top of page

Hands-on-Mentalität

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 10 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Im Rahmen meiner beruflichen Rehabilitation bin ich inzwischen im Berufsorientierungsabschitt angekommen. Nun beschäftige ich mich damit, meinen Lebenslauf an einigen Stellen zu aktualisieren, ich recherchiere Praktikumsmöglichkeiten und lese Stellenausschreibungen.


Ich verfüge über Unterlagen, die mich in diesem Zeitraum bestmöglich unterstützen sollen und wir erarbeiten einiges auch gemeinsam in einer kleinen Gruppe.

Einige Unterlagen sollen dazu dienen, sich selbst in bestimmten Situationen einzuschätzen, Stichwort Selbstbild. Grundsätzlich kann ich meine Stärken (und Schwächen) sehr gut einschätzen. Im Moment erlebe ich meine Gedächtnisprobleme noch als gravierend. Ich bin immer mit Stift und Auftragsbuch unterwegs, um Aufgaben zu notieren. Was meine Merkfähigkeit betrifft, stelle ich Unterschiedliches fest. Aufträge, die an mich herangetragen werden, muss ich notieren. Ich interessiere mich zwar sehr dafür, will sie auch bestmöglich bearbeiten, aber mein Kopf lässt mich immer noch im Stich, manchmal auch ziemlich kräftig. Was ich als Routineaufgaben erledige, funktioniert gut. Ich mache täglich meine To-Do-Liste, diese ist unerlässlich: Ich brauche einen roten Faden, der mich durch meine Aufgaben navigiert, die von verschiedenen Seiten an mich herangetragen werden. Ich soll in diesem Zusammenhang auch lernen, darauf zu achten, wenn es denn zuviel auf einmal wird. Allerdings fällt es mir noch immer schwer, mich diesbezüglich bemerkbar zu machen. Alte Glaubenssätze sind noch wirksam (Geht nicht gibt's nicht! - einer davon) - was muss eigentlich noch alles passieren, um diese endgültig aufzulösen? Manchmal bin ich durchaus unwirsch zu mir selbst.

Teilweise fehlt mir auch immer noch ein Überblick für die Umsetzung neuer Aufgaben, aber es wird besser. Strukturen zu schaffen braucht oftmals Zeit. Jetzt habe ich diese in einem gewissen Rahmen noch zur Verfügung - aber auf dem ersten Arbeitsmarkt werden händeringend Mitarbeiter*innen gesucht, die stressresistent und flexibel sind und gelassen in herausfordernden Situationen agieren. Grundsätzlich wird auch eine Hands-on-Mentalität erwartet. Anpacken lautet die Aufforderung von Arbeitgeber*innen, sie ist einfach nur englisch verpackt. Umgekehrt frage ich mich - gilt heute bei Unternehmer*innen noch eine echte Handschlagqualität? Scheint jedenfalls schon sehr selten der Fall zu sein; junge Menschen, die einen Job suchen, kennen diesen Begriff vermutlich gar nicht mehr.


Jedenfalls ist mir klar, wie Rahmenbedingungen gestaltet sein müssen, damit ich mich an meinem Arbeitsplatz wohlfühle. Ich weiß über mich, dass ich in keinem Großraumbüro arbeiten kann. Ich brauche Ruhe, damit ich mich konzentrieren kann. Zudem ist mir ein sauberer und ordentlicher Arbeitsplatz wichtig, Chaos macht mich nicht nur unzufrieden, sondern bedeutet leider für einen Menschen wie mich auch jede Menge Ablenkung. Außerdem wünsche ich mir flache Hierarchien und menschenfreundliche Kolleg*innen und Chefitäten. Ich weiß ein gutes Betriebsklima sowie ein faires Gehalt sehr zu schätzen.

Zuviel erhofft? Ich bin gespannt.

 
 
 

2 Kommentare


stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
vor 8 Stunden

Solche Arbeitsplätze gibt es mit Sicherheit. Wünsche dir, dass du deine Vorstellungen umsetzen kannst. Liebe Grüße

Gefällt mir
C*
C*
vor 14 Minuten
Antwort an

Definitiv, es gibt sie - einmal hat es ja auch schon über ein paar Jahre mit so einem Arbeitsplatz bestens geklappt. Meine damalige Chefin hatte diese Handschlagqualität. Leider war sie schon einige Jahre vor ihrer Pensionierung in einem heftigen Burnout. Sie musste mit ihren Überzeugungen auch oft gegen den Strom schwimmen - und das war eines Tages einfach zuviel, ein schleichender Prozess.

Vielen Dank für Deine positive Energie, herzliche Grüße nach Speckhorn

Gefällt mir
bottom of page