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Die Eiszeit des Menschen




Im Reich der Eisprinzessin -

Klimawandel einmal anders ...


Einsam in ihrem glitzernden Kleid,

verliert sich die Eisprinzessin in glühendem Neid.

Ein Mensch auf Erden, der lacht, tanzt und singt,

während sie ihre Tage in einer dunklen Höhle verbringt.


Im frostigen Reich regiert der Schmerz,

fest umklammert hält er das erkaltete Herz.

Die Prinzessin sehnt sich nach Sonne, nach zärtlicher Hand,

eingehüllt in frostige Spitze in einem fremden Land.


Sie weint heimlich bittere Tränen,

vielleicht sollt' ich's erwähnen:

Der Weg zurück zu den Menschen ist schwer,

doch die Eisprinzessin ist nicht irgendwer.


Die Lippen stets tollkühn gespitzt,

schon wird das nächste beißende Wort geritzt.

Ihre Nähe sucht niemand mehr,

mit harschen Worten beantwortet sie Gegenwehr.


Wehe dem Menschen, der ihr widerspricht,

er wird degradiert zum kleinen Wicht.

Ihr eisiges Schweigen hallt in der Ferne,

ich suche viel lieber ein Plätzchen in der Wärme.

(C Stern)


Ein paar Menschen, die sich so oder ähnlich verhalten, fallen mir schon ein -

Menschen, die wahnsinnig gerne hart austeilen, aber nicht einstecken können und mit Schweigen bestrafen. Widersprüchlichkeiten finden sich oft in diesen Charakteren.

Das Unglück dieser verhärteten Menschen besteht auch darin, dass sie von anderen das fordern, was sie selbst nicht geben können.

Ich habe mehrfach meine Erfahrungen mit solchen Menschen gemacht, mein Vater beruft sich immer noch gerne auf seine Empathielosigkeit: Diese ist von ihm schon lange zur Ausrede zugespitzt worden; lernen, sich sozial zu verhalten, wollte und konnte er nie.

In einer kurzen Beziehung wurde ich mit Schweigen und Absagen des geplanten gemeinsamen Wochenendes bestraft, wenn ich meine Meinung hatte, die dem Mann nicht passte. Unfaire Kritik wurde reich gespendet, Kritik annehmen war hingegen unmöglich. Dies war in meinem Leben das erste Mal, dass ich klar vernahm, es mit einer hochgradig narzisstischen Person zu tun zu haben. Meine Trennung erfolgte ziemlich rasch, denn so ein Mensch tut mir nicht gut.

Schon die kleinste angebrachte Selbstverteidigung stachelt verhärtete Mensch so auf, dass sie zu kühlen Schweigenden werden. Ich finde es umso problematischer, wenn Kinder solche Vorbilder haben: Wichtig ist es doch, Dinge anzusprechen, zu hinterfragen und nach Möglichkeit den Frieden wiederherzustellen.

Menschen, die zufrieden mit sich und der Welt sind, sind keine Schöpfer von Dramen, in denen kein Frieden gefunden werden kann.

Wir können keinen Frieden in der Welt schaffen, wenn wir ihn nicht in und um uns selbst finden.


Bild: Pixabay, SamMino, AI-generiert, weitere Bearbeitung: C*

6 Kommentare

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6 comentarios


Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
vor 6 Tagen

Wie wahr!

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C*
C*
vor 6 Tagen
Contestando a

Vielen Dank, liebe Rosa!

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Traude Rostrose
Traude Rostrose
26 jun

Liebe C*, ich glaube, dass schon extrem viel Liebe und Leidensfähigkeit dazu gehört, einem eisigen Menschen die Hand zu reichen - und zwar immer wieder zu reichen, denn einmal ist ja wohl nie genug. Ich kann zwar lieben, aber ich habe kein Interesse daran, zu leiden, deshalb habe ich ebenfalls, wenn es mir zu viel wurde, das Weite gesucht. Das ist Selbstschutz und der ist wichtig und da braucht's auch kein Versagensgefühl. In einem Fall habe ich sogar ein paar Nachfolgerinnen kennengelernt, die leidensfähiger waren als ich und die letztendlich alle hart an der Zerbrechensgrenze gelandet sind, ohne dass ihre Liebe Früchte getragen hat. Man kann nur denjenigen helfen, die sich helfen lassen wollen, weil sie erkennen, dass sie endlich…

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C*
C*
27 jun
Contestando a

Stimmt, liebe Traude,

einmal ist nicht genug. Meine Leidensfähigkeit findet mit zunehmendem Alter immer rascher ihre Grenzen - ich erkenne jetzt mehr und mehr, was für mich gut ist und stehe zu meinen Bedürfnissen, wichtig ist dabei, die Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört.

Ich habe erlebt, dass Narzissten dann wieder aktiv in ihre Werbungsphase gingen (immer einhergehend mit materiellen Geschenken), wenn sie gemerkt haben, dass der Absprung schon fast erledigt ist. In dieser Phase darf man sich von ihrem Charme nicht mehr einwickeln lassen, dann schafft man auch die letzten so wichtigen Schritte.

Ja, das Leben ist voller Bereitschaft, uns zu überraschen. Die Hände einfach offenhalten und bereit sein ;-)

Herzliche Grüße, C Stern

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Traude Rostrose
Traude Rostrose
25 jun

Liebe C*,

aus deinem (beeindruckenden) Gedicht glitzert etwas zwischen den Zeilen hindurch, das möglicherweise auch eine Antwort ist. Denn die eiskalte Person, die du schilderst, ist nicht nur grausam, sondern auch einsam, sie hat Sehnsucht und weint bittere Tränen. Ich weiß nicht, ob alle Eisprinzen und -prinzessinnen irgendwo einen weichen, verletzbaren bzw. schwer verletzten Kern in sich tragen, aber ich habe Menschen erlebt, bei denen es so ist. Da schützt das Eis das Kind, das sie einmal waren und das nicht geliebt wurde oder von anderen verletzten Eispersonen zu dem gemacht wurde, was es jetzt ist.

Das soll keine Entschuldigung für diese Personen sein, sondern nur eine Erklärung... denn ich denke, jeder erwachsene Mensch sollte in der Lage sein, sich…

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C*
C*
25 jun
Contestando a

Liebe Traude,

vielen Dank für Deine Sichtweise. Sie ist auch meine Erfahrung / Beobachtung.

Diese Eisprinzessin muss unsäglich oft verletzt worden sein, sodass sie meint, ohne diesen Eispanzer nicht mehr durchs Leben zu kommen. Einerseits soll er schützen, andererseits macht er diese Person noch einsamer - eine Einsamkeit, unter der sie ja leidet.

Die Frage, die ich mir stelle, ist die, ob es an denen ist, die lieben können, die Hand zu reichen? Andererseits - wenn ich an verschiedene Situationen denke - ist es doch auch legitim, sich fernzuhalten. In meinen Erlebnissen mit derartigen Prinzessinnen und Prinzen habe ich immer wieder mit Worten klargemacht, was ich nicht möchte und was ich mir wünsche. Ich habe versucht, aufzuzeigen - und wenn…


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