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Spenden

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit




















In wenigen Wochen wird es in den Auslagen bereits Hinweise auf das umsatzstärkste Fest des Jahres geben. Und aus Anlass von Weihnachten gibt es im Vorfeld in Österreich jedes Jahr eine riesige Spendenaktion, die im ORF übertragen wird.

Seit einigen Jahren sehe ich diese Aktion durchaus kritisch, dies aus mehreren Gründen.

Ich achte beim Spenden schon länger darauf, dass Menschen, die Hilfe brauchen, diese möglichst direkt bekommen und genau in der Form, wie sie gebraucht wird. Große Institutionen auf dem Weg zu Menschen brauche ich dazu nicht.

Eine tolle Möglichkeit ist aus meiner Erfahrung die sogenannte Wichtelchallenge rund um Weihnachten, bei der man sich als Wichtel in Deutschland, Slowenien und Österreich sowie in der Schweiz engagieren kann. Wie die Challenge funktioniert, kann hier nachgelesen werden. Die Spendenseite selbst wird einige Wochen vor Weihnachten freigeschaltet, ich bleibe dran und informiere gerne darüber. Ich habe es erlebt, wie sehr sich Menschen darüber freuen, genau jenes Geschenk von ihrem Wichtel zu erhalten, das sie sich tatsächlich selbst gewünscht haben. Da gehen echte Herzenswünsche in Erfüllung.


Meine Kritik an der riesig aufgeblasenen Spendenaktion, die im ORF live übertragen wird, gilt vor allem diversen Politiker*innen, die gerne an den Spendentelefonen Platz nehmen. Ist es nicht grotesk, dass genau Politiker*innen wie sie selbst den Menschen in Österreich durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen vieles vorenthalten? Nämlich ein faires Einkommen für alle, so wie auch leistbare Wohnungen, eine gute Infrastruktur in der gesundheitlichen Versorgung und in der Pflege von alten wie auch behinderten Menschen, ein funktionierendes Bildungssystem, niveauvolle Kinderbetreuungseinrichtungen, ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz ... - um nur einige der brennendsten Themen zu nennen. Auf all das warten wir immer noch - und dies seit Jahren. Steuern sind genau für diese Bereiche zu verwenden - und nicht für umstrittene Prestigeprojekte, für die jederzeit Geld vorhanden zu sein scheint.

Als Politiker*in im TV-Studio zu sitzen und Menschen am Telefon Geld aus der Tasche zu ziehen, ist meiner Ansicht nach noch lange kein Zeichen von redlichem Mitgefühl. Schließlich bietet sich ja so ganz nebenbei auch die Möglichkeit, das eigene Image wieder mehr auf Vordermann zu bringen - immerhin.

Wie kann es sein, dass Personen, die unsere Steuergelder nicht in unserem Sinne verwenden, in Telefone heucheln? Seit ich da genauer hinblicke, finde ich dieses Spektakel sehr überdenkenswert. Ich teile diese Ansicht mit Kritiker*innen, die öffentlich zur Sprache bringen, dass das Schließen sozialer Lücken Aufgabe des Staates und der öffentlichen Hand sein muss.


Kritik von Behindertenaktivist*innen wurde in den letzten Jahren ebenso laut, nämlich, wie Menschen mit einer Behinderung in die Live-Übertragung "integriert" wurden. / immer noch werden? Ich werde in diesem Jahr darauf achten, das setze ich mir zum Ziel. Die Kritik wird derart zugespitzt, dass auf Mitleid gesetzt werde statt auf Selbstbestimmung. Diesem Punkt kann ich sehr gut folgen, ich sehe das auch so.


Foto: C*

 
 
 

2 Kommentare


Jutta Urbat
Jutta Urbat
vor einer Stunde

Ich bin ehrlich, so kritisch habe ich das bisher nicht gesehen. Wobei ich mir solche Sendungen auch so gut wie nie ansehe. Aber wenn man es genau nimmt, hast du durchaus recht und über das verschleuderte Geld, was für Projekte ausgegeben wird, die kein Mensch braucht, ärgere ich mich natürlich auch.

Liebe Grüße - Jutta

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C*
C*
vor 35 Minuten
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Liebe Jutta,

ich kenne diese von mir beschriebene Sendung seit Jahren. Und ich habe auf diese Weise selbst schon mal gespendet. Durch meine Berührungspunkte mit Meinungsforschung bin ich allerdings hellhörig geworden und haben dann begonnen, intensiver zu recherchieren.

Ich interessiere mich für dieses Thema, bin da auch auf eine weitere Aktion gestoßen, die ebenfalls - aber aus einem anderen Grund - kritisch von mir gesehen wird: Spenden mit christlicher Missionsarbeit zu verbinden, ist aus meiner Sicht fragwürdig, ja sogar unethisch. Auch diese Aktion, die ich nicht beim Namen nennen möchte, unterstütze ich nicht mehr.

Steuern verpflichten zu gelebter Verantwortung und Haltung - beides sehe ich bei unseren "Volksvertreter*innen" kaum. Das geht durch alle Parteien und ärgert mich - ich finde,…

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