top of page

Sonnenlicht für die Seele

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 8 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 16 Minuten




In diesen so heißen Augusttagen will es gut überlegt sein, wohin eine Tagesreise führen soll und vor allem, auf welche Weise man diese antreten möchte. Nicht auszudenken, welche Unannehmlichkeiten man ertragen müsste, wenn man stundenlang in einem schlecht temperierten und vielleicht auch noch überfüllten und lauten Zugabteil säße.

Um nicht allzuviel Zeit in einem Zug zu verbringen, liegt unser Ziel diesmal in Gmunden am Traunsee. Der Parkplatzsituation in Gmunden sollte man gewachsen sein, auch ein Grund, warum wir diesmal den Zug als Verkehrsmittel gewählt haben. Vom Bahnhof Gmunden aus soll uns die Straßenbahn ins Zentrum bringen, was an so einem sehr warmen Tag ebenso nicht verkehrt ist. Auf geht's also mit der Traunseetram, die sehr eng an beeindruckend schönen Villen vorbeifährt. Man sieht hier häufig das typische Schönbrunner Gelb an den Fassaden. In der Stadt werden wir an so manchen Plätzen auf Spuren der Habsburger treffen.

Die hübsche kleine Stadt Gmunden, die auch Tor zum Salzkammergut genannt wird, erfreut sich nicht nur daran, ziemlich bekannt durch seine Keramikmanufaktur zu sein, sie ufert vor allem auch herrlich am Traunsee, dessen charmantes Glitzern im Sonnenlicht uns heute überallhin folgen wird.



Installation auf dem Rathausplatz (Link): La Communication, Kim Simonsson. Im liebevoll gepflegten Kaiser Franz Josef-Park können wir auf Bänken mit Fliesen aus der Gmundner Keramikmanufaktur Platz nehmen.
Installation auf dem Rathausplatz (Link): La Communication, Kim Simonsson. Im liebevoll gepflegten Kaiser Franz Josef-Park können wir auf Bänken mit Fliesen aus der Gmundner Keramikmanufaktur Platz nehmen.

Unsere Besichtigung der Gmundner Keramikmanufaktur liegt einige Jahre zurück, ich kann mich allerdings erinnern, an der Führung Gefallen gefunden zu haben, da wir damals auch vom Handwerk in den Werkstätten einiges mitbekommen haben. Ich besitze zwar keine Gmundner Keramik, weiß einige Kreationen allerdings durchaus zu schätzen. Jedenfalls kann ich eine Führung empfehlen, sofern in der Werkstätte auch gearbeitet wird und diese gleichzeitig besichtigt werden kann. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, vor Ort Geschirr günstiger einzukaufen, was von vielen Menschen genützt wird.


Bekannt könnte auch die TV-Serie Schlosshotel Orth sein, die vor allem im österreichischen wie im deutschen Fernsehen viele Zuseher*innen fand (produziert von 1996 - 2004). Wer etwas für amouröse Verstrickungen unter den Gästen sowie unter Hotel-Mitarbeiter*innen übrig hat, der hat sich mit dieser Serie eventuell wohlgefühlt.

Das Seeschloss Ort, das sich inzwischen ohne "h" schreibt, diente damals als Außenkulisse und ist jedenfalls eine Besichtigung wert. Es befindet sich auf einer kleinen Insel, die mittels einer ca. 120 m langen Holzbrücke mit der Halbinsel Toskana verbunden ist; es bietet in der Realität keinen Hotelbetrieb. Als Hochzeitskulisse wird das Seeschloss oft genützt, ich denke, in diesem Zusammenhang ist es äußerst ratsam, sich bald für einen Termin zu entschließen.

Natürlich ist das Seeschloss Ort unser erstes Ziel. An einem sonnigen Tag wie diesem empfiehlt es sich, mit zuverlässigem Sonnenschutz eingecremt, auf der an Blumen reichen Esplanade zu flanieren. Diese wunderschöne Promenade am Ufer des Traunsees bietet herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge. Der Traunstein nimmt sich dabei aus sicherer Distanz fast harmlos aus ...

Noch sind nicht allzu viele Besucher*innen zum Seeschloss unterwegs und so gönnen wir uns auch eine Rast an exklusiver Stelle. Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Dieser Gedanke begleitet uns heute recht zuverlässig. Freundlich werden wir willkommen geheißen; Freundlichkeit ist bei den Gmundner*innen überhaupt recht gut verteilt, das werden wir wiederholt erfreut feststellen.

Nach einiger Zeit betritt ein älteres Paar die kleine Seeterrasse. Er, ganz feiner älterer Brite, sie, seine zickige Gesellschaft. Schon beim Betreten der Terrasse am See gibt die Dame ganz unfein einem Sessel einen Klaps - als könnte dieser etwas für ihre Launen, die sie gut hörbar verbreitet. Nach wenigen Minuten wird es dem Sir zu bunt, er steht auf, verlässt die Lokalität in die eine Richtung, sie geht in die andere Richtung. Wie dieses Drama - es könnte sich glatt um eine Folge aus der TV-Serie Schlosshotel Orth handeln - weitergeht, können wir nicht mehr verfolgen, möchten wir auch gar nicht.





