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Amour fou

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Amour fou – diese Form der Begegnung zweier Menschen lässt Romantik und Verklärung in ein gefährliches Abenteuer ausarten, das auch von ungestillter Sehnsucht und obsessiver Hingabe geprägt ist.

Zwei Menschen, die sich derart heillos ineinander verlieren, sind oft nicht mit sich selbst im Reinen, geplagt von einer Leere, die sie verzweifelt zu füllen versuchen.

So eine Verbindung ist toxisch und beruht auf einem Ideal, das nie ganz greifbar wird, wenn es in weiter Ferne glänzt. Sobald räumliche Nähe zustandekommt, bleibt meist von Glanz und Gloria kaum noch etwas übrig. Statt Erfüllung zeigt sich Schmerz, die Illusion überlagert die Realität, und die Verklärung verhindert einen klaren Blick auf das Gegenüber.


Auf einer verzweifelten Suche nach Erfüllung war ich einst selbst. Der Versuch, einen Menschen zu lieben, der sich selbst nicht liebte und seine Umgebung mit erfolgreichem Schauspiel monatelang manipulierte, scheiterte kläglich.

Ich war gewarnt, meine Intuition gab mir reichlich Hinweise, doch ich war bereits mit hohem Tempo unterwegs, um mich vollends geblendet von Versprechen in die Arme eines in seiner Persönlichkeit sehr gestörten Mannes zu begeben. Das Ringen um emotionale und räumliche Nähe und der Wunsch nach Geborgenheit brachten mit sich, dass ich mich selbst immer mehr aus den Augen verlor. Zuverlässigkeit und Stabilität waren in dieser Beziehung nicht möglich.

Auf diesem Highway der rasanten Liebe knallte ich mit voller Wucht gegen die Wand. Meine Rettung waren mein Wille, möglichst rasch wieder aufzustehen, und mein Verstand, mit dem ich meine Anteile, die mich zu dieser Beziehung verleiteten, analysierte. Im Rückblick kann ich es kaum fassen, wie sehr ich selbst bereit war, mich täuschen zu lassen.


Wir können auch als Lesende solchen Verflechtungen zweier Menschen begegnen, die einander kaum Raum lassen, um frei atmen zu können. Spannend sind solche Geschichten allemal. Eine Lektüre, die ich als sehr aufschlussreich empfand, ist das Buch Die Rose des kleinen Prinzen. Erinnerungen an eine unsterbliche Liebe. Consuelo de Saint-Exupéry schildert darin ihre Jahre mit ihrem rastlosen und sehr unglücklichen Mann, Antoine de Saint-Exupéry.


Foto: Pixabay #DU #Liebe #Buchtipps

 
 
 

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