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Vorsorge

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 23. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit



Vor einigen Wochen war ich bei meiner Gynäkologin, eine Routineuntersuchung. Sie hat mir eine Überweisung für eine Mammografie mitgegeben - zur Sicherheit, weil vor etwas mehr als zwei Jahren in meiner linken Brust auffälliger Mikrokalk festgestellt wurde. Bei so einem Fund wird Frau weitergeleitet, nämlich zu einer weiteren und noch genaueren Untersuchung, was in der Regel eine Biopsie bedeutet. Mikrokalk kann übrigens meistens nicht ertastet werden.

In der dafür zuständigen Fachabteilung eines Krankenhauses wurde also vor zwei Jahren eine Stanzbiopsie vorgenommen. Während dieser Biopsie wurde auch ein (üblicher) Markierungsdraht gesetzt, damit die verdächtige Stelle für weitere Untersuchungen eindeutig markiert ist. Eine Woche Warten war danach angesagt - ein unerträgliches Warten, das von großer Angst und vielen traurigen Momenten begleitet war. Bei der Befundbesprechung erhielt ich dann den erlösenden Hinweis, dass diese Kalkablagerung vorerst als gutartig eingeschätzt wurde. Erst einige weitere Untersuchungen im Halbjahresrhythmus und etwas mehr als ein Jahr später war klar, dass sich bei der auffälligen Verkalkung nichts verändert hatte. Also endgültig aufatmen!


Heute also wieder eine Mammografie, im Anschluss aus Gründen der Genauigkeit auch eine Sonografie, alles schon mehrfach so erlebt.

Der Arzt schaute und verglich lange, ein doofes Gefühl der Vorahnung beschlich mich. Es sollte sich bestätigen, er fand leider wieder Mikrokalk, diesmal in der rechten Brust. Seine Nachricht quittierte ich mit einem vernehmbaren hässlichen Wort: Schei*e, so entfuhr es mir, aber ich bin sicher, dieses Wort hat er in seiner Praxis nicht zum ersten Mal gehört. Seine schriftliche Formulierung wirkt diesmal noch bedrohlicher auf mich - erneut tut sich ein Sorgenkreislauf auf, das fühlt sich absolut scheußlich an. Morgen mache ich den Termin im Krankenhaus aus.

Soviel zu meinen persönlichen Befindlichkeiten.


Wichtig ist mir, aufzuzeigen, wie notwendig Vorsorgeuntersuchungen sind. Ich habe diese über viele Jahre nicht wahrgenommen, da ich panische Unruhe während der Wartezeiten in Wartezimmern erlebte - also lieber erst gar keine Arztbesuche machen, das war mein Motto. Sehr fahrlässig, wie mir absolut klar ist.

Diese Angst vor den Wartesituationen kam mit meiner ersten hochgradigen Depression, die mich vor rund zweiundzwanzig Jahren kalt erwischt hat. Damals waren einfach zu viele Termine bei Ärzt*innen und Therapeut*innen notwendig, es war nämlich nicht sofort klar, was mit mir los war. Es dauerte, bis ich die Diagnose Burnout und später die der Depression erhielt.

Inzwischen bin ich bei Routineuntersuchungen in den Wartebereichen der Arztpraxen gelassener, aber ich weiß, dass ich zur Untersuchung im Krankenhaus Begleitung brauche, und auch eine Woche später, zur Befundbesprechung. Mein Partner wird wieder an meiner Seite sein und darüber bin ich sehr froh.


Bild: Pixabay, MissKaLem

 
 
 

10 Kommentare


gudrunebert
25. Feb.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass alles gut wird. Dass du dir Begleitung mitnimmst finde ich gut. Meinen Partner hab ich auch mitgenommen. Ich musste nicht alles wiederholen, was im Arztzimmer geredet wurde und dass er mir den Rücken stärkte, erleichterte vieles für mich.

Alles, alles Gute wünsche ich dir.

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C*
C*
25. Feb.
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Vielen Dank, liebe Gudrun!

Du hast ja selbst über mehrere Monate eine sehr schlimme Zeit erlebt ... Vielleicht gibt es Menschen, die lieber allein mit ihren Gedanken sind, ich muss eher darüber reden. Und brauche unbedingt Bestärkung.

Mein Freund hat erst vor ein paar Tagen bemerkt, dass es in meinem Leben nie ruhig wird. Immer taucht irgendwo was auf, das Sorgen bereitet. Er hat recht, es gibt häufige Anspannungen - ob nun in Hinblick auf meine eigene Gesundheit, die meiner lieben Freunde und Verwandten und Sorgen um die Eltern.

Danke für Deine lieben Gedanken, ❤️liche Grüße

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Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
24. Feb.

Auch ich drücke dir die Daumen, liebe C Stern, und wünsche dir, dass alles gut wird.

Mit einer herzlichen Umarmung 💗 Rosa

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C*
C*
24. Feb.
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Umarmungen tun einfach soooo gut - auch die virtuellen❣️DANKESCHÖN 🌷

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Annette Mertens
Annette Mertens
24. Feb.

Hallo liebe C., ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir alles Gute für die Termine, herzliche Grüße, Annette 🍀🍀🍀🍀

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C*
C*
24. Feb.
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Vielen Dank!

Ich hoffe auf rasche und entlastende Ergebnisse, Klarheit ist so wichtig.

❤️liche Grüße

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
24. Feb.

Oh, das tut mir leid. Solche Zeiten der Sorge und Ungewissheit sind schwer auszuhalten.

Ich bin froh, dass du deinen Partner an der Seite hast. Mögen die Untersuchungen positive und beruhigende Klarheit ergeben! Ich wünsche es dir von Herzen!

Mit lieben Grüssen,

Brigitte

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C*
C*
24. Feb.
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Es ist gut, dass ich in meiner beruflichen Reha eingebunden bin. Selbst dort tauchen Gedanken und Anspannungen auf, aber eben nicht nur, denn es gibt genug, mit dem ich arbeitsmäßig beschäftigt bin. Arbeit war und ist für mich Therapie in solchen Situationen.

Lieben Dank und ❤️liche Grüße

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stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
23. Feb.

Bei solchen Arztterminen ist es immer sinnvoll, jemanden dabei zu haben, schon weil man in der Aufregung/ Nervosität nicht immer alles genau mitbekommt.

Schön, wenn es dann auch noch der Partner sein kann.

Wünsche dir gute Ergebnisse.

Herzliche Abendgrüße

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C*
C*
24. Feb.
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Ich bin dankbar, nicht allein zu sein. Bei mir hilft in solchen Momenten leider auch kein Buch als Ablenkung, ich brauche menschliche Zuwendung. In Krankenhäusern herrscht eine nüchterne Atmosphäre, das macht mich auch unruhig.

Ich danke Dir und übermittle ❤️liche Grüße

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