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Ein Traum - Eine Vision - Ein Ziel

Autorenbild: C*
C*
28. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Aug.




Als junges Mädchen, jedenfalls noch vor Eintritt in die Pubertät, habe ich schon davon geträumt, einen Indianer zu heiraten. Man kann sich nun denken, da könnte Literatur eine Rolle gespielt haben. Ich gebe unumwunden zu, dass mich Winnetou einst in seinen Bann gezogen hat. Und jedes Mal, wenn ich seine Sterbeszene sah, hat mich das bittere Tränen gekostet.

Nun ja, einen Indianer habe ich gefunden, mein Herzensmann trägt seine Haare lang und ist auch ein Mensch, der eng mit der Natur lebt - insofern ist der wesentlichste Teil meines Traumes in Erfüllung gegangen. Der zweite Teil - das mit dem Heiraten - hat nicht geklappt. Wird es ziemlich sicher auch nicht mehr. Mein Indianer meint nämlich, dass man in unserem Alter einfach nicht mehr heiratet. Nicht weiter tragisch für mich, weil ich weiß, dass er ein sehr loyaler Mensch ist, der mir in allen Lebenslagen und auch in vielen schwierigen Momenten immer zur Seite stand und steht. Auf meinen Indianer ist Verlass.


Vor einigen Tagen hat mich in einer Gruppe von Menschen die Frage beschäftigt, ob ein Traum gleichgesetzt werden kann mit einem Ziel. Die Ansichten dazu waren sehr persönliche und auch recht vielfältig.

Jemand meinte, ein Traum sei gleichzeitig ein Ziel. Mit dieser Ansicht haben sich manche in der Runde schwergetan. Inwieweit hier zwei Begriffe und ihre Definitionen unterschiedlich dargelegt werden, kann natürlich auch diskutiert werden. Wenn allerdings ein Ziel in einem Mitarbeitergespräch definiert werden soll, muss es klar und nach bestimmten Kriterien definiert sein. Ein Ziel unterscheidet sich gerade in diesem Zusammenhang ganz klar von einem Traum.

Zu träumen bedeutet, sich völlig frei in Gedanken bewegen zu können.

Der Begriff Traum fällt im Zusammenhang mit Beruf durchaus dann des öfteren, wenn beispielsweise Künstler*innen interviewt werden. Da hört oder liest man davon, dass schon als Kind immer davon geträumt wurde, einmal Schauspieler*in, Tänzer*in, Musiker*in, ... zu sein. Ein derart intensiver und lange gehegter Traum war bei diesen Beispielen durchaus ein sehr kräftiges Saatkorn, diesen geträumten Beruf eines Tages auch zu leben und dafür beträchtliche Mühen in Kauf zu nehmen. Übrigens, auch Dolly Partons Mädchenträume wurden wahr, obwohl sie als Kind mit elf Geschwistern Armut erlebt hat, wie sie selbst in Interviews erzählte.

Ich habe mich eine Zeitlang sehr intensiv mit Visionsarbeit beschäftigt. Eine Vision kann ein kraftvoller Motor zur Erreichung eines Zieles sein, ich habe es genau so erlebt.


Mir ist klar, Träume und Visionen sowie Ziele nur mit jenen Menschen zu teilen, die mich bekräftigen und auch da sind, wenn ich scheitere. In meinem Fall sind das Menschen, denen ich mich seelisch sehr nahe fühle.

In meinen Träumen gibt es übrigens keinen Raum für Selbstsabotage. Ich lasse einfach jeden wunderbar schillernden und sich gut anfühlenden Gedanken zu. Ob mein Traum realistisch ist oder nicht, möchte ich in diesen Momenten gar nicht beurteilen.

Wenn ein Traum Realität werden soll, ist meiner Erfahrung nach eine kraftvolle Vision der nächste Schritt. Bei einer Vision geht es jedenfalls schon um klare Vorstellungen, damit ein Traum zur Verwirklichung gelangen kann. Und so kann er sich durchaus auch einem Ziel zuwenden.

Ein Buchtipp an dieser Stelle, Marlo Morgan's Traumfänger. Darin geht es um eine Frau, die mit Aborigines durch die Wüste wandert. Das Buch hat auf viele Weisen Schlagzeilen erzeugt, u.a. auch wegen rechtlicher Auseinandersetzungen. Mich hat diese Geschichte immer wieder fasziniert, zeugt sie doch von Menschen, die mit dem Leben fließen. Menschen, die sich bedingungslos umeinander kümmern. Menschen, die Wissende sind. Wissende über die wesentlichen Dinge des Lebens. Ein Wissen, das in unserer angeblich so fortschrittlichen Welt kleingelächelt wird.

