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Überwältigende Emotionen

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 13. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Feb.




Es gibt Momente, in denen ich von Emotionen so überwältigt bin, dass ich das, was mich bewegt, kaum in Worte fassen kann. Ich habe den Ausdruck ekstatischer Schock im Internet gefunden. Das trifft ziemlich gut, wie es sich anfühlt, wenn mich eine überwältigende Welle der Freude überrollt, wenn ich etwas von großer Schönheit erlebe, so eine Erklärung dazu.


So einen Schock könnte die Schauspielerin Sharon Stone gestern auf dem Wiener Opernball erlebt haben. Sie war nicht zum ersten Mal in Wien, sie ist also den Trubel etwa auch vom Life Ball gewöhnt und sicher auch aus der Zeit, in der sie in Hollywood sehr populär war. Dennoch dürfte sie der gestrige Abend außerordentlich beeindruckt haben, wie sie es auch im ORF-Interview, um Worte ringend, darzulegen versuchte, bevor sie in Tränen ausbrach und sich nicht mehr beruhigen konnte. Besonders von Amerikaner*innen hört man ja immer wieder, dass sie sich auf diesem Ball, wo von den Veranstalter*innen auf soviel Stil und Schönheit geachtet wird, wie in einem einzigartigen Märchen fühlen, das sie zunächst gar nicht als Realität fassen können. Nach einer kurzen Pause im Hotel, wo sich Sharon Stone offensichtlich in einer reizarmen Umgebung wieder fassen konnte, kehrte sie zurück und beobachtete das Ballgeschehen weiter von der Gastgeberloge aus.


Ich erlebe es immer wieder, vor allem, wenn ich in der Natur unterwegs bin oder mich ein Musikstück intensiv beschäftigt, dass ich eine Überwältigung verspüre, die manche Menschen vielleicht gar nicht nachvollziehen können. Ich bin dann so gefangen in diesen tiefen Emotionen und Gefühlen, dass ich mich tatsächlich zurückziehen muss, um all meine Sinneserlebnisse verarbeiten zu können. Obwohl meine Wahrnehmungen so schön und außergewöhnlich sind, muss ich darauf achten, mich damit nicht zu überfordern.

Wenn mich etwas zutiefst berührt, kann das rasch zu Tränen führen. Ich genieße es allerdings sehr, derart tiefe Glücksmomente zu erleben.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass auch traurige Ereignisse außergewöhnlich tief eindringen. Wichtig ist in solchen Zeiten ganz besonders, auf meine Bedürfnisse zu achten, und vor allem auch über das, was mich beschäftigt, mit ausgewählten Menschen zu sprechen.


Innere Regungen von Menschen kann ich immer wieder fühlen, diese Menschen müssen mir nicht einmal persönlich bekannt sein. Manchmal spüre ich ihre Tränen (welche Emotionen sich auch immer ihren Weg nach außen bahnen) bereits, bevor sie in ihren Augen glitzern.

Besonders belastend wird dieses Fühlen dann für mich, wenn ich merke, dass eine Atmosphäre zwischen Menschen vergiftet ist oder dass ein Mensch krank ist.

Ich weiß mich von meinem Feinsinn reich beschenkt wie auch manchmal schwer belastet. Und ich registriere auch, dass es Menschen gibt, die ihre Zweifel daran haben, dass so etwas überhaupt möglich ist.


Foto: C* im Salzkammergut, ein zauberhafter Tag auf dem Feuerkogel #Natur

 
 
 

16 Kommentare


Mano Ka
Mano Ka
20. Feb.

das kenne ich nur zu gut, liebe c stern! besonders bei naturerfahrungen oder in ausstellungen bin ich des öfteren so überwältigt, dass mich das gefühl fast schmerzt und ich erst einmal abstand davon bekommen muss. manche werke von künstler*innen führen mich plötzlich in eine andere welt, die ich zb als kind nie erfahren durfte. naturbegegnungen hingegen durfte ich auch schon in frühster jugend kennenlernen und sie prägen mich noch heute. anblicke eines meeres von buschwindröschen im frühlingswald oder ein sturm an der nordsee führen immer wieder zu mich überwältigenden gefühlsausbrüchen.

dir ganz viele wunderbare momente, stunden und tage!

liebe grüße von mano


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C*
C*
20. Feb.
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Liebe Mano,

ich kenne diesen Kipp-Punkt so gut, wo die Überwältigung schon fast ins Schmerzvolle hineinreicht, da muss ich der Überstimulierung Einhalt gebieten.

Kann Deinen Beispielen sehr gut folgen; was mich beispielsweise auch sehr überwältigen kann, ist das Verhalten von umsorgenden Säugetieren ihrem Nachwuchs gegenüber. Selbstverständlich auch, wie Kinder auf die Welt zugehen, das begeistert mich ebenso.

Ich reagiere bei tiefen Erfahrungen häufig mit großer Müdigkeit oder Erschöpfung und der tiefen Sehnsucht nach Rückzug, um all das Erlebte auf meine Weise nachhallen zu lassen.

Ich wünsche Dir ein wundervolles Wochenende, herzliche Grüße!


