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Selbstfreundschaft

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 10. März
  • 2 Min. Lesezeit





















Der deutsche Philosoph und Buchautor Wilhelm Schmid (immer wieder auch zu sehen in der Sendung Nachtcafé) hat sich in seinem 2018 erschienen Buch Selbstfreundschaft - wie das Leben leichter wird Gedanken gemacht zu einem Begriff, der seiner Meinung nach nicht gleichgesetzt werden sollte mit dem der Selbstliebe. Diesen Unterschied zwischen Selbstfreundschaft und Selbstliebe habe ich ehrlicherweise noch nie gemacht. Ich bin also offen dafür, über eine Unterscheidung nachzudenken, wenn sie auf sachlichen und nachvollziehbaren Begründungen fußt.

Während die Selbstfreundschaft als kultiviert gilt, könnte eine reichlich gepflegte Selbstliebe zu maßlosem Selbstkult einladen, nach dem Motto: Mein Ich triumphiert und es ist egal, wie es allen anderen dabei geht. Ich überlege, ob ich Menschen kenne, die ich da einordnen würde - und ja, nicht nur bei Personen, die (weltweit) bekannt sind, kann ich kräftig und zustimmend nicken, sondern auch bei einigen, die meine Wege gekreuzt haben bzw. kreuzen. Bei solchen Herrschaften ist dringend Selbstschutz geboten - und der äußert sich bei mir dahingehend, dass ich solchen Individuen, die geradezu maßlos im Sinne ihrer eigenen Interessen agieren, nach Möglichkeit lieber aus dem Weg gehe.

Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass offen zur Schau gestellter Narzissmus auch ein Karrierebooster sein kann. Das erlebt man nicht nur an Personen, die wichtige politische Ämter bekleiden, auch in Unternehmen hat dieses Phänomen längst um sich gegriffen und - das macht mich durchaus fassungslos - ebenso in Berufen, die dem sozialen Bereich zugeordnet werden können.

Eine freundliche Beziehung mit sich selbst kann laut Wilhelm Schmid Basis für ein Selbstvertrauen sein, das Potential hat, von Dauer zu sein. Die Selbstfreundschaft neigt auch weniger zu leidenschaftlichen Übertreibungen, wie Schmid formuliert. Und weiter:

Mit der Selbstfreundschaft wählt ein Ich sich selbst zum Ansatzpunkt für das Bemühen um eine erträglichere Welt, die sich durch mehr humanen Charme und weniger Narzissmus auszeichnet.


Selbstliebe ist zweifelsohne ein oft propagiertes Ziel, wenn es um mentale Gesundheit geht. Tatsächlich geht es allerdings nur in der Selbstfreundschaft auch darum, mit sich selbst eine gute Verbindung einzugehen, zu dieser Ansicht kommt die Ärztin Dr. Frauke Bataille. Weiters formuliert sie: So wie in einer Freundschaft zwischen zwei Menschen kommt auch das Ich in der Selbstfreundschaft vor, während bei der Selbstliebe eine Freundin oder ein Freund primär keine Rolle spielen würde.

Wer ein durchaus aufschlussreiches Interview lesen möchte, kann dies hier tun.


Foto: C*

 
 
 

4 Kommentare


Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
13. März

Das ist ein guter, weiser Gedanke, den man befolgen sollte. 🙂

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C*
C*
13. März
Antwort an

Es ist sehr wichtig, etwas Zeit mit sich selbst zu verbringen. Wer das nicht mehr schafft, gefährdet das eigene Wohlbefinden.

Auch ein Reflektieren hat seinen Wert 🍀


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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
11. März

Den Philosophen Wilhelm Schmid kenne ich auch von den "Nachtcafés" im Fernsehen und schätze seine Ansichten und Äusserungen sehr.

Ja, ich denke auch, dass Selbstliebe und Selbstfreundschaft zwei sehr unterschiedliche "Geschwister" sind.

Danke für diesen erhellenden Post und lieben Heutegruss, Brigitte

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C*
C*
11. März
Antwort an

Liebe Brigitte,

da ich inzwischen schon einiges über Unterscheidungen gelesen habe, haben sich mir die Unterschiede sehr gut erschlossen. Es ist eben doch keine Wortklauberei.

In aller Selbstfreundschaft habe ich heute meine Bedürfnisse nach meinem Eingriff im Krankenhaus angenommen und auch geäußert - und mich für den heutigen Tag im Rehabetrieb entschuldigt. Noch vor wenigen Wochen wäre mir das sehr schwergefallen, immer pflichtbewusst, wie ich bin.

Herzliche Grüße in die Schweiz, C Stern

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