Dürnstein - ein Juwel in der Wachau
- C*

- vor 1 Tag
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Dürnstein ist eine wahrhaft pittoreske kleine Stadt im Herzen der Wachau, um die sich einige Mythen ranken.
Dabei kann das Stift Dürnstein mit dem bekannten blau-weißen Kirchturm besonders beeindrucken. Die Ruine Dürnstein, die auf einer Anhöhe inmitten von steilen Weinterrassen über die Geschehnisse der kleinen Stadt wacht, hat einst tatsächlich König Richard Löwenherz beherbergt. Dabei handelte es sich allerdings um keinen freiwilligen Verbleib, sondern um seine Gefangenschaft. Er hatte sich nämlich auf dem Rückweg vom dritten Kreuzzug im Heiligen Land Feinde gemacht, als er den deutschen, kaisertreuen Truppen nichts von der Beute abgeben wollte.
Der bekannteste Mythos der Stadt besagt, dass in Richards Heimat England niemand wusste, wo sich der König aufhielt. Sein getreuer Minnesänger Blondel de Nesle zog deshalb von Burg zu Burg durch das Heilige Römische Reich, um eine Strophe eines besonderen Liedes darzubringen. Dabei erhoffte sich der Getreue, eine Antwort zu erhalten - und diese Antwort konnte nur von Richard Löwenherz stammen, denn nur er kannte dieses Lied. Aus der Ruine Dürnstein ist also die Antwort gekommen und so konnte der König gegen Lösegeld befreit werden.
Der Weg zur Ruine wird mit 20 Minuten angegeben, ganz sicher hat man von dieser Anhöhe aus einen einzigartig schönen Blick auf Dürnstein, so wie auf die Donau und die grünen Weingärten, die in dieser Gegend unendlich scheinen.
Vor die Wahl gestellt, ob wir uns Stift Göttweig ansehen oder die auf unserem Heimweg befindliche Stadt Dürnstein, ist sofort klar, wofür unser Herz schlägt.
Nachdem wir eine gute und interessante Zeit im Karikaturmuseum Krems verbracht haben, heißt es nun Abschied nehmen von Krems - und dies mit großer Freude, hier so bereichernde Stunden verbracht zu haben. Gleich geht es mit dem Auto aus der Stadt hinaus, nur wenige Kilometer trennen uns von Dürnstein, das sowieso auf unserem Weg liegt. Bald treffen wir ein, es muss nur noch die Parkplatzsituation geklärt werden, und schon geht's mit größter Freude auf Entdeckungen. Zu unserer Rechten thront die Ruine Dürnstein, fast meine ich, sie huldvoll auf uns herabnicken zu sehen, jedenfalls heißt sie uns Willkommen - geradeaus leuchtet uns der so bekannte blau-weiße Kirchenturm der Stiftskirche entgegen. Himmel, was für ein Glück - wieder Prachtwetter.
Weingärten schmiegen sich an Häuser - oder wurde so manches Haus etwa in einen Weingarten gebaut? Fast scheint es so, jedenfalls kann ich den Anblick nur als magisch beschreiben - und dementsprechend liege ich mit meiner Begeisterung Herrn Stern in den Ohren. Der ist jedenfalls berührt, mir mit unserem Halt so eine Freude bereiten zu können.

Ich liebe Altstädte, weil für mich nichts in puncto Architektur schöner sein kann als die so aufwendig und kunstvoll gestalteten Häuser aus früheren Jahrhunderten. Da gab es viele Ausführende, die reich an Fantasie und Begabungen waren und soviel Schönheit errichten konnten.

Ein bisschen erinnert mich die schmale Gasse, auf der wir nicht die einzigen Staunenden sind, an Hallstatt. Auch dort schmiegen sich die Häuser ganz unmittelbar an die engen Gassen. Das kann für manche Bewohner*innen natürlich von Nachteil sein, wenn Besucher*innen mangels Respekt auch in private Wohnhäuser eindringen wollen. Mit Lärmentwicklungen sollte man wohl ebenfalls zurechtkommen.
Das Stift Dürnstein zieht uns in seinen Bann, wir betreten Grund und Boden durch ein beeindruckendes Portal, das den Blick auf den schmucken barocken Innenhof freigibt.
Es wird seit einigen Jahren eine Dauerausstellung (Entdeckung des Wertvollen) angeboten, die ich sehr interessant finde, weil mich dieses Thema in vielen Facetten ohnehin reichlich beschäftigt, doch unser Zeitplan erlaubt keinen zu langen Aufenthalt.
Auch orte ich in der Gegend meines Magens eine mäßig verdächtige Unruhe, die mir aufzeigt, dass es Zeit wäre, einen kleinen Imbiss zu mir zu nehmen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit für eine kurze Rast werden wir fündig, das Ambiente im schattigen Innenhof eines Lokals ist einladend und ein Platzerl findet sich ebenfalls. Bei der Getränkeauswahl ist für mich klar, es muss ein Marillensaft aus der Gegend sein, schön spritzig mit Soda aufgespritzt. Ein perfekter Durststiller - und der Nektar schmeckt so bekömmlich, dass es nicht bei einem Glas bleibt. Zum Getränk gesellen sich frittierte Kartoffelstäbchen, die mir als Snack reichen. Nach dieser Einkehr sind wir wieder fitter, langsam müssen wir daran denken, aufzubrechen.
Nicht unterlassen sollte man bei einem Besuch der Stadt einen Blick in den kleinen Friedhof, der schön gelegen ist und von dem aus ebenfalls ein reizvoller Ausblick auf die Ruine möglich ist. Hier ist es ganz still, wir sind die einzigen Besucher. Es gibt reichlich Kreuze aus Schmiedekunst zu sehen, ich bin sehr beeindruckt, aber eben ganz leise. Dieser kleine Ort strahlt viel Würde aus.

Wir fahren nun weiter in Richtung Heimat, es ist inzwischen später Nachmittag geworden. Wir werden noch einen Besuch machen, der mir sehr wichtig ist. Wir wissen, mit offenen Armen erwartet zu werden.
Nach zwei einzigartig erlebnisreichen und so gelungenen Tagen fühle ich große Dankbarkeit. Alles hat bestens geklappt, was können wir uns mehr wünschen?
Auch für eine sichere Heimkehr bin ich immer wieder dankbar - im Leben ist nichts selbstverständlich.



Oh, Dürnstein könnte mir auch gefallen, liebe C Stern.
Und ich finde es auch sehr interessant, was du über Prinz Löwenherz schreibst. Dass er da auch unfreiwillig eingesperrt war, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass er auf Burg Trifels gefangen gehalten wurde, weil er den österreichischen Herzog Leopold V. schwer beleidigt hatte. Jetzt habe ich etwas dazugelernt. Vielleicht sollte ich mich etwas vertiefen, was sein Leben betrifft.
Als ich vor Jahren an der Loire Urlaub machte, besuchte ich auch das Kloster Fontefraud
(https://www.schlossspross.de/schl%C3%B6sser-burgen-kl%C3%B6ster/loire/fontevraud-kloster/)
Dort stand ich an der Grabstätte von Richard Löwenherz.
Danke für den interessanten Beitrag.
Liebe Grüße
Traudi