsttage

Anette

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C*
C*
24. Mai
Antwort an

Liebe Anette,

herzlichen Dank für Deine Gedanken.

Ich finde, dass Freundlichkeit untereinander ein wesentlicher Beitrag ist, um unsere Umwelt heller zu gestalten. Gerade im beruflichen Kontext bewirkt sie sicher auch einen Kooperationsgeist. Wenn sich Menschen miteinander wohlfühlen, können sie gemeinsam viel mehr bewirken. Ich bin manchmal ratlos, warum Führungskräfte das immer noch unterschätzen.

Sensibilität wird nicht immer als positiv gewertet. Vielmehr gelten auffällig sensible Mädchen leider immer noch als Heulsusen und Burschen als Weicheier (die Traurigkeit sowieso nicht zeigen sollten). Wie oft habe ich mich gewundert, in meiner Arbeit mit Kindern von Kolleg*innen zu hören: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", "Brauchst nicht zu weinen, so schlimm ist das nicht", usw.

Liebe Grüße und viele besondere Momente in Deinem sonnigen Garten,…

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
23. Mai

Ja, die Wortwahl verrät viel über den Charakter oder die Herkunft des Gegenübers.

Auch ich höre meistens in einer Diskussion mehr auf den Ton als auf den genauen Inhalt.

Manches hört sich dann einfach falsch an, obwohl es logisch oder glaubwürdig formuliert ist.

Genau hinhören lohnt sich fast immer. :--)

Einen lieben Gruss in den Pfingstsamstagabend,

Brigitte


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C*
C*
23. Mai
Antwort an

Wenn Inhalt und Melodie bzw. Worte so zusammengesetzt sind, dass sie falsch klingen, bin ich besonders aufmerksam. Mir gefällt es weder beruflich noch privat, wenn Menschen ein Überlegenheitsgefühl mit verbalen Mitteln (oder auch anders) ausspielen.

Ich habe allerdings auch die Lust verloren, Menschen auf alberne Überlegenheitsspielchen anzusprechen. Manchen solcher Zeitgenoss*innen kann ich ausweichen, bei anderen mache ich meine Beobachtungen und auch solche, wie weitere Mitmenschen darauf reagieren. Ich finde, in einem Unternehmen müssten Chefitäten darauf achten, dass Respekt gewahrt bleibt.

Ich wünsche Dir ein herrliches Pfingstwochenende, liebe Grüße, C Stern

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