Weihnachten liegt in der Luft
- C*

- 24. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

In meiner Kindheit in den 1970er und 1980er Jahren waren die Winter noch schneereich.
Weihnachten bei den Großeltern, bei Tante und Onkel, daran erinnere ich mich allerdings nicht nur deshalb noch heute mit viel Freude. Meine Großeltern lebten noch alte Bräuche und ganz besonders beglückte mich, dass Oma und Opa für die Festtage unvergleichlich köstliche Bratwürste selbst gemacht haben. Noch heute meine ich, mich an ihren außergewöhnlichen Geschmack erinnern zu können. Opas Aufgabe war es auch jedes Jahr, das Haus und den Stall zu räuchern. Weihnachten war damals so mächtig in meinem Herzen - und so lag es auch in der Luft.
Vieles hat sich in meinem Leben verändert, die geliebten Großeltern leben schon lange nicht mehr und meine Eltern sind alt geworden. Einige Jahre habe ich am 24. Dezember für meine Eltern gekocht, das hat ihnen wie mir immer große Freude bereitet und wir konnten einen friedlichen Nachmittag miteinander verbringen.
Inzwischen leben meine Mutter und mein Vater in Seniorenheimen, wo ich sie heute auch besuchen werde. Beide sind nicht mehr mobil.
Ich frage mich, warum ich mich gerade an Weihnachten nach Schnee sehne? Es gibt einiges, was in mir antwortet. Weihnachten war mit den schönsten Urlauben meiner Kindheit verbunden - etwa zehn Tage, an denen es weitgehend friedlich in meiner Familie war. An Weihnachten selbst war mein Vater immer abweisend und misanthropisch gestimmt, aber die Aussicht aufs Schifahren hat ihn nach den Feiertagen heller gemacht, denn er war ein begeisterter Schifahrer.
Die Aufregung und Vorfreude auf unsere Winterurlaube war bei mir riesig. Unser Ziel waren die herrlichen Nockberge in Kärnten, die bekannt sind für ihre sanften runden Formen, die an Nocken erinnern. Dort erwarteten uns unsere liebenswürdigen Vermieter, bei denen wir uns stets heimisch fühlten und wo wir auch unsere Sommerurlaube verbrachten. Meine Schwester und ich waren begeisterte Schifahrerinnen und so waren wir möglichst früh auf den Pisten unterwegs - und manchmal kamen wir erst in der Dämmerung in unserem Quartier an.
Nun sind es vor allem die abendlichen Spaziergänge in einer einzigartigen Winterlandschaft, die ich in so guter Erinnerung habe. Während wir auf knirschendem Schnee unterwegs waren in unsere Lieblingsgasthäuser, konnten wir beobachten, wie die Pisten für den nächsten Tag vorbereitet wurden. Auch der Kirchgang war stets etwas Besonderes, die kleine Kirche ist immer noch ein wunderbarer Ort für mich.
Diese kleine Welt in den Nockbergen ist meine Wahlheimat und meine Sehnsucht, hier einmal Weihnachten erleben zu können, ist groß.

Ich blicke am heutigen Tag auch ein wenig zurück auf ein sehr bewegtes Jahr. Es hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Vor allem in bewegten Zeiten bin ich froh, wenn es Gepflogenheiten gibt, die Beständigkeit bringen.
Es gab Momente, in denen ich keine Kraft hatte, im Leben präsent zu sein und auch hier in meinem Blog war es still. Ich habe allerdings nach einer längeren Blogpause wieder zu schreiben begonnen und auch bemerkt, wie gut es mir tut, über Dinge zu schreiben, die mich beschäftigen.
In diesem Sinne 💗lichen Dank für Euer Hiersein und für Euer Interesse.
Vielen Dank auch für viele Kommentare, ich schätze es sehr, auf diese Weise in einen Austausch zu kommen.

Fotos: C* aus meinem Archiv, ein Winter voller Schnee - im Jänner 2019 in meiner Wahlheimat in den Nockbergen unterwegs



Als Kind mochte ich ebenso den Winter und all die Vergnügen, die mit ihm verbunden waren. Im Schneesturm draußen zu sein, war etwas ganz Besonderes für mich. Im erwachsenen Alter hat sich das drastisch verändert, aber da hat man ja einen ganz anderen Bezug zu dieser Jahreszeit. 😊
Trotzdem viele liebe winterliche Grüße aus dem Sauerland - bei uns liegt Schnee, und es ist kalt. ❄️
Sooooo schön, liebe C Stern, ich kann mir alles ganz wunderbar vorstellen. Und wer weiß, vielleicht wird Dein Wunsch ja eines Tages war und Du kannst das Weihnachtsfest in den Nockbergen verbringen.
Mit dem Bloggen etc. geht es mir ja auch wie Dir, auch ich musste diese schlimme Zeit durchstehen. Hoffen wir, dass wir nie wieder so verzweifelt, mut- und kraftlos werden.
Liebe Grüße,
Andrea
Die Kindheitserinnerungen an Weihnachten bleiben wohl immer positiv haften, auch wenn es bei uns in der Gegend nicht viel Schnee an den Festtagen gab. Schön, wie du es im Post beschreibst, wir haben keine Winterurlaube gemacht und daher kann ich mich wohl auch nicht dafür erwärmen. ;-)
Nun wünsche ich dir noch einen gemütlichen Ausklang des 2. Weihnachtstages - einen lieben Gruß von Marita
liebe c stern, diese erinnerungen an weihnachten im schnee kann ich gut verstehen, wart ihr doch skifahrerinnen und auch der strenge vater war begeistert. du schriebst, im schnee ist die atmosphäre anders, alle geräusche sind gedämpft. ja, auch das finde ich sehr schön, es ist, als läge eine decke auf der welt(ehr geräumt wird). ich wünsche dir frohe festtage im heute, schaffe dir neue erinnerungen an weihnachten ohne schnee, wenns keinen gibt. herzlich grüßt roswitha
Als Kind kannte ich solche Weihnachten kaum. Selten gab es Schnee im Ruhrgebiet, der sich dann auch nach kürzester Zeit in eine graue, dreckige Fläche verwandelte. Später dann habe ich mit Mann und Kindern Weihnachten in den Dolomiten verbracht. Tagsüber auf den Pisten unterwegs, dann Stop in einer Hütte oder heißen Apfelstrudel im Hotel, Sauna und Vorfreude auf ein wunderbares Abendessen, mit anschließendem Verweilen vor dem Kamin. Ich zehre noch heute davon. Leider war mit seinem Tod diese Form von Weihnachten vorbei. Doch die Erinnerungen und die Dankbarkeit für das, was war, bleiben. Frohe Weihnachten!