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Frauenleben

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 21. März
  • 3 Min. Lesezeit



In der vergangenen Woche habe ich die sehr erleichternde Nachricht erhalten, dass mein Kalkherd in der Brust als gutartig eingestuft werden konnte. Um zu Untersuchungsmaterial zu gelangen, musste ich eine Stanzbiopsie (wie schon einmal vor mehr als zwei Jahren) vornehmen lassen. Es ist keine angenehme Untersuchung, aber die einzige effektive Möglichkeit, um Gewissheit zu erlangen.

Nach dieser Biopsie galt es, eine Woche Wartezeit gut zu verbringen. Meine mich so treu begleitende Intuition*) war ganz klar und unausgesetzt vernehmbar, trotzdem steuerte mein Kopf immer wieder einmal vor der Befundbesprechung dagegen.

Groß war unser Aufatmen nach der positiven Nachricht und so hatten wir auch Appetit auf ein Mittagessen. Im Lokal angekommen, trafen wir dort zufällig eine ehemalige Arbeitskollegin. Wie sich herausstellte, war sie ebenfalls im Krankenhaus, auch bei ihr wurde eine Biopsie vorgenommen: Es muss leider eine Operation folgen.

Die entnommene Gewebeprobe weist zwar noch nicht auf einen Tumor hin, wurde allerdings derart eingestuft, dass sich ein Tumor entwickeln kann. Zum Glück braucht meine ehemalige Kollegin danach keine Chemotherapie oder Bestrahlung. Sehr belastend ist ihre Situation auch deswegen, weil sie ohnehin an einer Depression leidet, die sie in einen bereits länger andauernden Krankenstand gezwungen hat. Mir tut besonders leid, dass es keinen Partner an ihrer Seite gibt, der sie durch diese aufreibende Zeit begleitet. Meine Vermutung ist ebenso, dass es meiner ehemaligen Kollegin an Freund*innen mangelt.

Eine weitere Nachricht hat mich in der vergangenen Woche aufhorchen lassen. Wieder einmal ist möglicherweise ein Wicht enttarnt - ein Mann, der die eigene Frau mit Fakebildern auf grausamste und erniedrigenste Weise im Internet zur Schau gestellt haben soll. Es geht um den Schauspieler Christian Ulmen. Was er über Jahre gegen seine Ex-Frau Collien Fernandes betrieben haben soll, wäre ganz klar als Verbrechen einzustufen und stellt auch ein Handeln dar, dass zudem eine äußerst große seelische Belastung ist. Die Rechtslage für digitale Gewalt ist in Deutschland anscheinend nicht ausreichend genug und wenig übersichtlich. Collien Fernandes hat Strafanzeige in Spanien erstattet, wo ja einige Jahre der gemeinsame Lebensmittelpunkt war. Hier ist ist die Gesetzeslage laut Medien deutlicher erfasst.

Die dem Schauspieler zur Last gelegten Handlungen fallen unter den Begriff "digitalisierte sexuelle Gewalt." Die inzwischen bekannten Details machen unzählige Menschen fassungslos - die Solidarität mit Collien Fernandes ist riesig und kommt aus allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen. Obwohl der Schauspieler gegenüber seiner Ex-Frau seine jahrelangen Taten laut ihren Worten letztendlich zugegeben haben soll, gilt aus rechtlicher Sicht derzeit die Unschuldsvermutung. Über einen Anwalt hat Ulmen zwischenzeitig vermelden lassen, dass die mediale Darstellung unwahr sei.

In Interviews zeigte sich Ulmen gerne als Vorkämpfer für Frauenrechte – „als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat“, wie er gegenüber Zeitungen angab. Wer mehr darüber wissen will, ich verlinke zu jenem ORF-Artikel, auf den ich gestern aufmerksam wurde. Es ist harter Stoff, soviel möchte ich dazu vorab vermerken.


Im ORF ist vor zwei Wochen eine Bombe geplatzt, die zum geforderten Rücktritt des Generaldirektors führte. Die Angelegenheit ist so delikat wie auch für den ORF selbst eine äußerst unerfreuliche. Eine ORF-Mitarbeiterin wirft dem zurückgetretenen Generaldirektor Weißmann vor, dass er sie wiederholt zu einer sexuellen Beziehung gedrängt haben soll. Dazu gibt es anscheinend (glaubhaftes?) Bildmaterial von Chats, das auch die Mitglieder des ORF-Stiftungsrates beschäftigt hat, mit recht unterschiedlichen Einschätzungen dazu. Der Fall bleibt nebulos, es sind Anwälte am Werk, und die Aussagen der Mitarbeiterin auf der einen und von Weißmann auf der anderen Seite sind natürlich gegenteilig.

