Vertrauen schaffen
- C*

- vor 13 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Eine aktuelle Studie aus Bern mit über 1.500 Teilnehmer*innen belegt, dass emotionale Ärzt*innen mehr Vertrauen schaffen. Da ich gerade in den letzten Jahren sehr häufig mit Ärzt*innen zu tun hatte, kann ich dieses Ergebnis aus meinen Erfahrungen jedenfalls bekräftigen.
Bis vor wenigen Jahren wurden Ärzt*innen häufig dazu angehalten, bei Untersuchungen und Befundergebnissen möglichst sachlich und emotional zurückhaltend zu bleiben. Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, als Ärzte die Götter in Weiß waren. Fast schon überirdisch schwebten sie in ihren Ordinationen herum, Gespräche auf Augenhöhe waren da regelrecht Ausnahmesituationen. Mit ihren Mitarbeiter*innen waren sie häufig auf Distanz, was auf mich nicht wertschätzend wirkte.
Ihre Ärztesprache war kaum verständlich, da kam schon mal das Gefühl auf, nur ein Fall zu sein. Wenn Diagnosen besprochen wurden, dann knapp und bündig - man ging scheinbar davon aus, dass Patient*innen eher nicht mündig seien.
Erfreulicherweise hat sich in diesem Zusammenhang gerade in den letzten Jahre einiges getan. In den Ausbildungen wird heutzutage darauf geachtet, dass emotionale Kompetenzen gestärkt werden. Ich finde es passend, wenn ein Arzt oder eine Ärztin persönliche Erfahrungen in ein Gespräch einbringt; ganz besonders schätze ich diese Haltung auch in psychotherapeutischen Gesprächen. Zuviel davon könnte durchaus störend wirken, aber das habe ich noch nicht erlebt.
Ich erinnere mich an eine Psychotherapeutin, bei der ich mit etwa dreißig Jahren eine Gesprächstherapie als sehr angenehm empfand, obwohl mir damals so ein Setting alles andere als vertraut war. Ich erzählte klarerweise viel über meine Kindheit und Jugend, die ja ziemlich ereignisreich waren. Zudem hatte ich einmal meine zwei liebsten Fotos aus meiner Kindheit dabei, die mich doch recht mutig und froh in die Welt blickend erscheinen lassen. Lange hat meine damalige Therapeutin meine Fotos betrachtet, sichtlich bewegt. Beim nächsten Termin fischte sie nach unserer Stunde eine langstielige dunkelrote Rose mit einem wunderschönen großen Köpfchen aus einer Vase und überreichte mir diese mit glänzenden Augen und den Worten: Vielleicht ist es nicht professionell, aber ich musste nach unserer letzten Stunde lange an Sie denken.
Diesen Satz habe ich bis heute nicht vergessen und auch nicht das Gefühl, das da in mir warm wurde. Ich fühlte mich gesehen, geschätzt und richtig. Etwas, das in meinem damaligen Leben nicht häufig der Fall war.
Foto: C*



Das ist eine wunderbare Geschichte, die die Studie bekräftigt. Auch mir ist im Laufe der Jahre stark aufgefallen, dass Ärztinnen und Ärzte nahbarer und auch nach aussen hin einfühlsamer geworden sind. Das ist ein gutes Zeichen und dürfte bestimmt positive Auswirkungen haben.
Einen lieben Gruss ins Heute,
Brigitte
Ich habe in meinem Leben ja auch so einiges an Ärzten - männlich und weiblich - und da waren solche und solche dabei. Mit meinem Hautarzt hatte ich allerdings ganz besonderes Glück. Auch der Wechsel zu einem anderen, als er seine Praxis abgegeben hat, konnte besser nicht laufen.
Das ganze Gegenteil dazu war meine Hausärztin, die ich dann ungefähr vor einem Jahr verlassen habe, weil ich endlich einen anderen Arzt gefunden hatte.
Liebe Grüße - Jutta