Lichtgestalten
- C*

- 23. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

In unserem Leben begegnen uns immer wieder Lichtgestalten – jene besonderen Freund*innen und Begleiter*innen, die uns auf leichten und auch auf unwegsamen Wegen begleiten. Sie sind wie Engel auf Erden, in ihrer Gegenwart fühlen wir uns getragen und gestärkt. Solche Persönlichkeiten zeichnen sich durch ein tiefes Verständnis aus. Sie hören uns zu, ohne zu urteilen, und schenken uns Zuneigung, wenn wir sie am meisten brauchen.
Eine geschätzte liebe Bloggerkollegin hat in einem Beitrag über menschliche Engel in ihrem Leben berichtet. Das lässt mich über solche Lichtgestalten in meinem Leben nachdenken. Da gibt es nämlich einige.
Meine ersten irdischen Engel waren sicherlich meine Großeltern, meine Tante und mein Onkel. Bei ihnen erlebte ich unvergessliche Ferientage voller Liebe, voller Lachen und voller Abenteuer. Wie oft ich in diese Kindheitserinnerungen eintauche! Diesen Erinnerungen ist eine Zeitreise gewidmet.
Später wurden besonders Freundschaften wichtig, aber auch ins Berufsleben habe ich erste Schritte gesetzt. Meine erste Chefin war eine wichtige Ansprechpartnerin für mich, sie stand vor allem hinter mir, als mein Vater einen unmöglichen Auftritt in der Firma, in der ich mit soviel Freude meine Arbeit verrichtet habe, hingelegt hat. Sein Versuch, mich bei meiner damaligen Chefin schlechtzumachen, ging voll nach hinten los. Er konnte ja nicht ahnen, dass ein Mitarbeiter meines Vaters ein enger Bekannter meiner Chefin war. Von diesem guten Freund ihres Mannes hatte sie schon einiges über meinen Vater zu hören bekommen; der Auftritt meines Vaters, der andere Menschen oft schikanierte, passte genau in ihr Bild. Ich habe viel Unterstützung und Wertschätzung an diesem ersten Arbeitsplatz erfahren.
Eine Lichtgestalt sollte auch eine weitere Chefin werden, diese lernte ich vor etwas mehr als zwanzig Jahren kennen. Sowohl beruflich, aber auch privat hatten wir eine sehr vertrauensvolle Verbindung, die auch über die gemeinsamen Arbeitsjahre hinausreichte. Vor einigen Jahren erkrankte dieser kostbare Mensch schwer und starb auch an den Folgen der Erkrankung, es war ein harter Schlag für mich.
Überhaupt gibt es auch aus den ersten Berufsjahren Menschen, ehemalige Kolleg*innen, mit denen mich heute noch tiefe und gute Gespräche verbinden. Sie gehören zu meinem Freundeskreis, auf diese Menschen kann ich immer zählen - wie ich umgekehrt auch regen Anteil an den Leben meiner Freund*innen nehme.
Ich fühle besonders mit einem Menschen aus diesem Kreis eine Seelenverwandtschaft, die äußerst kostbar und unverzichtbar für mich ist.
Einen speziellen Platz in meinem Leben nimmt ein befreundetes Ehepaar ein, das mich in meiner dunkelsten Zeit im Jahr 2024 mit unfassbar viel Liebe und Großzügigkeit in seinem Heim aufgenommen hat. Aufgrund meiner Schlaflosigkeit entwickelte ich damals auch eine massive Angststörung, ich konnte nicht mehr allein sein. Leider verstarb meine so gütige Freundin an ihrer schweren Krankheit heuer im Jänner.
Engel auf Erden sind wohl gefragt wie nie zuvor. In einer Welt voller Herausforderungen, in der die Anforderungen ständig wachsen, ist es allerdings besonders wichtig, auf sich selbst zu achten.
Ganz speziellen Engeln auf Erden habe ich meine Aufmerksamkeit in meinem Beitrag Besondere Momente gewidmet.
Foto: C*
Never Fly Too High - Um Himmels Willen Ikarus, Christine Wawrinek
Oktober 2021, Botanischer Garten, Linz



Ja, ohne unsere Engel auf Erden würde es uns viel schlechter gehen. Auch ich habe und hatte solche Menschen in meinem Leben und bin ihnen dankbar dafür, dass sie für mich da waren oder immer noch sind.
Liebe C Stern,
zu diesem wunderbaren Beitrag fällt mir folgendes Gedicht ein:
Nicht auf Flügeln der Winde schweben die Engel daher.
Sie gehen auf irdischen Füßen und manchmal seufzen sie schwer.
Sie tragen gewöhnliche Namen und Gesichter wie unsereins.
Von göttlichen Herrschaftszeichen tragen sie keins.
Willst einen Engel du sehen, blick zur Seite nur:
Wo Menschen sich verströmen, triffst du der Engel Spur.
Vielleicht bist du selber einer, durch den Gott zu Menschen spricht,
gehst deinen Weg zwischen ihnen segnend und weißt es nicht.
Herzliche Grüße
Traudi
Liebe C Stern, es freut mich sehr, dass du das Thema auch aufgegriffen hast. Das sollte man viel öfter tun, diese Lichtgestalten hätten es verdient. Der Mensch neigt leider dazu, eher über das Düstere und die dunklen Gestalten in seinem Leben zu reden. Zu schwer wog oder wiegt halt die Last, die man deretwegen mit sich herumträgt. Was du z.B. von deinem Vater schreibst, klingt so unfassbar schlimm. Meiner war auch nicht fehlerfrei und hat Schaden angerichtet, weil er nicht erkannte, dass ich hochsensibel bin. Aber er hatte auch seine gute Seiten, die es mir später leichter gemacht haben, das andere nicht mehr so belastend zu sehen.
Es ist so traurig, wenn uns diese Engel verlassen. Aber an manchen Tagen…
Für mich war mein "Oppa" diese Lichtgestalt. Für ihn war ich richtig, bei ihm durfte ich sein, wie ich war. Wie wichtig diese Referenzerfahrung für mich gewesen ist, habe ich erst als Erwachsene verstanden, nach einer langdauernden toxischen ersten Ehe. Ich selbst habe ehrenamtlich auf der Gynäkologie eines hiesiegen Krankenhauses gearbeitet. Dort hat mir mal eine Patientin gesagt: Sie schickt der Himmel ... Also nicht vergessen oder verdrängen, dass man sicher auch für den ein oder anderen eine Lichtgestalt ist. Herzliche Grüße, hab einen lichten Tag🎈