Compliance
- C*

- vor 9 Stunden
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Compliance scheint derzeit das Reizwort im Österreichischen Rundfunk zu sein.
Heute machte die Kunde die Runde, dass ein weiterer hochrangiger Mitarbeiter des ORF, nämlich Oliver Böhm, mit sofortiger Wirkung beurlaubt ist. Es sei eine Compliance-Untersuchung durch interne und externe Experten eingeleitet worden, heißt es von Seiten des ORF. Anders als im Fall des ehemaligen Generaldirektors Roland Weißmann hüllt man sich nun in Schweigen. Zuerst wird also nun untersucht - dann entscheidet der ORF über nächste Schritte und wird darüber informieren. Zum Schutz aller Beteiligten werde man derzeit keine Details nennen.
Soweit die Neuigkeiten, ich möchte an dieser Stelle auch nicht weiter mutmaßen.
Über die Causa Weißmann ist ja in den letzten Wochen vieles berichtet worden. Wir wissen inzwischen, dass sich der ehemalige Generaldirektor des ORF einer Mitarbeiterin nicht auf eine Weise angenähert hat, worüber ihm rechtliche Verstöße angelastet werden könnten - aber immerhin, er hat sich laut Einschätzungen der Untersuchenden ungebührlich verhalten.
Es dürfte doch zumindest einige Menschen in diesem Land jucken, was da am Wiener Küniglberg so los ist. Meinungen werden ausgetauscht - interessanterweise lese ich auch von Frauen, dass sie die ganze Angelegenheit für übertrieben halten.
Die ganze Sache ist doch recht undurchsichtig - noch immer, wie ich finde. Ich spare mir nähere Details, denn wer mehr darüber wissen möchte, der wird ja dazu in den Weiten des Internets durchaus fündig.
Mir scheint eher interessant, dass es möglicherweise vielen Menschen nicht bewusst ist, dass es bereits in den meisten mittleren und großen Unternehmen üblich ist, Compliance-Kataloge aufzulegen, an die sich alle Mitarbeiter*innen eines Unternehmens zu halten haben.
Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, in einen größeren Betrieb mit internationaler Ausrichtung Einblick zu nehmen. Compliance wird dort dermaßen groß geschrieben, dass - ohne Übertreibung - mindestens einmal im Monat neue Informationen, Hinweise und Testungen auf sämtliche Mitarbeiter*innen zukommen. Immer wieder sind Fallbeispiele zu lösen, die sämtliche Mitarbeiter*innen in Hinblick auf Regelkonformität zu beurteilen haben. Es sind auch eigene Stellen installiert, an die man sich wenden kann, sollte man mit einem Regelverstoß im Unternehmen in Berührung kommen. Die Stimmung in diesem großen Unternehmen ist gefühlt eine eigenartige, glückliche Arbeitnehmer*innen sehen anders aus.
Mir ist klar, dass heutzutage kein Unternehmen darauf verzichten kann, auf Gesetze hinzuweisen, und Richtlinien und ethische Standards einzuführen.
Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade Mitarbeiter*innen in Führungspositionen in selbst verschuldete Bedrängnis geraten, weil sie sich nicht an Richtlinien und ethische Standards halten.
Bild: Pixabay, geralt



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