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Keine Modediagnose

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit





















Ich bin seit sechsunddreißig Jahren berufstätig und war in meinen Aufgabengebieten immer erfolgreich und selbstbewusst, handlungsstark und weitblickend.

Nun möchte ich damit klarkommen, dass sich in den letzten Jahren einiges in meinem Leben ziemlich radikal verändert hat, auf das ich jedoch keinen unmittelbaren Einfluss habe. Ich versuche derzeit, wieder Boden unter den Füßen zu erlangen, was, wie ich weiß, auch viel Geduld mit mir selbst verlangt. Am schwersten ist für mich momentan, zu akzeptieren, dass mich mein Gedächtnis immer wieder im Stich lässt und dass meine Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt ist.

Ich hatte sehr früh den Verdacht, dass meine psychischen und physischen Beschwerden mit den Wechseljahren einhergehen, was sich in mehreren Untersuchungen auch bestätigte. Ich setze mich also damit auseinander, was mir helfen kann, mich in meiner Haut wieder wohler zu fühlen. Immer wieder kommt mir in den Sinn, dass diese für viele Frauen so herausfordernde Zeit in der Berufswelt kaum thematisiert wird - und genau das halte ich für eine Notwendigkeit.

Rund ein Drittel der Frauen erleben ihre Wechseljahre ohne Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel sind die Symptome der Wechseljahre so leicht, dass diese Frauen keine Behandlung wünschen. Ein Drittel allerdings erlebt diese Zeit als eine Phase, in der ihre Lebensqualität deutlich gemindert ist und auch individuelle medizinische Maßnahmen notwendig macht.


Dieses Thema ist bei weitem kein rein weibliches, es hat auch starken Einfluss auf die gesamte Volkswirtschaft: Nicht wenige Frauen fühlen sich ihrem Beruf nicht mehr gewachsen, überlegen, zu kündigen oder ihre Arbeitszeit zu kürzen. Gerade letzteres hat allerdings auch Auswirkungen auf die Pension.

Es ist höchste Zeit, dass Unternehmen dieses Thema ernst nehmen und ihre Unternehmenskultur entsprechend gestalten.

Eine offene und unterstützende Unternehmenskultur ist der Schlüssel, um jene Frauen, die unter recht unterschiedlichen Beschwerden leiden, in dieser Phase zu stärken. Flexible Arbeitszeiten, Verständnis für gesundheitliche Herausforderungen und gezielte Gesundheitsprogramme sind nur einige Beispiele, wie Unternehmen konkret unterstützen können.


Bei meinen Recherchen bin ich übrigens auf einen Hinweis gestoßen, der mich überrascht hat: Studien haben nämlich gezeigt, dass ein niedriger Östrogenspiegel auch das Hörvermögen verändern kann. Meinem Partner fällt seit geraumer Zeit auf, dass ich beim Fernsehen die Lautstärke immer deutlich höher als er einstelle.

Wenn sich Frauen informieren und offen mit dem Thema Menopause umgehen, können sie besser auf sich selbst achten und gezielt Unterstützung suchen. Ich möchte dazu ermuntern.


Foto: C*

 
 
 

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