Ich bin überzeugt: Eine Auffassung von einem ganzheitlichen Leben in all seinen Dimensionen ist für die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten unerlässlich. Der Klimawandel zeigt uns, dass wir uns den Gegebenheiten dringend annähern müssen, sei es, wie Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, wie sie Wälder kultivieren, wie sie Städte planen. Wir müssen unsere Ernährungsweise den Gegebenheiten anpassen, was vermutlich für viele Menschen auch gesundheitliche Fortschritte mit sich bringt. Wir müssen Verkehrskonzepte entwickeln, die den Individualverkehr immer deutlicher auf das Wesentliche reduzieren. Und so vieles andere muss neu gedacht und ausgeführt werden. Ein jeder Mensch, der klar sieht, was um uns herum passiert, weiß, was zu tun ist.


Bild: Pixabay, "tangjiao990" #Buchtipps

 
 
 

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9 Kommentare


gudrunebert
30. Aug.

Ich habe mich früher viel mit Grafik, Zeichnen u.ä. beschäftigt, habe das auch unterrichtet an einer Berufsschule. Meinen Schülern habe ich immer das Zitat von Walt Disney nahegebracht: „Wenn du davon träumen kannst, dann kannst du es auch machen.“

Er hat sich seinen Traum erfüllt. Mit einem Traum und einer Maus fing alles an, sagte er oft. Als ich bei meiner Tochter in Los Angeles war, bemerkte ich bewundernd, wie locker man damit umging, Träume verwirklichen zu können. Es gab halb so viele Hürden und Hemmnisse wie hier bei uns. Eine Zeit lang dachte ich sogar ans Auswandern, meinte sogar scherzhaft, dass meine Tochter mal schon ihre Garage ausräumen soll. Mit Grafik hatte ich nichts mehr am Hut, aber mit…

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gudrunebert
31. Aug.
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Danke. Auch dir einen guten Start in die neue Woche.


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andreaobi
30. Aug.

Träume hatte ich immer sehr viele, von Kindheit an. Nur wenige davon haben sich erfüllt, von anderen wusste ich von Anbeginn, dass es bei Träumen bleiben wird. Aber allein die Visionen haben mich mit Freude erfüllt.

Übrigens wollte ich schon als Kind immer im Wald leben, mitten im Wald in einem kleinen schnuckeligen Forsthaus. Aber mein Mann sollte auf keinen Fall Jäger sein, nur Beschützer der Natur. Leider lief er mir nicht über den Weg.


Hab einen schönen Sonntag, liebe C Stern,

liebe Grüße, Andrea

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C*
C*
30. Aug.
Antwort an

Liebe Andrea,

Träume können in ihrer Buntheit eine gewisse Würze für unser Leben sein. Diese Ansicht teilen wir wohl 😉 Auch, wenn es nur bei den Träumen bleibt, viele Tagträumereien möchte ich keinesfalls missen. So, wie Du es schreibst, sie können zur Freude beitragen.

Deinen Kindheitstraum kann ich sehr gut nachvollziehen, die Liebe zur Natur hat uns schon sehr früh inspiriert. Und manches Mal weiß es das Leben einfach besser, wenn es uns sozusagen Menschen serviert 😀

Ich wünsche Dir einen traumhaften Sonntag und schicke liebe Grüße, C Stern

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Jutta Urbat
Jutta Urbat
29. Aug.

Ich weiß gar nicht mal, ob ich überhaupt so richtige Träume hatte. Wünsche ja - manche konnte ich mir erfüllen, andere nicht. So wie das Leben eben spielt. Egal wie es ist, am Ende zählt doch nur, ob man im Inneren wirklich zufrieden ist.

Liebe Grüße - Jutta

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C*
C*
30. Aug.
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Du schreibst mir aus dem Herzen, liebe Jutta!

Auf die innere Zufriedenheit kommt es letztendlich an. Und mit einem Lächeln im Gesicht kann man viel Schönes in sein Leben einladen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen traumhaften Sonntag, liebe Grüße nach Berlin

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
29. Aug.

Ein paar Träume lassen sich sicher wie angestrebte Ziele verwirklichen.

Und die übrigen sind schöne Fantasien oder hübsche Hirngespinste, die das Leben auch bereichern können. :--)

Einen lieben Gruss in den wieder hellen Sommertag,

Brigitte

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C*
C*
30. Aug.
Antwort an

Ich glaube, es braucht auch diese Träume, die schöne Fantasien bleiben, ich sehe es wie Du, liebe Brigitte. Und manchmal überrascht einen auch das Leben, dass Erträumtes zur Realität wird, woran man schon gar nicht mehr dachte.

Jedenfalls wünsche ich Dir einen traumhaften Sonntag, liebe Grüße, C Stern

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