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Wohlsein

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  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 11 Stunden




Nichts, was ich tue, darf das Wohlsein eines anderen beeinträchtigen. (Tsitsi Dangarembga, 1959 geboren in Südrhodesien, heute Simbabwe)


Dieser Satz ist eine so einfache wie respektvolle Erweiterung des Begriffs UBUNTU, der tief verwurzelt ist in den Bantusprachen Afrikas und der mich schon lange begleitet: Ich bin, weil wir sind.

Die Bedeutung dieses Gedankens wird in einem menschlichen Handeln erlebt, das auf wechselseitigem Respekt und auf der bedingungslosen Achtung der Menschenwürde basiert.

Tsitsi Dangarembga - Autorin, Filmemacherin und Feministin - habe ich heute als höchst beeindruckende Persönlichkeit in einer meiner Lieblingssendungen erlebt: Sternstunde Philosophie - Die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga wurde 2020 von der BBC zu den weltweit hundert wichtigsten Frauen gewählt. Ihr Werk wurde mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Aufgewachsen in England und Simbabwe, gelang ihr mit 25 Jahren der Durchbruch mit dem Buch «Nervous Conditions», die Geschichte eines jungen Mädchens, das gegen die Widerstände von Patriarchat und Rassismus kämpft. Später studiert Dangerembga Filmregie in Berlin und dreht zahlreiche Filme in ihrem Heimatland Simbabwe. Ihre gesellschaftskritischen Bücher und Filme kreisen um die Themen Hautfarbe, Klasse und Geschlecht. 2020 wurde sie verhaftet und angeklagt, weil sie zur Teilnahme an einer Anti-Korruptions-Demonstration in Simbabwe aufgerufen hatte. Yves Bossart spricht (Anm.: in seiner letzten Sendung) mit ihr über den Mut zum Widerstand, über Schwarzen Feminismus und die Macht von Geschichten.

Auch die Bedeutung des Vornamens dieser inspirierenden Denkerin hat mich sehr beeindruckt, denn er lädt viel Verantwortung auf die Schultern seiner Trägerin: Barmherzigkeit äußert sich in tiefem Mitgefühl und tätiger Hilfe gegenüber Menschen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. 

Tsitsi Dangarembga bezieht sich in ihren bewusstseinsverändernden Einsichten auch deutlich auf das Christentum, das sich zu einer gemeinen und heimtückischen Verbündeten des westlichen Kolonialismus gemacht hat: Westlicher Kolonialismus baute auf der Idee auf, dass der Mensch Eigentum sein könne. In diesem Zusammenhang weist sie auch hin auf das westliche Bild über dunkelhäutige Menschen mit kräftigem Körperbau und zeigt damit auf, dass diese Einstellung einst auch stark verbreitet war bei der Auswahl von Sklavinnen und Sklaven.


Jeder Mensch sehnt sich danach, gesehen zu werden. Ich halte es für einen essenziellen Anteil an der Haltung gelebter Menschlichkeit, andere Menschen zu sehen und zu respektieren. Diese Haltung der Menschlichkeit ist die Basis eines machtvollen Friedens, der niemals ernsthaft bedroht sein wird: Dunkle Mächte werden sich daran ihre Zähne ausbeißen.


Foto: Pixabay, Nici Keil - Victoria Falls, Simbabwe

 
 
 

1 Kommentar


Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
vor einem Tag

Danke für diese berührenden Ausführungen zu dieser Autorin und Filmemacherin.

Der Eingangssatz fasst so schön zusammen, was uns Menschen wichtig sein sollte: gegenseitiger Respekt.

Das Foto mit dem herrlichen Regenbogen über dem Wasserfall passt wunderbar dazu.

Lieben Gruss in die neue Woche, Brigitte


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