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Eurovision Song Contest

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



In wenigen Wochen ist es also soweit: Wien wird am 16. Mai das Finale des 70. Eurovision Song Contest ausrichten, die beiden Halbfinale finden am 12. bzw. 14. Mai statt.

Der ORF hat gleich nach JJ's Sieg damit begonnen, sich um die Ausrichtung des ESC zu kümmern. Zu dieser Zeit konnte noch niemand ahnen, dass der ORF auf eine schwierige Zeit zusteuern würde. Dass ein ungebührliches (aber nicht strafrechtlich relevantes) Verhalten des ehemaligen Generaldirektors gegenüber einer Mitarbeiterin und darauffolgende Reaktionen einiger Mitglieder des ORF-Stiftungsrates so große Schlagzeilen machen würden, ließ sich nicht voraussehen. Immerhin hat sich der ehemalige Generaldirektor Weißmann ganz entschieden dafür eingesetzt, dass kein Land aus Protest gegen die Teilnahme Israels dem ESC fernbleiben solle. Ich sehe das auch so - darum bedaure ich sehr, dass Irland, Island, Slowenien, Spanien und die Niederlande ihre Teilnahme abgesagt haben.

Der Eurovision Song Contest ist eine tolle Veranstaltung, in deren Mittelpunkt künstlerische Darbietungen stehen sollten. Dass der ESC bedauerlicherweise immer stärker auch von politischen Auseinandersetzungen beeinflusst wird, das war gerade in den letzten Jahren u. a. ganz deutlich bei der Punktevergabe zu erkennen.

Solche Entwicklungen finde ich sehr befremdlich, denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Musik eine Sprache ist, die für eine Verständigung zwischen Menschen geradezu prädestiniert ist.


In der Welt der Klassik gibt es ein bekanntes Beispiel eines völkerverbindenden Orchesters, das eine fruchtbare Zusammenarbeit unter Begründer und Dirigent Daniel Barenboim zum Ziel hat. Das West-Eastern Divan Orchestra besteht seit 1999 und bringt israelische und arabische Musiker*innen zusammen:

Der einzige politische Aspekt der Arbeit des West-Eastern Divan Orchestras ist die Überzeugung, dass es keine militärische Lösung des Nahost-Konflikts geben kann und dass die Schicksale von Israelis und Palästinensern untrennbar miteinander verbunden sind. Musik allein kann selbstverständlich nicht den arabisch-israelischen Konflikt lösen. Jedoch gibt sie dem Einzelnen das Recht und die Verpflichtung, sich vollständig auszudrücken und dabei dem Nachbarn Gehör zu schenken. (Darstellung der Ziele des West-Eastern Diwan Orchestras: Programmheft des Konzerts der Salzburger Festspiele am 22. August 2014)


 
 
 

2 Kommentare


Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
vor 2 Stunden

Oh ja, Musik und Lieder sollten die Menschen vereinen und nicht trennen.

Politik hat bei einem solchen Event meines Erachtens keinen Platz.

Einen lieben Gruss, Brigitte


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C*
C*
vor 6 Minuten
Antwort an

Ich sehe keinen Sinn darin, Menschen von musikalischen Veranstaltungen auszuschließen, nur, weil sie zufällig in einem Land geboren wurden, dessen Führung Schreckliches zu verantworten hat.

Von Künstler*innen laute Kritik gegen kriegsführende Machthaber zu erwarten, ist aus meiner Sicht ebenfalls schwierig. Man darf nie vergessen, dass diese Menschen häufig Familienangehörige in diesen Ländern haben, die aufgrund von Kritik mit brutalen Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Schade, ich bin ganz klar für Völkerverbindendes.

Ich sende Dir liebe Grüße und wünsche Dir ein schönes Wochenende! C Stern

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