Gestörte Nachtruhe


Seitdem ich weiß, dass meine Wohngegend derzeit häufig von Einbrechern heimgesucht wird, bin ich noch weitaus aufmerksamer.
Vergangene Nacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Ich hörte ein penetrantes Klopfen an eine Balkontür, immer wieder mit einer lauten Aufforderung, aufzumachen. Rasch eilte ich auf den Balkon und sah, dass die Polizei anwesend war. Aus der Befragung einer überraschten Nachbarin, die folgte, konnte ich noch nicht ausreichend Notiz davon nehmen, was los war. Eine Person, welche die Polizei schließlich in einer anderen Wohnung antreffen konnte, wurde deshalb gesucht, weil sie telefonisch nicht erreichbar war und sich ein Angehöriger Sorgen gemacht hat. Die Angelegenheit konnte rasch geklärt werden, aber nun war ich munter und an Schlaf war nicht mehr zu denken.
Die Polizei war schon öfter da, untertags wie in der Nacht - leider auch, weil eine Auseinandersetzung zwischen Nachbarn oder in einer Paarbeziehung eskalierte.
Mir scheint, dass es vielen Menschen an einer gewissen Streitkultur mangelt. Rasch wird Unmut zu Aggression, die in körperliche Auseinandersetzungen mündet. Häufig ist Auslöser von Konflikten ein kaum vorhander Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, der es Menschen allerdings möglich machen könnte, sich in die Lage eines DU zu versetzen und Verständnis für andere Menschen und ihre Meinungen aufzubringen.
Wie sooft stelle ich fest, dass wir nicht umhin können, bereits Kindern positive Vorbilder in Hinblick auf Kommunikation zu sein, bzw. sie zu unterstützen, Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Es geht nicht darum, Menschen verbal zu besiegen, sondern immer wieder nach gemeinsamen Lösungen zu suchen sowie Menschen zugewandt zu sein und zu bleiben.
Foto: Pixabay, Jack Drafahl



Bei uns ist auch immer wieder mal was los. Ich horche dann immer, ob es eventuell was ist, was mich betreffen könnte. Wenn nicht, stopfe ich mir normalerweise was in die Ohren, drehe mich auf die Seite und schlafe weiter.
Ich habe mir es inzwischen abgewöhnt, über die zwischenmenschlichen Beziehungen anderer Leute nachzudenken. Wer soll den Kindern etwas beibringen, wenn die eigenen Eltern es nicht tun. Wenn du als Fremder etwas sagt, bekommst du höchsten eine freche Antwort. Darauf kann ich gerne verzichten.
Liebe Grüße - Jutta
So ein nächtliches Klopfen und Rufen würde mich vermutlich auch sofort hellwach machen. Gut, dass sich in diesem Fall schnell herausgestellt hat, dass lediglich jemand gesucht wurde, um den sich ein Angehöriger Sorgen machte.
Deinem Gedanken über den Umgang mit Konflikten kann ich viel abgewinnen. Unterschiedliche Meinungen und auch Streit gehören zum Zusammenleben dazu. Entscheidend ist wohl, wie wir damit umgehen. Zuhören, den anderen ausreden lassen und versuchen zu verstehen, warum jemand eine Situation anders beurteilt als man selbst, ist manchmal gar nicht so einfach.
Besonders wichtig finde ich dabei deinen Hinweis auf Kinder. Sie lernen schließlich nicht nur durch das, was wir ihnen erklären, sondern sehr viel durch das, was wir ihnen im täglichen Umgang miteinander vorleben. Dass man…
Hier im ländlichen Gebiet hat man weniger mit solchen Auseinandersetzungen zu tun. Aber das grundsätzliche Problem im Zusammenleben und in der Konfliktbewältigung ist auch hier erkennbar. Und so vieles davon liesse sich mit einer liebevollen und vorbildlichen Anleitung und Erziehung der Kinder lernen und verinnerlichen. Daran scheint es mir zunehmend zu mangeln, leider.
Einen nachdenklichen Morgengruss, Brigitte