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Versprechen und Erwartungen

Autorenbild: C*
C*
vor 5 Tagen
3 Min. Lesezeit























Ich habe den ersten Teil eines tollen Workshops zum Themenkreis Bewerbungsgespräche absolviert und sehr gute Inputs daraus mitgenommen.

In meinem bisherigen Berufsleben habe ich zwar schon etliche Gespräche dieser Art geführt, dennoch ist es wichtig für mich, zu wissen, wie Bewerbungsgespräche heutzutage ablaufen. Meine Bewerbungen als Mitarbeiterin in einem Büro liegen immerhin mehr als zwanzig Jahre zurück.


Im Workshop wurden wir mit einer Übung vertraut gemacht, die sich mit Werten beschäftigt. Die eigenen Werte zu kennen, ist wichtig, wahrscheinlich versuchen die meisten Menschen, möglichst in Einklang damit zu leben. Nicht immer gelingt das im Zusammenleben oder in der Zusammenarbeit mit Menschen und daraus können auch Konflikte entstehen: Hier spielt auch eine Rolle, dass Werte nicht übereinstimmen. Wenn ich auf meinen Lebens- und Berufsweg und auf sämtliche Herausforderungen mit anderen Menschen zurückblicke, finde ich diese Aussage tatsächlich bestätigt.

Immer häufiger wird in Bewerbungsgesprächen nach persönlichen Werten gefragt, es macht also Sinn, darüber nachzudenken und etwa drei Werte nennen zu können.

Ganz sicher ist es auch von Bedeutung, sich darüber Gedanken zu machen, wie man Fragen nach Stärken und Schwächen beantworten kann. Dazu finden sich gute Tipps im Internet.


Ich habe klare Wünsche an einen Arbeitsplatz. Aufgrund der Tatsache, dass ich eher introvertiert bin, ist mir ein ruhiger Arbeitsplatz sehr wichtig. In einem Großraumbüro zu arbeiten, ist für mich inzwischen völlig ausgeschlossen.

In einem Vorstellungsgespräch ist es wichtig, sich aufgeschlossen zu zeigen. Das stellt für mich keine große Herausforderung dar, denn ich kann auch meine extrovertierten Anteile ausleben - es fällt mir meistens nicht schwer, auf Menschen zuzugehen.

Wenn mich jemand nach meinen Dienstzeugnissen fragt, kann ich ihm solche vorlegen, die mich als Persönlichkeit wie auch in Hinblick auf meine Arbeitsweise sehr wertschätzend beschreiben. Und genau hier spüre ich leises Unwohlsein, denn ich weiß selbst ganz genau, dass ich inzwischen länger als früher brauche, um mich an einem Arbeitsplatz einzuleben. In den ersten Monaten meiner beruflichen Reha war ich oft zutiefst verzweifelt, weil ich mit der Software, die zur Erstellung von Angeboten, Aufträgen, Lieferscheinen und Rechnungen nötig ist, ziemlich auf Kriegsfuß stand. Das hatte vor allem damit zu tun, dass meine Auffassungsgabe und meine Konzentrationsfähigkeit tatsächlich blockiert waren, was sich inzwischen durchaus verbessert hat - mit positiven Auswirkungen auf meine Selbstwertschätzung. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich merke allerdings, dass mein Gedächtnis immer noch gewissen Einschränkungen unterliegt, was auch als typische Herausforderung in den Wechseljahren eingeordnet werden kann.


Womit ich ganz sicherlich punkten kann, ist meine Lebenserfahrung.

Dazu gehört für mich auch eine Selbstreflektiertheit, die einen nicht in Versuchung führt, bei Vorstellungsgesprächen zu blenden. Gerade diesbezüglich habe ich schon Absurdes erlebt und ich fand es immer interessant, wie lange es dauern würde, bis sich Selbstdarsteller*innen demaskieren würden. Ich habe erlebt, dass es vereinzelt zu Trennungen von Mitarbeiter*innen kam, weil sie ihrer Eigenwerbung nicht gerecht wurden.

Es liegt meines Erachtens an beiden Seiten, an das jeweilige Gegenüber keine unrealistischen Erwartungen zu hegen.

Im Rückblick auf meine Jobs im sozialen Bereich kann ich zugeben, dass ich einer naiven Erwartungshaltung zugewandt war, als ich dachte, ich würde nur auf sozial agierende Kolleg*innen oder Chef*innen treffen. Allerdings bot dieser Arbeitsbereich eher reichlich Terrain, um Enttäuschungen zu erfahren.

Von einer Mutter, die Kleinkinder zu betreuen hat, zu erwarten, dass sie zeitlich flexibel ist, zeugt nicht gerade von einem Sinn für die Realität. Wenn die Bewerberin solches verspricht, um einen Job zu erhalten, enthält dieses Versprechen wohl auch die Basis für eine Enttäuschung. Gleiches gilt für Bewerber*innen, die in die Pflegearbeit ihrer Eltern eingebunden sind; auch hier ist zeitliche Flexibilität Wunschdenken eines Dienstgebers, der eventuell selbst einen 24/7-Einsatz im Berufsleben zeigt.


Ich halte es für sehr wichtig, dass sich jene Menschen, die für die Einstellung von Mitarbeiter*innen zuständig sind, auf empathische Weise damit beschäftigen, dass Ressourcen und Bedürfnisse von Bewerber*innen mit den Aufgaben an einem Arbeitsplatz kompatibel sind. Wer sich an seinem Arbeitsplatz wertgschätzt fühlt, für den sind Loyalität und Einsatz keine Fremdwörter.


Foto: C* - entdeckt in Krems, NÖ, an einer Hausmauer

 
 
 

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2 Kommentare


stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
vor 4 Tagen

Ich habe mal als Headhunter in einer Personal- und Managementberatung gearbeitet. Dort habe ich mich das erste Mal in meinem Leben beworben - als Beamtin bin ich bis dahin nicht in die Verlegenheit gekommern - und fand es total spannend, wie unorthodox sie mich interviewt haben.

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C*
C*
vor 3 Tagen
Antwort an

Headhunter - ein spannender Arbeitsbereich, davon bin ich überzeugt.

Hatte selbst mal mit einer sehr unorthodoxen Headhunterin zu tun, die einen überaus positiven Eindruck bei mir hinterlassen hat. Personalbereitstellungsfirmen im Allgemeinen habe ich leider eher in schlechter Erinnerung - ein Erlebnis habe ich hier ja auch schon mal erzählt.

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Danke für Deine Rückmeldung, über die ich…

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