top of page

Gedanken zum Weltfrauentag am 8.März

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Haben wir Frauen tatsächlich soviel zu lachen?


Ein Blick in die Welt von jungen Menschen bringt Ernüchterndes zutage. Die Anzahl an jungen Männern, die Frauen am liebsten in althergebrachte Rollenbilder pressen möchten, steigt wieder an. Eine aktuelle Studie, die anlässlich des Internationalen Frauentags in 29 Ländern durchgeführt wurde, zeigt, dass fast ein Drittel der jungen Männer der Meinung ist, dass Frauen den Männern zu gehorchen haben.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos in Zusammenarbeit mit dem britischen King’s College vertraten Männer der Generation Z*) in allen Ländern vergleichsweise rückwärtsgewandte Auffassungen.

31 Prozent der jungen Männer sind der Meinung, dass eine Ehefrau ihrem Mann immer gehorchen sollte, ein Drittel meint, dass Ehemänner bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort haben sollten. Immerhin 18 Prozent der Frauen in der gleichen Altersgruppe sind ebenfalls der Meinung, dass sie dem Mann gehorchen sollten. (Quelle: ORF - mit weiteren interessanten Einblicken zum Thema.)

Sogenannte Hausfrauen-Influencerinnen (Tradewives) treten vermehrt in sozialen Medien an, um für ihre Lebensweise zu werben. Was manchen vielleicht nicht klar ist: Diese Frauen leben privilegiert. Auch, wenn sie den Anschein geben, sich freiwillig hinter den Herd zu stellen und dem Ehemann den Rücken für seine Karriere freizuhalten, sind das keine Frauen, die demütig ihren Mund halten. Diese Tradewives sind materiell abgesichert, auch bei Scheidung wird ihnen keine Armut drohen. Sie spielen ein gefährliches Spiel auf dem Rücken von Millionen von Frauen und nehmen bewusst in Kauf, dass sich die Gesellschaft wieder zurückentwickelt.


Die Rolle der Männer im Feminismus zeigt sich ambivalent - sie reicht von Männern, die sich als Feministen verstehen, bis zur offenen Frauenverachtung im Netz. Ebenfalls ein lesenswerter Artikel hier.


Gleichfalls aufschlussreich: Eine Untersuchung von Studierenden der Medizinischen Universität Innsbruck hat den Unterschied bei Reanimationen zwischen den Geschlechtern unter die Lupe genommen. Dabei wurden internationale Studien bestätigt, die eine schlechtere Wiederbelebung von Frauen im Vergleich zu Männern zeigten. (Quelle: ORF)

Eine Umsetzung von geschlechtersensibler Medizin ist dringend erforderlich.


*) Gen Z, zwischen 1996 und 2012 geboren, also die erste Generation, die vollständig im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist.

 
 
 

5 Kommentare


Annette Mertens
Annette Mertens
vor 2 Stunden

Hallo liebe C Stern, danke für diesen Beitrag. Gestern Abend lief eine interessante und sehr gut zu diesem Thema passender, hilfreicher Beitrag bei "Aspekte" aus der Sicht der Männer:


https://www.zdf.de/video/reportagen/aspekte-106/maennerbilder-krise-patriarchat-orientierung-maennerrollen-100


Schönes Wochenende und liebe Grüße

Annette


Gefällt mir

Edith Hornau
Edith Hornau
vor 2 Stunden

Du wirst vielleicht jetzt darüber lachen, wenn ich schreibe, dass ich zu DDR-Zeiten mal ehrenamtlich Gleichstellungsbeauftragte war.

Doch, dass die Frau am Herd zu stehen hat, dem Mann den Rücken frei hält damit, das gab es damals nicht. Frauen hatten genau so ihren Achtstundentag auf der Arbeit wie Männer.

Ich frag mich manchmal wie ich das überhaupt geschafft habe - Arbeiten gehen, Daheim gings weiter und an den Wochenenden noch Stadtführungen ... das war für mich Leistung!

Ich konnte nach der Wende gar nicht begreifen, dass so viele Frauen im Westen nie gearbeitet haben. Sicher hat der Mann genug verdient.

Heute nimmt das wieder zu, ja, dein Beitrag trifft ins Schwarze. Es ist einfach niederträchtig und beschämend, dass Frauen als…

Gefällt mir
C*
C*
vor 2 Stunden
Antwort an

Liebe Edith,

Dein ehemaliges Ehrenamt unterstreicht jedenfalls, dass Dir Frauenanliegen wichtig waren und sind.

Mir ist bekannt, dass es in der DDR üblich war, dass auch Frauen im Berufsleben standen. Als ich in die Volksschule gegangen bin, fiel mir auf, dass viele Mütter zuhause waren. Einige Schulkamerad*innen hatten Mütter, die einer bezahlten Tätigkeit nachgingen, allerdings wurden sie eher mitleidig belächelt (weil sie als Reinigungskraft oder Schneiderin gearbeitet haben). Eine Familie, die vom Mann des Hauses ernährt werden konnte, stand damals tatsächlich höher im Ansehen ... Meine Mutter wäre so gerne wieder in ihren Beruf zurückgekehrt, aber mein Vater hat ihr das über Jahrzehnte verboten. Unglaublich, da krampft sich mein Herz zusammen. Sie hat es geliebt, Krankenschwester zu sein, da fand…

Gefällt mir

Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
vor 4 Stunden

Danke, C Stern, für diesen engagierten und aufschlussreichen Blog-Artikel.

Es ist in der Tat beschämend, wie wenig weit die Gleichstellung der Geschlechter bisher gekommen ist. Zu feiern gibt es da sehr wenig, zu tun umso mehr!

Einen herzlichen Gruss zu dir,

Brigitte

Gefällt mir
C*
C*
vor 3 Stunden
Antwort an

Es ist auch in höchstem Maße beschämend, dass sich Frauen zu Handlangerinnen für das Patriarchat machen.

Deinem Resümee schließe ich mich überzeugt an - es gibt wenig zu feiern, aber viel zu tun. Vor allem in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen, denn hier wird die Basis für viele Werte gelegt.

Herzliche Grüße und meine besten Wünsche für einen herrlichen Tag, C Stern

Bearbeitet
Gefällt mir
bottom of page