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Eurovision Song Contest

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 18. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit



In wenigen Wochen ist es also soweit: Wien wird am 16. Mai das Finale des 70. Eurovision Song Contest ausrichten, die beiden Halbfinale finden am 12. bzw. 14. Mai statt.

Der ORF hat gleich nach JJ's Sieg damit begonnen, sich um die Ausrichtung des ESC zu kümmern. Zu dieser Zeit konnte noch niemand ahnen, dass der ORF auf eine schwierige Zeit zusteuern würde. Dass ein ungebührliches (aber nicht strafrechtlich relevantes) Verhalten des ehemaligen Generaldirektors gegenüber einer Mitarbeiterin und darauffolgende Reaktionen einiger Mitglieder des ORF-Stiftungsrates so große Schlagzeilen machen würden, ließ sich nicht voraussehen. Immerhin hat sich der ehemalige Generaldirektor Weißmann ganz entschieden dafür eingesetzt, dass kein Land aus Protest gegen die Teilnahme Israels dem ESC fernbleiben solle. Ich sehe das auch so - darum bedaure ich sehr, dass Irland, Island, Slowenien, Spanien und die Niederlande ihre Teilnahme abgesagt haben.

Der Eurovision Song Contest ist eine tolle Veranstaltung, in deren Mittelpunkt künstlerische Darbietungen stehen sollten. Dass der ESC bedauerlicherweise immer stärker auch von politischen Auseinandersetzungen beeinflusst wird, das war gerade in den letzten Jahren u. a. ganz deutlich bei der Punktevergabe zu erkennen.

Solche Entwicklungen finde ich sehr befremdlich, denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Musik eine Sprache ist, die für eine Verständigung zwischen Menschen geradezu prädestiniert ist.


In der Welt der Klassik gibt es ein bekanntes Beispiel eines völkerverbindenden Orchesters, das eine fruchtbare Zusammenarbeit unter Begründer und Dirigent Daniel Barenboim zum Ziel hat. Das West-Eastern Divan Orchestra besteht seit 1999 und bringt israelische und arabische Musiker*innen zusammen:

Der einzige politische Aspekt der Arbeit des West-Eastern Divan Orchestras ist die Überzeugung, dass es keine militärische Lösung des Nahost-Konflikts geben kann und dass die Schicksale von Israelis und Palästinensern untrennbar miteinander verbunden sind. Musik allein kann selbstverständlich nicht den arabisch-israelischen Konflikt lösen. Jedoch gibt sie dem Einzelnen das Recht und die Verpflichtung, sich vollständig auszudrücken und dabei dem Nachbarn Gehör zu schenken. (Darstellung der Ziele des West-Eastern Diwan Orchestras: Programmheft des Konzerts der Salzburger Festspiele am 22. August 2014)


 
 
 

6 Kommentare


gudrunebert
18. Apr.

Das West-Eastern Divan Orchestra und David Barenboim leisten eine hervorragende Arbeit. Leicht ist es durchaus nicht immer, aber sie verfolgen ein wichtiges Ziel. Gerade jetzt ist das wie ein Lichtblick. Vom ESC habe ich kaum etwas mitbekommen, weil er mich seit Jahren nicht mehr interessiert. Ich finde es nicht gut, wie sich die Welt verändert hat. Sportler, Künstler, Sänger, Musiker auszuschließen macht es nicht besser. Im Gegenteil, weil es weiter trennt. Herzliche Grüße an dich.

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C*
C*
19. Apr.
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Ich finde, liebe Gudrun, man muss speziell in die jungen Menschen investieren - und gerade diese jungen Menschen sind im Orchester angesprochen. Frieden muss vor allem an der Basis der Menschheit zum Thema gemacht werden, da kann neues Denken eher wachsen.

Du sprichst die Welt der Sportler an - auch dort auszuschließen, zeugt meiner Einschätzung nach nicht unbedingt von Weitsicht der Verbände. Ich sehe es wie Du.

Herzliche Grüße und einen frühlingshaften Sonntag 🌷

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Jutta Urbat
Jutta Urbat
18. Apr.

Abgesehen mal davon, dass mich solche Wettbewerbe schon lang nicht mehr interessieren - weil es auch einfach nicht mehr meine Musik ist - ist das wirklich ein schwieriges Problem. Wobei es sicher auch für die Veranstalter nicht einfach ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

Liebe Wochenendgrüße

Jutta

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C*
C*
18. Apr.
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Es sind definitiv keine leichten Entscheidungen - denn dadurch, dass Israel teilnimmt, müssen die Sicherheitsvorkehrungen ganz besonders verschärft werden. Diese sind so streng wie nie zuvor, da leider eine gewisse Terrorgefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Das ganze Drumherum hält mich auch davon ab, einen Tag während der ESC-Zeit in Wien zu verbringen.

Musikrichtungen haben sich verändert, Chansons sind meist kaum mehr zu hören, nur noch selten. Trotzdem folge ich dem Bewerb sehr gerne und würde es begrüßen, wenn es letztendlich doch ein tolles musikalisches Fest für alle Teilnehmenden wird.

Herzliche Grüße nach Berlin, hab ein nettes Frühlingswochenende, C Stern

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
18. Apr.

Oh ja, Musik und Lieder sollten die Menschen vereinen und nicht trennen.

Politik hat bei einem solchen Event meines Erachtens keinen Platz.

Einen lieben Gruss, Brigitte


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C*
C*
18. Apr.
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Ich sehe keinen Sinn darin, Menschen von musikalischen Veranstaltungen auszuschließen, nur, weil sie zufällig in einem Land geboren wurden, dessen Führung Schreckliches zu verantworten hat.

Von Künstler*innen laute Kritik gegen kriegsführende Machthaber zu erwarten, ist aus meiner Sicht ebenfalls schwierig. Man darf nie vergessen, dass diese Menschen häufig Familienangehörige in diesen Ländern haben, die aufgrund von Kritik mit brutalen Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Schade, ich bin ganz klar für Völkerverbindendes.

Ich sende Dir liebe Grüße und wünsche Dir ein schönes Wochenende! C Stern

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