Was auch immer vorgefallen ist, es soll genauestens und transparent geprüft werden. Der ORF steckt in einer tiefen Krise und das gerade in einem so wichtigen Jahr. Die Generaldirektion wäre sowieso regulär zur Bewerbung ausgeschrieben worden, nun wird intensiv darauf hingewiesen, dass Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht sind.

Der Song Contest steht vor der Tür, der ORF ist auch in dieser Hinsicht sehr gefordert. Ohnehin ist bekannt, dass gespart werden muss, andererseits will man Wien und Österreich bestens präsentieren und dazu hat man sich sicherlich einiges einfallen lassen. Bekanntlich bleiben einige Länder dem ESC fern, weil sich auch ein israelischer Künstler um einen Platz fürs Finale bemühen wird. Die Sicherheitslage ist auch aus diesem Grund derzeit bereits als sensibel eingestuft.

Ich gehöre zu den Song Contest-Fans und hoffe, dass er zu einer tollen Erfahrung für sämtliche Künstler*innen wird. Musik ist eine Sprache, die Völker verbinden kann und auf der ganzen Welt verstanden wird, weshalb ich es sehr bedaure, dass einige Länder ihre Teilnahme abgesagt haben.


*) beschrieben in meinem Beitrag Das Lied der Seele 





Archiv-Foto: C*- Frauenschuh einmal anders

 
 
 

6 Kommentare


Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
29. März

Schön, dass du erleichtert aufatmen konntest. Ein Stein vom Herzen …

Alles Liebe weiterhin! 🌹

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C*
C*
29. März
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Liebe Rosa, Herzensdank❣️

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stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
22. März

Gut, dass keine OP notwendig ist. Das ist sicher eine Erleichterung. Mich macht das, was ich da gelesen habe, genauso fassungslos wie das, was Gisèle Pelicot durch ihren Mann widerfahren ist. Was ist nur mit den Menschen los? Genieße dennoch deinen Sonntag.

Liebe Grüße

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C*
C*
23. März
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Ja, ich bin sehr erleichtert, dass der Befund gutartig ist -

und gleichzeitig geht es aufregend weiter. Ich habe heute stundenlang mit meinem Vater auf einige Untersuchungen in der Notfallambulanz gewartet. Es ist erschütternd, wie sehr krankgespart wird im Gesundheitsbereich. Reiche Länder wie Deutschland und Österreich wissen nicht mehr, wie das System finanziert werden soll.


Was ist nur mit den Menschen los? - Exakt diese Frage stelle ich mir auch. Manche sind einfach nur Bestien, einen anderen Ausdruck kann ich nicht für solche Verbrechen finden. Dieses Rechtssystem scheint manchmal Täter mehr als Opfer zu schützen. Ich bin froh, dass es mutige und auch prominente Frauen gibt, die sich an die Öffentlichkeit trauen - nur so kann etwas erreicht werden. Erst…


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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
21. März

Wie schön für dich, dieser gesundheitlich positive und wohl total erleichternde Befund.

Das freut mich sehr für dich. Die Sache mit Frau Fernandes habe ich auch mitbekommen und bin erschüttert, was Menschen einander antun können, die sich einmal geliebt haben.

Solche Übergriffe im Netz sind erbärmlich und durch nichts zu entschuldigen.


Einen lieben Gruss, Brigitte


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C*
C*
21. März
Antwort an

Liebe Brigitte,

vielen Dank für Dein Mitfreuen 🌷

Mich macht es so wütend, was Mädchen und Frauen weltweit angetan wird. Ich bin auch ganz stark dafür, dass die Scham die Seite wechseln muss. Es gibt so viele Männer, die für so ein Verhalten auch überhaupt keine Entschuldigung kennen und die an der Seite von Frauen stehen, denen so etwas angetan wird. Wenn man bedenkt, dass Ulmen selbst zu diesen Männern zählen wollte - und sich auch so verkauft hat ...

Sehr nachdenkliche Grüße, C Stern


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