Stimmungsvolle Stunden in der Mozartstadt
- C*

- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Jan.

2026 feiert Salzburg den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, der in der so berühmten Getreidegasse geboren wurde.
Jede Menge tolle kulturelle Angebote sind bereits Thema zu diesem denkwürdigen Anlass, man kann hier Einblick nehmen.
Mich lockt natürlich der Weihnachtsmarkt auf dem Dom- und Residenzplatz, der als einer der schönsten und ältesten Märkte dieser Art weltweit gilt. Er allein, so stelle ich mir vor unserem Ausflug vor, ist Grund genug, endlich wieder einmal in diese wundervolle Stadt aufzubrechen. Salzburg wird uns allerdings sehr überraschen.
Wie kann es anders sein, wir fahren mit dem Zug und vom Salzburger Bahnhof ist es nicht weit in die Innenstadt. Zu Fuß kommt man binnen weniger Minuten an einem Park vorbei, in dem drei Nackte stolz ihre Musikinstrumente präsentieren. Musik liegt eben vielerorts in der Luft, so soll das in der Geburtsstadt Mozarts auch sein. Rasch geht es weiter, wir landen im wunderschönen Garten von Schloss Mirabell, dessen Blumenbeete zu meiner Überraschung mit winterharten Blümchen bepflanzt sind. Im schönen Schloss residiert übrigens der Salzburger Bürgermeister. Ganz schön nobel, wie ich meine. Dieses Schloss wurde um 1606 herum von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Wohnsitz für sich und seine Lebensgefährtin Salome Alt, mit der er 15 Kinder hatte, beauftragt. Es versteht sich von selbst, dass diese riesige Familie viel Platz benötigte.
Unser erstes Ziel ist ein Wirt, der sich der traditionellen österreichischen Küche verschrieben hat und ein hervorragendes Gasthaus betreibt, das wir bereits von früheren Besuchen kennen und schätzen. Wir sind bald dran und das ist auch gut so, denn das Lokal ist sehr beliebt. Das verwundert nicht, denn es verlässt nur Schmackhaftes die Küche. Man rühmt sich, ein besonders köstliches Backhendl zu kredenzen; dass dies auch gelingt, kann ich freudig festhalten.
Nach unserem Mittagsmahl geht es in Richtung Kapuzinerberg, den man über viel zu viele Stufen erreichen könnte. Dieser Idee stimme ich allerdings nicht zu, was sich als Glücksfall erweist. Wir befinden uns nämlich nun zu unserer großen Freude in einer sehr hübschen Gasse, die als Linzer Gasse bekannt ist. Die alten Häuser sind sehr gepflegt und äußerst ansehnlich - ich meine, diese Gasse darf ich mit Recht als Schwester der Getreidegasse bezeichnen. Im Unterschied zur Getreidegasse ist es in der Linzer Gasse allerdings wesentlich ruhiger, nicht überlaufen und auch nicht so eng.
Völlig unerwartet landen wir auf einmal vor den Toren eines Friedhofs, von dem wir noch nie gehört haben, dessen Besuch sich allerdings rasch als unser Highlight des Tages herausstellen wird. Auf dem Friedhof Sankt Sebastian sind zahlreiche Adelige beerdigt, was diesen stillen Ort zu einem äußerst kunstvollen Juwel macht. Der mehr als 400 Jahre alte Friedhof ist aus gutem Grunde denkmalgeschützt. Uns überrascht ein prächtiger Arkadengang, der klösterlich anmutet und viele kostbare Grabstätten beherbergt. Neben Wolf Dietrich von Raitenau fanden hier auch viele andere berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte, u. a. Leopold Mozart, der Vater des musikalischen Genies, wie auch Mozarts Witwe Constanze, von Wolfgang Amadeus Mozart zärtlich Stanzerl genannt.

Wunderschön sind auch die Gräber in den Grünflächen angeordnet. Wer sich nach Stille und Schönheit sehnt, wird diesen Ort so wie wir schätzen.

