Ein mutiges Herz
- C*

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Unsere Freundin, die zufrieden war mit ihrem Leben, die glücklich war mit allen getroffenen Lebensentscheidungen und die viel geliebt, gelacht und geholfen hat, hat ihre Augen für immer geschlossen.
Die Nachricht hat mich mit voller Wucht getroffen, obwohl ich nicht unvorbereitet war. Wohl schon seit mindestens zwei Jahren wühlte der Krebs durch ihren Körper, ohne dass sie zunächst davon wusste. Seit etwa eineinhalb Jahren kannte unsere Freundin den Befund, sofort wurden wir eingebunden. Sie hat ihrer Krankheit seit dieser Zeit mutig die Stirn geboten, hat nie mit ihrem Schicksal gehadert, blieb bis zuletzt zuversichtlich und psychisch außergewöhnlich stark, obwohl weitere schwerwiegende gesundheitliche Probleme auftauchten.
Unsere Freundin war ein Mensch, der im Rückblick auf ein von vielen Menschen begleitetes Leben nichts bereute. Dem Begriff Familie hat sie eine sehr großzügige Bedeutung gegeben und auf diese Weise viele Menschen an ihr riesiges Herz gedrückt. Liebe war in so vielen Ausdrucksformen ihr Treibstoff für ihr glücklich gelebtes Leben.
Im Winter und im Frühjahr 2024, als ich in meiner Notlage von meinen liebevollen Freunden mit offenen Armen aufgenommen wurde, wussten wir noch nicht, was noch folgen sollte. Wir haben über Wochen viele innige Gespräche geführt. Während ihr Mann in der Arbeit war, haben wir Frauen zusammen das Frühstück eingenommen, gekocht, Karten gelegt, wir waren miteinander spazieren und einkaufen. Auf manchen Wegen sind uns Menschen begegnet, die sie gekannt hat. Dabei habe ich stets ein lautes und freudiges "Hallo!", manchmal eine herzliche gegenseitige Umarmung und jedenfalls viel Gesprächsstoff erlebt. Auch mit ihrem Optimismus und ihrem Humor hat diese so großzügige Frau die Herzen ihrer Mitmenschen gewärmt. Niemals habe ich aus ihrem Mund ein schlechtes Wort über einen anderen Menschen gehört. Güte, Verständnis, Offenheit und Wertschätzung unserer lieben Freundin waren oft Balsam und Halt für mich.
Ein mutiges Herz hat aufgehört, zu schlagen. Am Ende war der Tod eine gnädige Erlösung. Unsere Trauer ist groß, unsere Dankbarkeit noch größer.



Liebe C*, ich umarme dich ganz fest! Solch ein Verlust ist schwer zu tragen... es gibt einfach manche Menschen, die man am liebsten IMMER in seinem Leben haben möchte. Vielleicht tröstet es dich, dass deine Freundin erstens tatsächlich immer in deinem Leben bleiben wird, auch wenn du sie nicht mehr wie früher treffen kannst, und dass sie zweitens genau dise Art von Leben geführt hat, die ihr selbst das Abschiednehmen leichter gemacht hat: Wer gelebt und geliebt und gegeben und gelacht hat, hat nichts Großartiges versäumt auf dieser Welt... Das ist vermutlich das beste Leben, das ein Mensch führen kann... Dennoch, es ist kaum zu ertragen, das verstehe ich gut ❤️🧡💛
Herzliche Wintergrüße ❄️☃️, Traude
https://rostrose.blogspot.com/2026/01/reisebericht-2025-vogelbegegnungen.html
Leise, berührende Worte und eine tiefe Verbundenheit lese ich aus deinen Worten. Es scheint manchmal nicht nachvollziehbar, mit welcher Kraft Menschen ihr Schicksal meistern - auch wenn das Unvermeidbare stärker ist.
Es ist doch ein großer Trost, viel Zeit und Liebe mit dieser Freundin gehabt zu haben. Etwas das nie gehen wird.
Nachdenkliche - und liebevolle Grüße zu dir!
Erika
Liebe C Stern, eine wunderbare, sehr zu Herzen gehende Homage hast du einer Freundin gewidmet. Du warst für sie zu Lebzeiten auch da, das ist so viel wert, das ist für einen kranken Menschen unbezahlbar. Ihr alle, die ihr um sie ward, habt ihr das Leben schöner gemacht in all ihrer Leidenszeit.
Ich umarme dich mal gedanklich ganz fest. Du wirst deine Freundin immer in dir tragen...
Ganz lieb, Edith
Es tut mir so leid, liebe C Stern, fühl Dich mal ganz lieb in den Arm genommen!
Das ist ein großer Verlust, wenn man eine so liebe Freundin verliert. Es tut so weh und es ist so unbegreiflich, wenn ein Mensch viel zu früh gehen muss, der noch so viel vor hatte im Leben, der es auszufüllen wusste, andere glücklich gemacht und bereichert hat durch seine Art und Ideen und Herzlichkeit.
Die Erinnerungen kann Dir niemand nehmen. In ihnen lebt sie weiter. Und wer weiß, vielleicht hast du ja auch dieses gewisse Gespür, das Dir immer wieder einmal ein Zeichen sendet.
Ganz liebe Grüße,
Andrea
Mein Vater ist 2008 verstorben. Die letzten 10 Jahre habe ich mit ihm allein zusammengelebt und wir haben alles gemeinsam gemacht. Als es im Frühjahr 2008 sich abzeichnete, dass es wohl zu Ende gehen würde, habe ich den Gedanken lange Zeit verdrängt. Ich musste mich auch einfach um zu viele Dinge kümmern.
Als er dann nicht mehr war, tröstete mich die Gewissheit, dass es so schnell gegangen war und er nicht so lange leiden musste und ihm der Aufenthalt auf einer Pflegestation erspart geblieben ist.
Fehlen tut er mir bis heute, auch wenn der Schmerz nicht mehr so groß ist.
Liebe Grüße
Jutta