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Ein Traum - Eine Vision - Ein Ziel

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit



Als junges Mädchen, jedenfalls noch vor Eintritt in die Pubertät, habe ich schon davon geträumt, einen Indianer zu heiraten. Man kann sich nun denken, da könnte Literatur eine Rolle gespielt haben. Ich gebe unumwunden zu, dass mich Winnetou einst in seinen Bann gezogen hat. Und jedes Mal, wenn ich seine Sterbeszene sah, hat mich das bittere Tränen gekostet.

Nun ja, einen Indianer habe ich gefunden, mein Herzensmann trägt seine Haare lang und ist auch ein Mensch, der eng mit der Natur lebt - insofern ist der wesentlichste Teil meines Traumes in Erfüllung gegangen. Der zweite Teil - das mit dem Heiraten - hat nicht geklappt. Wird es ziemlich sicher auch nicht mehr. Mein Indianer meint nämlich, dass man in unserem Alter einfach nicht mehr heiratet. Nicht weiter tragisch für mich, weil ich weiß, dass er ein sehr loyaler Mensch ist, der mir in allen Lebenslagen und auch in vielen schwierigen Momenten immer zur Seite stand und steht. Auf meinen Indianer ist Verlass.


Vor einigen Tagen hat mich in einer Gruppe von Menschen die Frage beschäftigt, ob ein Traum gleichgesetzt werden kann mit einem Ziel. Die Ansichten dazu waren sehr persönliche und auch recht vielfältig.

Jemand meinte, ein Traum sei gleichzeitig ein Ziel. Mit dieser Ansicht haben sich manche in der Runde schwergetan. Inwieweit hier zwei Begriffe und ihre Definitionen unterschiedlich dargelegt werden, kann natürlich auch diskutiert werden. Wenn allerdings ein Ziel in einem Mitarbeitergespräch definiert werden soll, muss es klar und nach bestimmten Kriterien definiert sein. Ein Ziel unterscheidet sich gerade in diesem Zusammenhang ganz klar von einem Traum.

Zu träumen bedeutet, sich völlig frei in Gedanken bewegen zu können.

Der Begriff Traum fällt im Zusammenhang mit Beruf durchaus dann des öfteren, wenn beispielsweise Künstler*innen interviewt werden. Da hört oder liest man davon, dass schon als Kind immer davon geträumt wurde, einmal Schauspieler*in, Tänzer*in, Musiker*in, ... zu sein. Ein derart intensiver und lange gehegter Traum war bei diesen Beispielen durchaus ein sehr kräftiges Saatkorn, diesen geträumten Beruf eines Tages auch zu leben und dafür auch beträchtliche Mühen in Kauf zu nehmen. Übrigens, auch Dolly Partons Mädchenträume wurden wahr, obwohl sie als Kind mit elf Geschwistern Armut erlebt hat, wie sie selbst in Interviews erzählte.

Ich habe mich eine Zeitlang sehr intensiv mit Visionsarbeit beschäftigt. Eine Vision kann ein kraftvoller Motor zur Erreichung eines Zieles sein, ich habe es genau so erlebt.


Mir ist klar, Träume und Visionen sowie Ziele nur mit jenen Menschen zu teilen, die mich bekräftigen und auch da sind, wenn ich scheitere. In meinem Fall sind das Menschen, denen ich mich seelisch sehr nahe fühle.

In meinen Träumen gibt es übrigens keinen Raum für Selbstsabotage. Ich lasse einfach jeden wunderbar schillernden und sich gut anfühlenden Gedanken zu. Ob mein Traum realistisch ist oder nicht, möchte ich in diesen Momenten gar nicht beurteilen.

Wenn ein Traum Realität werden soll, ist meiner Erfahrung nach eine kraftvolle Vision der nächste Schritt. Bei einer Vision geht es jedenfalls schon um klare Vorstellungen, damit ein Traum zur Verwirklichung gelangen kann. Und so kann er sich durchaus auch einem Ziel zuwenden.

Ein Buchtipp an dieser Stelle, Marlo Morgan's Traumfänger. Darin geht es um eine Frau, die mit Aborigines durch die Wüste wandert. Das Buch hat auf viele Weisen Schlagzeilen erzeugt, u.a. auch wegen rechtlicher Auseinandersetzungen. Mich hat diese Geschichte immer wieder fasziniert, zeugt sie doch von Menschen, die mit dem Leben fließen. Menschen, die sich bedingungslos umeinander kümmern. Menschen, die Wissende sind. Wissende über die wesentlichen Dinge des Lebens. Ein Wissen, das in unserer angeblich so fortschrittlichen Welt kleingelächelt wird.

Ich bin überzeugt: Eine Auffassung von einem ganzheitlichen Leben in all seinen Dimensionen ist für die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten unerlässlich. Der Klimawandel zeigt uns, dass wir uns den Gegebenheiten dringend annähern müssen, sei es, wie Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, wie sie Wälder kultivieren, wie sie Städte planen. Wir müssen unsere Ernährungsweise den Gegebenheiten anpassen, was vermutlich für viele Menschen auch gesundheitliche Fortschritte mit sich bringt. Wir müssen Verkehrskonzepte entwickeln, die den Individualverkehr immer deutlicher auf das Wesentliche reduzieren. Und so vieles andere muss neu gedacht und ausgeführt werden. Ein jeder Mensch, der klar sieht, was um uns herum passiert, weiß, was zu tun ist.


Bild: Pixabay, "tangjiao990" #Buchtipps

 
 
 

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