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Vater sein

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit



Der Wunsch danach, ein Kind zu haben, kann auch bei schwulen Männern zu einem großen Sehnen werden. Für mich total nachvollziehbar, obwohl es noch immer Menschen gibt, die meinen, dass Kinder in Regenbogenfamilien soziale Probleme beim Aufwachsen haben könnten. Ich gehöre zu jenen Menschen, die glauben, dass es bei Eltern weniger auf das Geschlecht von Menschen ankommt, sondern auf die Liebesfähigkeit der jeweiligen Erwachsenen, die sich als Paar fühlen, und auf Werte, die in einer Beziehung, in der Elternschaft und in der Familie geteilt werden.


Die Frage, wie ein prominentes schwules Pärchen mit seiner Sehnsucht nach einer Familie mit einem Kind umgegangen ist, beschäftigt gerade die deutsche Öffentlichkeit.

Als Jens Spahn (CDU) deutscher Gesundheitsminister war, hielt er weiterhin am deutschen Verbot der Leihmutterschaft fest. Nun bekannte er sich dazu, dass er inzwischen zusammen mit seinem Mann (der leibliche Vater des Babys) selbst eine Leihmutter in den USA in Anspruch nahm.

Dass sich das Paar für eine Leihmutterschaft entschieden hat, macht mich aus genau zwei Gründen ziemlich nachdenklich: Ich bin ganz klar nicht dafür, dass Frauen - die meistens finanziell sehr schlecht gestellt sind - mit Geld gelockt werden dürfen, ihren Bauch 40 Wochen lang dafür zur Verfügung stellen, dass dort ein Baby heranreifen kann. Eine Leihmutter hat üblicherweise keine rechtlichen Ansprüche auf das Kind. Bei der Geburt ist sie jedoch rein rechtlich erst einmal die Mutter und muss ihre Rechte an das Kind abtreten.

Es entsteht bei mir der Eindruck, dass im Falle dieses bekannten Paares eindeutig eine tiefe Doppelmoral herrscht. Es ist für mich nicht in Ordnung, ein Gesetz derart zu umgehen.

Ein Politiker, der sich so verhält, ist alles andere als glaubwürdig und darf sich über Rücktrittsforderungen nicht wundern. Ich gehe davon aus, dass Jens Spahn auf alle Fälle als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht mehr zu halten ist, berechtigte Kritik kommt ja auch aus den eigenen Reihen. Positiver Nebeneffekt seines Rücktritts wäre wohl immerhin auch, dass er mehr Zeit für seine Familie hätte.


Ich weiß von gleichgeschlechtlichen Paaren, die Kinder adoptiert haben, oft sind es Kinder aus dem Ausland. Das ist eine Idee, mit der ich etwas anfangen kann. Ich selbst hatte nie das große Bedürfnis, biologische Mutter zu werden. Mit dem richtigen Partner an meiner Seite hätte ich mir allerdings eine Adoption eines Waisenkindes sehr wohl vorstellen können. Wichtig in so einem Zusammenhang finde ich, dass Kindern ihre Herkunft (auch ihre familiäre) niemals verschwiegen werden sollte. Wenn ein Kind wünscht, sein Geburtsland und eventuell auch Verwandte kennenzulernen, ist dieser Wunsch ernstzunehmen und auch zu erfüllen, sofern Möglichkeiten vorhanden sind und keine Sicherheitsbedenken (u.a., weil im Herkunftsland noch immer Krieg und Chaos herrschen) bestehen.


Für lesbische Paare ist die medizinisch unterstützte Fortpflanzung in Österreich übrigens gesetzlich erlaubt. Voraussetzung dafür ist eine offene Samenspende. Der Spender muss seine Identität preisgeben und das Kind hat ab dem 14. Lebensjahr das Recht, die Identität des Samenspenders zu erfahren. Dass es eigene Samenbanken gibt, kommt mir jedoch auch ziemlich schräg daher, da hier wirtschaftliche Interessen dahinterstehen.

Die rechtliche Lage hinsichtlich einer privaten Samenspende im Freundeskreis ist übrigens ziemlich kniffelig - das sollte daher auch mit klarem Kopf reiflich überlegt werden: Ein Spender kann als Vater gelten, da könnte in der Folge auch Unterhaltspflicht ein Thema werden.


Alles in allem ist es für homosexuelle Paare nicht einfach, zu ihren Entscheidungen zu finden. Der Wunsch nach einer Familie mit Kind(ern) ist mir vollends verständlich, die Wege wollen allerdings gut durchdacht werden.


Foto: Pixabay, PublicDomainPictures

 
 
 

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