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Mahlzeit!

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 29. Mai 2024
  • 2 Min. Lesezeit



Mit Freunden in einem Lokal, das wir alle zusammen zum ersten Mal besuchen.

Ein neues asiatisches Restaurant hat eröffnet, wir sind neugierig. Es gibt ein Geburtstagskind in der Runde, das zum Essen eingeladen wird. Auch ich darf Gast sein.


Wie ehrlich dürfen wir sein, wenn wir gefragt werden, ob das Esssen gemundet habe?

Ich bin überzeugt, ich darf ehrlich sein - auch, wenn es sich um eine Einladung zum Essen handelt.

Die gewählten Speisen haben mir unterschiedlich gemundet, die Suppe war köstlich, das Reisgericht befremdlich, auch aufgrund seiner Schärfe, die in der Karte nicht gekennzeichnet war.

Auch das Geburtstagskind hat ehrlich kundgetan, dass es vom Essen nicht sonderlich angetan war.

Jeder hat seine Meinung geäußert, niemand war beleidigt. Genau so sollte es auch sein.

(Mich irritierte auch die kaum freundliche Kellnerin, so wie die nicht vorhandene Auswahl an Tees. Auch finde ich die Einrichtung nicht einladend - dennoch würde ich wieder auf ein Süppchen einkehren.)


Mein Partner (der bei diesem Restaurantbesuch nicht dabei war) sieht das anders: Er würde den, der zahlt, nicht brüskieren wollen, wie er meint. Dann wird er sich auch nicht dagegen aussprechen können, wenn ein Restaurantbesuch wiederholt werden sollte - wer nicht (zurecht!) kritisiert, wird auch nicht gehört.

Ich erinnere mich an einen Gasthausbesuch im Vorjahr. An einem schönen Sommertag saßen wir - mit Blick auf die Bergwelt des Salzkammerguts - in einem Gasthaus mit einem ehemals untadeligen Ruf. Was wir dort unter einem neuen Pächter erleben sollten, konnte ich allerdings damit nicht in Verbindung bringen. Im Gastgarten war gerade einmal ein Tisch besetzt, die Mitarbeiter*innen wirkten ziemlich unbeteiligt, darum mussten wir auch lange warten, bis wir unsere Getränkewünsche äußern konnten. "Erste Schwachstelle", notierte ich innerlich. Die Mittagsgäste, die bereits bestellt hatten, bewerteten ihre Speisen mit unverhohlener Skepsis. Ehrlich gesagt wirkten die Speisen auch optisch wenig überzeugend. Es sollte ewig dauern, bis wir unsere Bestellungen erhielten - au weia! Was für ein trauriger Anblick: Das Hühnerfleisch auf meinem Salat war völlig am Ende, es sah aus, als wäre es in eine Stromleitung geraten, völlig verkohlt, schwarzgegrillt und dazu schmeckte es auch noch total versalzen! Das konnte ich meinem auch damals recht empfindlichen Magen keinesfalls zumuten. Wir berieten, ob wir das Essen zurückschicken sollten, ich wäre für diese Variante gewesen. Mein Partner allerdings entschied sich dagegen und wagte sich mutig an das seltsame Gericht. Ich nahm im Austausch dagegen seine Mahlzeit zu mir, ich konnte sie als halbwegs gelungen einordnen.

Nicht gerade zu meiner Überraschung erhielt die Kellnerin beim Abservieren bzw. später, beim Zahlen, keine kritische Rückmeldung zu unseren Gerichten.

Ich finde, es wäre nur richtig gewesen, spätestens beim Zahlen eine klare Rückmeldung zu geben. Der Salat mit den verkohlten Hühnerstreifen war ein Desaster - und das hat meiner Meinung nach den "Koch" (die "Köchin"?) auch zu interessieren.


Foto: C* (In obigem Lokal, in dem ich mich sofort zuhause gefühlt habe, haben wir vor einigen Jahren ganz ausgezeichnet gespeist.)

 
 
 

10 comentarios


Jutta Urbat
Jutta Urbat
30 may 2024

Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten würde. Ich gehe einfach zu selten essen und wenn, dann würde ich immer ein Restaurant wählen, dass ich kenne.

Liebe Grüße

Jutta

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C*
C*
30 may 2024
Contestando a

Ich werde künftig "angemessen" reagieren. Wenn mir sowas noch einmal serviert werden würde, würde ich es eindeutig zurückschicken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das niemandem aufgefallen ist. Das Fleisch war verkohlt, unfassbar.

Wir entdecken manchmal gerne auch Neues. Allerdings kannte mein Partner dieses Lokal, es war immer top - der Kurzzeitmieter hat am Ruf des Hauses gesägt. Traurig!

Herzliche Grüße zu Dir, C Stern

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Rosa Ananitschev
Rosa Ananitschev
30 may 2024

Ich bin da, ähnlich wie Brigitte, eher zurückhaltend. Doch es ist wirklich besser, zu melden, wenn etwas nicht in Ordnung war.

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C*
C*
30 may 2024
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Es zahlt sich auch für den Gaststättenbetreiber aus, wenn er mit konstruktiver Kritik umgehen kann. Manche können das allerdings gar nicht. Hab ich auch schon erlebt, beim Lesen von Rezensionen im Internet.

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Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
30 may 2024

Mit Kritik bin ich in Restaurants meist sehr zurückhaltend. Aber wenn wirklich etwas total daneben geht, und vielleicht sogar fahrlässig oder mit System, dann finde ich auch, dass man es sagen sollte.

Ehrliche Kritik hat noch selten geschadet und wenn alle einen schlecht laufenden Betrieb gewähren lassen, ist tatschlich niemandem geholfen.

Wichtig finde ich aber auch, das Essen zu loben, wenn es köstlich war. Das wird leider viel zu wenig getan. (Ich mache das viel öfter als reklamieren.)

Einen lieben Gruss,

Brigitte (die nur sehr selten auswärts isst.)

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C*
C*
30 may 2024
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Dann sind wir ja schon mehrere 😊

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Roswitha
Roswitha
29 may 2024

da stimme ich dir zu, ich sage spätenstens beim zahlen meine kritik. die verbrannten hühnerstücke hätte ich zurückgehen lassen. auch in hotels sage ich immer meine meinung, und eigentlich trägt es ja zur verbesserung bei überall. es kann auch etwas schiefgehen, aber dann erwarte ich auch eine kleine erklärung, z.b.; hühnchen leider verbrannt, was möchten sie stattdessen. nichts sagen nutzt niemanden. herzlichen gruß, roswitha

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C*
C*
29 may 2024
Contestando a

Die Zurückhaltung meines Partners kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, sie läuft aber auch unter dem Motto "Nur nicht auffallen!" Sollte ich so etwas noch einmal serviert bekommen (was ich mir gar nicht vorstellen kann), würde ich es umgehend zurückschicken. Ein ungläubiger Koch kann ja gern davon kosten ...

Wer immer dieses Stück Fleisch "verkocht" hat, muss gemerkt haben, was er da fabriziert hat!

Danke für Deine klare Meinung dazu, liebe Roswitha! Herzliche Grüße zu Dir! C Stern

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