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Kleiner Staudengarten
Kleiner Staudengarten
15. Feb.

Ein wunderbares Eingangszitat für deinen gefühlvollen Post.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag mit vielen kleinen Glücksmomenten.

Einen lieben Gruß von Marita

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C*
C*
15. Feb.
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Danke für Deine liebe Rückmeldung, liebe Marita!

Den Nachmittag habe ich bei meiner Mutter in ihrem Seniorenhaus und bei meinem Vater im anderen Seniorenhaus verbracht. Das sind jedenfalls immer wieder emotionale Momente.

Herzliche Grüße, C Stern

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andreaobi
15. Feb.

Oh, liebe C Stern, selbst dein Eintrag berührt mich so tief, dass mir die Tränen kommen. Er könnte von mir sein. Jeder Satz drückt das aus, was auch ich so wahrnehme. Dieses tiefe, überwältigende Empfinden. Himmelhoch jauchzend ... zu Tode betrübt. Ich kann so von Freude überwältigt sein, dass es mich richtig schüttelt. Du verstehst bestimmt, was ich meine.

Ja, die Sharon Stone hat wohl Ähnliches empfunden in dieser Situation, die sie in der Form aus ihrem Leben offensichtlich nicht kannte. Sie schien ganz aus dem Häuschen. Vermutlich musste sie erst einmal was zur Beruhigung nehmen, vermute ich.


Ich wünsche Dir einen schönen, wohlfühligen Sonntag!

Liebe Grüße,

Andrea

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C*
C*
16. Feb.
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🥰 Danke!

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stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
14. Feb.

Ich kann das, was du von dir schreibst, aufgrund eigener ähnlicher Erfahrungen nur bestätigen. In Konzerten z.B. weiß ich, dass Applaus die Form von Anerkennung ist, die allgemein üblich ist. Doch das unmittelbare Klatschen, verbunden mit Begeisterungsrufen sind für mich fast unerträglich, da ich sie wie einen brutalen Einbruch, fast wie eine Zerstörung des gehörten Klangraumes erlebe. Umso dankbarer bin ich, dass einige Dirigenten (z.B. Thomas Hengelbrock) es mittlerweile schaffen, nach dem Verklingen des letzten Tones einen Raum der Stille herzustellen, in dem die Töne Zeit und Raum haben auszuklingen. Wunderbar! Dass Menschen Zweifel haben, kann ich verstehen, inzwischen lasse ich mich allerdings davon nicht mehr beeinflussen. Herzliche Grüße

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C*
C*
14. Feb.
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Vielen Dank für Deine Schilderung, so habe ich das noch nie gesehen. Wenn ich mich allerdings auf so eine Stimmung, wie Du sie schilderst, einlasse, dann kann ich sehr gut nachfühlen, dass ein unmittelbarer Jubel nach den Darbietungen wie eine Zerstörung wirken kann. Selbst habe ich es bei meinen wenigen klassischen Konzerten nie so empfunden, das liegt allerdings wohl auch daran, dass ich nur in solchen Konzerten war, die frenetisch bejubelt wurden - und wo Künstler wie Publikum damit gerechnet haben: Ab den 1990er Jahren tourten die Drei Tenöre durch die Welt, Pavarotti, Domingo und Carreras. Ich habe sie in einem Freiluftkonzert erlebt und da gab es eine Dauerjubelstimmung, vor allem für Pavarotti.

Bei den beiden von mir erlebten Konzerten…

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Edith Hornau
Edith Hornau
14. Feb.

Ich bin ganz nah am Wasser gebaut, wenn mich etwas tief berührt, dann schießen die Tränen ein. Oder ich bin so aufgewühlt, dass ich dies erst einmal nicht mit anderen teilen kann, dann muss ich allein sein.

Du beschreibst dieses Fühlen sehr gut an dir selbst und beobachtet von anderen. Und ich frage mich grad, warum muss ich dies erst einmal ganz für mich durchleben? Ich teile sonst doch gern jede Freude, auch jede Trauer. Emotionen sind dann sicher nicht so steuerbar wie ich es gern möchte.

Und so zeigt es sich halt wieder einmal mehr, wie unterschiedlich Menschen doch reagieren.

Liebe C Stern, dir wünsche ich für heute ganz viele Glücksmomente

mit lieben Grüßen,

Edith

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C*
C*
14. Feb.
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Liebe Edith,

auch, wenn wir Menschen gleiche / ähnliche Emotionen und Gefühle erleben, ist doch der Umgang damit ein sehr persönlicher. Wenn man an Verarbeitungen von Gefühlen und Emotionen etwas ändern möchte, kann eine Veränderung vermutlich in kleinen Schritten beginnen, wie bei einem wachsamen sich Annähern.

Für Dich ist es vermutlich wichtig, erst einmal Dein Fühlen für Dich selbst zu sortieren, ich denke, das gehört zu einem ganz individuellen Sein. Ich selbst bin ja ambivalent. Manches muss ich auch zuerst mit mir selbst klären, anderes muss rascher an die Luft.

Ich wünsche Dir einen Tag voll schöner Möglichkeiten, Deine innere Natur zu leben.

Herzliche Grüße zu Dir, C Stern

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