top of page

Schäfchen zählen

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 15. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit



Neulich, als mir Somnus wieder einmal keine Aufmerksamkeit schenken wollte, lag ich einige Stunden wach. Meine Augenlider wurden einfach nicht schwer, sie schlossen sich nicht. Sollte ich etwa Schäfchen zählen?

Es heißt, dass Hirten, die keine menschliche Gesellschaft haben, abends ihre Schafherde zählen – darüber sollen sie dann einschlafen.

Es waren keine sorgenvollen Überlegungen, die sich in der Dunkelheit an mich herangemacht haben, vielmehr ergab sich ganz ungezwungen ein gar buntes Potpourri an Gedanken und Fragen. Neben Überlegungen darüber, was ich schon lange nicht mehr gekocht habe, kamen mir aber auch bedeutsamere Themen des Lebens in den Sinn.


Gibt es eine große Liebe?

Große Liebe - kann Liebe an ihrer Größe gemessen werden?

Romantische Konzepte neigen dazu, die große Liebe als ultimativen Gipfel menschlicher Erfahrung zu verherrlichen. Doch im Gegensatz zur Verliebtheit ist Liebe nicht lautes Tosen, sondern ein leiser, beständiger Fluss.

Liebe zeigt sich im Vertrauen, an wechselseitiger Anerkennung und Unterstützung wie auch am Gemeinsamen, das beständig wächst. Liebe äußert sich nicht in dramatischen Gesten, sondern in der Freiheit, authentisch zu sein.

Liebe ist ein Raum, in dem Wertschätzung immer eine Brücke zwischen zwei Menschen ist. Aus zwei wird eins und bleibt doch zwei - gemeinsam, zusammen und dennoch frei, so die Worte in einer Hochzeitsanzeige.

Liebe ist nicht immer wie ein Schiff auf ruhiger See, doch sie wird auch nach Um- und Irrwegen immer einen Hafen finden. Liebe erfährt die Gezeiten im Meer des Lebens, sie wird sich davon aber nicht irritieren lassen.

Während die Gedanken munter weiterflossen, mal hierhin und mal dorthin, blickte ich um vier Uhr morgens zuletzt auf mein Handy. Irgendwann ließ sich Somnus doch noch herbei, mich mit seinen Armen zu umfangen und so schloss ich für etwa zwei Stunden meine Augen.


Ich gehöre übrigens zu jenen Menschen, die snoozen. Das bedeutet, dass sich Menschen morgens sozusagen etappenweise vom Wecker oder Handy wecken lassen. Die erste Weckzeit wird also so eingestellt, dass man das Bett noch nicht verlassen muss: Ach, nur noch ein paar Minütchen, so starte ich gerne in den Tag. Mangels Wecker drücke ich also die Snooze-Taste auf meinem Handy - und dies nicht nur einmal. Dieses etappenweise Erwachen soll übrigens nicht gesund sein, darauf weisen Expert*innen hin. Weiters raten sie dazu, immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und zur gleichen Zeit aufzustehen. Der Vorteil: Der Körper weiß auf diese Weise genau, wann er das Schlafhormon Melatonin produzieren muss – und wir werden rechtzeitig müde. Klingt völlig logisch.


Foto: Pixabay, Tom - analogicus

 
 
 

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen

14 Kommentare


Anette
Anette
18. Apr.

Schlaflosigkeit kenne ich nicht. Noch nicht. Ich konnte schon immer gut schlafen. Die wahre Liebe? Ich war zweimal verheiratet. Beide Männer starben viel zu früh. Seit einigen Jahren lebe ich wieder mit einem Mann zusammen. Jedes Zusammenleben war anders. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, die große Liebe zu erfahren. Liebe wächst, entwickelt sich langsam. Aber sie ist nicht einzigartig.

Viele Grüße Anette

Gefällt mir
C*
C*
18. Apr.
Antwort an

Was für ein Segen, gut schlafen zu können! Meistens gelingt es mir auch wieder, aber es gibt eben diese Nächte, wo es nicht so gut klappt.

Mit drei Männern so gute Erfahrungen gemacht zu haben oder zu machen, ist äußerst bemerkenswert. Ein viel zu früher Tod wohl immer sehr schmerzvoll. Ich empfinde es ebenfalls so, dass sich eine Liebe langsam entwickelt - und vor allem günstigerweise ständig. Ich fühle mich ebenfalls gesegnet.