Wir verlassen das nette Plätzchen, um einen Blick in den Schlosshof zu werfen. Wunderbar gepflegt ist dieser und er bietet tatsächlich eine perfekte Location für eine romantische Hochzeit. Das hat sich ein Paar zu Herzen genommen, wir wollen die Hochzeitsgesellschaft nicht weiter stören. Ich empfehle, sowohl das Seeschloss wie auch das Landschloss unbedingt in Augenschein zu nehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.


Wir schlendern wenige Minuten zurück ins Stadtzentrum und fassen dabei das gegenüberliegende Seeufer ins Auge.

Der nahe Grünberg kann ebenfalls als Ziel empfohlen werden, führt doch eine Seilbahn in luftige Höhen, wo man sich nach Herzenslust auf einer Sommerrodelbahn austoben bzw. auch einen schönen Baumwipfelpfad erkunden kann. Ein wunderbarer und leichter Wanderweg führt von der Bergstation aus zum Laudachsee, der auch bequem umrundet werden kann. Diese Wanderung ist mir jedenfalls in positiver Erinnerung.

Als bekanntester Berg in der Gegend gilt wohl der schon erwähnte Traunstein, der eine so typische Form hat, dass er dadurch ganz leicht auch in der Ferne ausgemacht werden kann. An manchen Tagen kann ich ihn auch von unserem Hausberg aus sehen - dem Linzer Pöstlingberg (geschätzte Luftlinie ca. 70 km, das Foto wurde im Jänner 2024 aufgenommen).





Das Erklimmen des Traunsteins, das sei auch nicht unerwähnt, wird immer noch von vielen Menschen unterschätzt, weshalb es leider jährlich zu tödlichen Unfällen oder anstrengenden Rettungsaktionen kommt. Wer nicht trittsicher und schwindelfrei ist, hat aus meiner Einschätzung auf keinem der steinigen Wege, die auf den Berggipfel führen, etwas verloren. Zudem unterschätzen wohl die einen oder anderen auch, dass eine gute Ausrüstung und auch ausgezeichneter Sonnenschutz bei der Eroberung dieses Berges ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Ich verrate an dieser Stelle, dass ich mich nie selbst auf den Traunstein gewagt habe, da hätte es mir auch an der nötigen Kondition gefehlt. Es reicht mir vollends, diese Majestät sozusagen von sicherem Boden aus zu würdigen.


Zwei Läden betreten wir ebenfalls, wiederum treffen wir auf freundliche Menschen.

Wir kommen ins Reden und Philsophieren. Ich mache in meinem Blog keine bezahlte Werbung, aber an dieser Empfehlung kann ich nicht vorbei: Wer in der Kirchengasse unterwegs ist, der sollte unbedingt die Galerie 10er-Haus besuchen. Hier muss der Geldbeutel ganz fest zugedrückt werden ... oder man kommt beglückt mit einem hübschen Stück - eventuell zur eigenen Freude? - aus dem wunderbaren Reich der gelebten Kreativität heraus.

Den zweiten Laden einer sehr sympathischen Allround-Künstlerin würde ich ebenfalls wärmstens empfehlen, aber die Gute geht in wenigen Wochen in Pension. Wir wünschen Gertrude das Beste für ihren neuen Lebensabschnitt und bedanken uns für ein hochinteressantes Gespräch.



Gmundner Keramik, wohin das Auge reicht, und überall feine Plätzchen, wo wir uns am Glitzern des Traunsees erfreuen können - die Sonne geht in Gmunden übrigens nie unter, dafür ist zuverlässig gesorgt ;-)
Gmundner Keramik, wohin das Auge reicht, und überall feine Plätzchen, wo wir uns am Glitzern des Traunsees erfreuen können - die Sonne geht in Gmunden übrigens nie unter, dafür ist zuverlässig gesorgt ;-)

Dass das Salzkammergut eine von Künstler*innen hochgeschätzte Umgebung ist, offenbart sich nicht nur darin, dass dieses seenreiche Gebiet zur Sommerfrische genützt wurde und wird, sondern auch, dass es viele kulturelle Veranstaltungen gibt.

Ein echtes Highlight in Gmunden ist der jährliche Töpfermarkt, den ich schon einmal genießen konnte. Diesjährig wird er ebenfalls am letzten August-Wochenende stattfinden, sein guter Ruf ist inzwischen unter Töpfer*innen in ganz Europa zu hören.

Für Fans von Thomas Bernhard wird in der Gegend ebenfalls einiges geboten, wie in diesem Link aufgelistet.

Sehr bedauern wir, dass wir die Ikonenausstellung Jenseits der Zeit in der Bürgerspitalskirche St. Jakob beim Kammerhofmuseum nicht besuchen können. Diesen Tipp hätten wir gerne aufgegriffen, aber die Nachmittagspause, die in der Ausstellung vorgesehen ist, passt leider nicht in unsere Pläne. Wir müssen nämlich langsam an die Heimfahrt denken.

So nehmen wir Abschied von Gmunden und vom Traunsee, dankbar dafür, so einen beseelenden Tag verbracht zu haben. Immer wurden wir von einer Brise begleitet, höchst angenehm in Tagen wie diesen.


Die Frage Berg oder See? stellte sich heute übrigens gar nicht, denn man kann in Gmunden zu allen Jahreszeiten wahrhaft beides genießen.



 
 
 

Kommentare


bottom of page