Nach diesem Rundgang, auf dem wir viel Beeindruckendes gesehen haben, freuen wir uns auf eine köstliche Nachspeise. Die passende Konditorei ist rasch gefunden, hier werden mit Begeisterung ein wohlschmeckender Mohnstrudel und des Kaisers Schmarrn geschmaust.
Es ist an der Zeit, uns in Richtung Weihnachtsmarkt zu bewegen. Wir haben es nicht anders erwartet, es herrscht bereits reges Treiben auf den beiden sehr großen Plätzen. Angesichts der Menschenströme nehmen wir uns gar nicht vor, allen Marktständen einen Besuch abzustatten. Ganz sicher findet sich hier auch einiges an Kunsthandwerk, vermutlich mehr als auf vergleichbaren Märkten. Ein Stand hat es mir allerdings angetan, wir drehen noch einmal eine Runde und beraten uns, was wir mitnehmen werden. Ich schaffe es heuer tatsächlich zwei Mal, mich im Advent selbst zu beschenken.
Plötzlich erschallen stimmungsvolle Weihnachtslieder auf dem Domplatz, von einem Chor dargebracht. Chöre gehören auf diesem Markt auch zur Tradition, das gefällt uns sehr.
Dennoch - langsam, aber sicher haben wir genug Weihnachtsmarktluft geschnuppert.
Wir beschließen, unsere Schritte wieder in Richtung Bahnhof zu lenken.
Unser Tag war erfüllt von viel Schönem - Gott sei Dank ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir auf der Heimfahrt eine Stunde ohne Sitzplätze im Zug verbringen werden.
Fotos: C* #Advent #Weihnachten #Kunst #Stille #reisen
Von Schnee ist übrigens in diesen Tagen weit und breit nichts zu sehen, weshalb ich zu meinen Fotos sicherheitshalber notiere, dass wir den 3. Advent in Salzburg verbracht haben ❄️



Das hört sich nach einem wunderbaren Besuch der Mozartstadt Salzburg an und ich freue mich heute schon, wenn wir im Mai einen Tag dort verbringen werden. Ich hoffe, es klappt mit den geplanten Sehenswürdigkeiten so wie wir uns das vorstellen.
Ich werde dann sicher darüber berichten.
Ich wünsche dir nun noch eine schöne geruhsame Adventszeit - einen lieben Gruß von Marita
Danke für deinen Reisebericht, liebe Chris. Ich glaube, ich habe jetzt auch ein bisschen Weihnachtsmarkt-Duft in der Nase. Salzburg scheint eine schöne und interessante Stadt zu sein. Gut, dass ich jetzt ein bissel mehr über sie weiß. Herzliche Grüße, Gudrun
Du machst uns Salzburg so schmackhaft, dass ich da auch gerne einmal hinreisen möchte.
Mal sehen, ob sich das in den nächsten Jahren mal realisieren lässt.
Danke für die schönen Beschreibungen. Auch das Essen scheint besonders lecker zu sein.
Einen lieben Morgengruss, Brigitte
Hört sich nach einem lohnenswerten Ziel an ... Herzliche Morgengrüße
Das ist aber schön, dass du uns auf deine Reise nach Salzburg mitgenommen hast, liebe C Stern! Ich war erst einmal in dieser wunderschönen Stadt und natürlich viiiiiiel zu kurz, um all das sehen und bewundern zu können, was sie zu bieten hat. Dank deiner wunderbaren Beschreibung konnte ich jetzt wenigstens meine Fantasie nähren und mir alles ganz zauberhaft vorstellen.
Ich finde es schön, dass der Park auch im Winter mit Blümchen geschmückt ist. So hätte ich gut Lust, jetzt dort ein wenig zu wandeln. Aber auch die Gässchen, der Berg, aber auch der Weihnachtsmarkt würden mich reizen. Vermutlich würde ich jedoch viel zu schnell flügellahm bei den vielen Eindrücken und Wegen.
Mein Sohn fährt übrigens auch kommendes Wochenende mit…