Herzliche Grüße, C Stern

Gefällt mir

Mano Ka
Mano Ka
18. Apr.

von schlaflosigkeit kann ich ganze opernarien singen... aber im alter geht man gelassener damit um. man kann sich am tage einen mittagsschlaf gönnen, hat morgens meist keine termine mehr.

sich über die liebe in der nacht gedanken zu machen finde ich doch wesentlich schöner als an ärgerliches zu denken. mir fällt dazu immer wieder das lied von connie francis "die liebe ist ein seltsames spiel..." ein :))!

liebe grüße von mano

Gefällt mir
C*
C*
18. Apr.
Antwort an

Bei Schlaflosigkeit ist es sicherlich von Vorteil, wenn man morgens keine Termine mehr hat. Wenn man so kreativ wie Du ist, vermute ich einmal, gehen Dir da vielleicht auch künstlerische Ideen durch den Kopf.

Ich habe übrigens nicht absichtlich über die Liebe nachgedacht - der Gedanke einer "großen" Liebe fiel mir einfach zu. Und ab diesem Zufall wurde es interessant, was an Gedanken folgte. Definitiv, lieber denke ich über ein schönes Thema nach, als meinen Kopf in viele belastende Fragezeichen zu zwängen. Ein Hoch auf Connie Francis' so bekanntes Lied - diese Melodie habe ich jetzt im Kopf 😉

Liebe Grüße und ein feines Wochenende für Dich!

Gefällt mir

Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
17. Apr.

Jedenfalls sind Dir während der Schlaflosigkeit gute Gedanken zur Liebe eingefallen. 😃

Als ich noch berufstätig war, fiel es mir auch schwer, morgens aufzustehen, doch der Wecker klingelte für mich nur einmal. 😊

Gefällt mir
C*
C*
17. Apr.
Antwort an

Danke 😀

Wenn ich meinen Arbeitsplatz besonders gern betrete, fällt mir das Aufstehen weniger schwer, so eine meiner Erfahrungen.

Das Arbeitsumfeld ist mir sehr wichtig, es gab einige Jahre, da bin ich nur so in die Arbeit "geflogen" - vor lauter Begeisterung und jugendlichem Elan ... 😉

Gefällt mir

andreaobi
17. Apr.

Ein- und Durchschlafen ist schon lange ein Problem für mich. Mal klappt es besser, mal schlechter, mal gar nicht. Liegt wohl am Essen, den Gedanken oder anderen Spielverderbern, die nachts einfach keine Ruhe geben wollen. Der Unterschied zu früher, dass ich mich nicht mehr ganz so verrückt mache deswegen, bin ja in Rente.


Thema "Große Liebe" ... ich meine, sie erlebt zu haben. Gegenseitige Wertschätzung, oh ja, ich denke auch, ohne das ist es keine Liebe. Es ist wie mit vielen Dingen, was Menschen dafür halten, muss es noch nicht sein.


Hab einen schönen Frühlingstag, liebe C Stern,

viele liebe Grüße,

Andrea

Gefällt mir
C*
C*
17. Apr.
Antwort an

Für mich ist das Ein- und Durchschlafen erst in meinen Wechseljahren ein Thema geworden. Und vor zwei Jahren auf so drastische Art und Weise, dass ich mich ins Krankenhaus begeben habe. Es gehört dieses Thema leider häufig zu den erlebten Wechseljahren dazu.

Eine erlebte Liebe ist nicht nur ein großes Geschenk, sondern wohl auch ein bewusstes respektvolles Handeln in so vielem.


Ein feines Frühlingswochenende wünsche ich Dir, liebe Andrea!

Gefällt mir

Jutta Urbat
Jutta Urbat
16. Apr.

Das mit dem Einschlafen ist bei mir auch oft ein Problem. Wahrscheinlich liegt es einfach auch daran, dass man früh nicht mehr so zeitg aufstehen muss und auch nicht mehr so viel Schlaf braucht. Schäfchen zählen - soviel Schäfchen gibt es gar nicht.😂

Liebe Grüße

Jutta

Gefällt mir
C*
C*
16. Apr.
Antwort an

Ich hatte Jahre, da kam ich recht gut mit relativ wenig Schlaf zurecht. Ich bin eigentlich eine Nachteule - und ich war damals untertags immer voller Energie. Inzwischen brauche ich vor allem mehr Ruhe - und bin dankbar, wenn ich aus den Nachbarswohnungen nichts höre.

Herzliche Abendgrüße nach Berlin!

Gefällt mir
bottom of page