top of page

Vorsorge

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Vor einigen Wochen war ich bei meiner Gynäkologin, eine Routineuntersuchung. Sie hat mir eine Überweisung für eine Mammografie mitgegeben - zur Sicherheit, weil vor etwas mehr als zwei Jahren in meiner linken Brust auffälliger Mikrokalk festgestellt wurde. Bei so einem Fund wird Frau weitergeleitet, nämlich zu einer weiteren und noch genaueren Untersuchung, was in der Regel eine Biopsie bedeutet. Mikrokalk kann übrigens meistens nicht ertastet werden.

In der dafür zuständigen Fachabteilung eines Krankenhauses wurde also vor zwei Jahren eine Stanzbiopsie vorgenommen. Während dieser Biopsie wurde auch ein (üblicher) Markierungsdraht gesetzt, damit die verdächtige Stelle für weitere Untersuchungen eindeutig markiert ist. Eine Woche Warten war danach angesagt - ein unerträgliches Warten, das von großer Angst und vielen traurigen Momenten begleitet war. Bei der Befundbesprechung erhielt ich dann den erlösenden Hinweis, dass diese Kalkablagerung vorerst als gutartig eingeschätzt wurde. Erst einige weitere Untersuchungen im Halbjahresrhythmus und etwas mehr als ein Jahr später war klar, dass sich bei der auffälligen Verkalkung nichts verändert hatte. Also endgültig aufatmen!


Heute also wieder eine Mammografie, im Anschluss aus Gründen der Genauigkeit auch eine Sonografie, alles schon mehrfach so erlebt.

Der Arzt schaute und verglich lange, ein doofes Gefühl der Vorahnung beschlich mich. Es sollte sich bestätigen, er fand leider wieder Mikrokalk, diesmal in der rechten Brust. Seine Nachricht quittierte ich mit einem vernehmbaren hässlichen Wort: Schei*e, so entfuhr es mir, aber ich bin sicher, dieses Wort hat er in seiner Praxis nicht zum ersten Mal gehört. Seine schriftliche Formulierung wirkt diesmal noch bedrohlicher auf mich - erneut tut sich ein Sorgenkreislauf auf, das fühlt sich absolut scheußlich an. Morgen mache ich den Termin im Krankenhaus aus.

Soviel zu meinen persönlichen Befindlichkeiten.


Wichtig ist mir, aufzuzeigen, wie notwendig Vorsorgeuntersuchungen sind. Ich habe diese über viele Jahre nicht wahrgenommen, da ich panische Unruhe während der Wartezeiten in Wartezimmern erlebte - also lieber erst gar keine Arztbesuche machen, das war mein Motto. Sehr fahrlässig, wie mir absolut klar ist.

Diese Angst vor den Wartesituationen kam mit meiner ersten hochgradigen Depression, die mich vor rund zweiundzwanzig Jahren kalt erwischt hat. Damals waren einfach zu viele Termine bei Ärzt*innen und Therapeut*innen notwendig, es war nämlich nicht sofort klar, was mit mir los war. Es dauerte, bis ich die Diagnose Burnout und später die der Depression erhielt.

Inzwischen bin ich bei Routineuntersuchungen in den Wartebereichen der Arztpraxen gelassener, aber ich weiß, dass ich zur Untersuchung im Krankenhaus Begleitung brauche, und auch eine Woche später, zur Befundbesprechung. Mein Partner wird wieder an meiner Seite sein und darüber bin ich sehr froh.


Bild: Pixabay, MissKaLem

 
 
 

Kommentare


bottom of page