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Herzerwärmend

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
















Wieder einmal ein Kinofilm, der das Herz wärmt und auch einige Schmunzler auf die Lippen zaubert.

Japan ist ein fernes und mir auch in einigen Lebensbereichen seltsam erscheinendes Land, in dem Menschen Umarmungen gegen Geld anbieten, weil in dieser Gesellschaft viel Einsamkeit herrscht und Berührungen immer noch verpönt sind. Und weil es vielen Japaner*innen auch an einer emotionalen Basis in der Familie fehlt, sind Mitarbeiter*innen von Leihfamilienagenturen bestens gebucht - im Film wie im wahren Leben. Bereits in den 1980er Jahren wurde die erste Agentur für Leihfamilien gegründet.


Im Kinofilm Rental Family erzählt Regisseurin Hakari von Eigenheiten der japanischen Kultur.

Brendan Fraser brilliert in diesem so still berührenden Film über die Bedeutung von Menschlichkeit, er ist zweifelsfrei eine traumhafte Besetzung als Schauspieler Phillip Vandarpleog. Der glücklose amerikanische Schauspieler nimmt in Tokio einen Job bei einer Leihfamilienagentur an. Über seinen ersten Auftrag erfährt Phillip nur, dass er einen traurigen Amerikaner mimen soll. An der Auftragsadresse angekommen, nimmt Phillip zur Kenntnis, dass er Teilnehmer einer Trauerzeremonie ist, die mit einem wahren Überraschungsmoment endet. Obwohl er zu seinem ersten Auftrag zu spät gekommen ist, was in Japan als Störung des öffentlichen Gleichgewichts gilt, erhält er einen weiteren Auftrag.*)

Er mimt zunächst widerwillig einen Bräutigam, der von einer jungen Braut für eine inszenierte Hochzeit benötigt wird - sie will ihre Eltern zufrieden sehen und gibt vor, nach der Heirat mit ihrem Mann in seine ferne Heimat Kanada auszuwandern. Die Eltern sind angetan vom Bräutigam, Phillip hat seine Mission erfüllt. Im Hotelzimmer wird klar, warum die junge Frau eine Fake-Hochzeit inszeniert hat: Ihre Geliebte taucht auf, die beiden Frauen liegen sich in den Armen - ihre Eltern wären mit ihrer lesbischen Beziehung alles andere als einverstanden.

Phillip bekommt nun auch Aufträge, die zu längeren Projekten werden, so benötigt eine alleinerziehende Mutter dringend einen Vater für ihre Tochter. Eine Vollfamilie ist Voraussetzung dafür, dass Tochter Mia in eine bestimmte Schule aufgenommen wird. Beim ersten Zusammentreffen reagiert das Mädchen sehr ablehnend, weil es nicht versteht, warum der Vater nie präsent war. Phillip gelingt es allerdings, Mia für sich zu interessieren und nach und nach öffnet sich das einsame Kind, was auch zu privaten Telefonaten mit dem "Vater" führt, von denen Mias Mutter zunächst nichts weiß. Und auch Phillip gerät immer mehr in liebevolle Emotionen gegenüber Mia, bis das Kind entdeckt, dass er nicht der Vater sein kann. Die Mutter will den Kontakt verbieten, Phillip hat gegenüber der Schule seine Rolle gespielt und wird nicht mehr benötigt. Doch so einfach ist es nicht, diese inzwischen liebevolle Beziehung zu beenden, denn "Tochter" und "Vater" haben sich gefunden ...

Was Phillips recht unterschiedliche Rollen eint, ist, dass er emotionale Bedürfnisse erfüllt, die im echten Leben unerfüllt sind. Einsamkeit und Trauer bleiben in Japan hinter einer Fassade der Höflichkeit verborgen. Die japanische Gesellschaft ist eine, in der Menschen von Kindesbeinen an auf körperlichen wie auf emotionalen Abstand getrimmt werden. Es wird erwartet, dass jederzeit Haltung bewahrt wird, ob nun in traurigen wie auch in schönen Momenten: Gefühle zu zeigen, ist tabu.

Dieser Film wird mir lange im Gedächtnis bleiben, denn er ist mit viel Feinsinn und Liebe inszeniert, ohne zu verurteilen.


*) In Japan entschuldigen sich Zugführer öffentlich, wenn der Zug eine Minute später als erwartet eintrifft oder abfährt.


Interessante Fakten zum Leben und Lieben in Japan und anderen Ländern auch hier.


Foto: C* Dieses Nougatherz ist ohne mein Zutun in der Mikrowelle entstanden 😍

 
 
 

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2 Kommentare


Brigitte Fuchs
Brigitte Fuchs
vor einer Stunde

Oh ja, das ist ein Film, den ich mir nach Möglichkeit sehr gerne anschauen möchte.

Ich denke, dass wir auch hier in der heutigen Zeit gar nicht mehr so weit von solchen "Familienkonstellationen" entfernt sind.

Danke für die schöne Besprechung und liebe Abendgrüsse, Brigitte

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C*
C*
vor 42 Minuten
Antwort an

Ich habe mir vorgenommen, mehr Filme dieser Art zu schauen. Sie geben dem Herzen Freude und der Seele Frieden.

Ich erlebe in meinem Umfeld die Form von Wahlverwandtschaften. Soche Familienmitglieder sind frei gewählt, weshalb es da auch weniger kriselt, so zumindest meine gute Erfahrung.

Der Gedanke, dass für gefakte Familienmitglieder gezahlt wird, macht mich schon nachdenklich.

Herzliche Abendgrüße, C Stern

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