Ein kleiner positiver Gedanke
- C*

- 27. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ich möchte gern jeden Tag als kostbares Geschenk annehmen, mich auf jeden Tag neu freuen. Ich denke über ein Ritual nach, um mir das Geschenk eines neuen Tages deutlicher vor Augen zu führen.
Momentan bin ich mit vielen neuen Eindrücken beschäftigt. Mein Tag beginnt relativ bald - letzte Woche war ich sehr motiviert, früh aufzustehen - diese Woche habe ich nicht soviel Elan. Das liegt auch daran, dass ich derzeit etwas gestresster auf die neuen Herausforderungen reagiere. Dabei macht sich wieder eine gute alte Bekannte bemerkbar: Meine Strenge mit mir selbst. Mir fällt auf, dass ich ziemlich unbarmherzig beurteile, was mir an meinem sehr neuen Arbeitsbereich noch nicht so leicht fällt. Dabei gerät auch in den Hintergrund, dass es vor zwei Monaten noch völlig undenkbar war, meine berufliche Rehabilitation zu beginnen, geschweige denn in einer Vollzeitvariante. Damals war ich noch derart intensiv mit meiner Stabilisation beschäftigt, dass ich für neue Eindrücke und Lerninhalte überhaupt keinen Kopf hatte. Insofern erlebe ich gerade eine klare Steigerung meines Leistungsvermögens, die jedenfalls bemerkenswert ist.
Heute hatte ich jedoch keinen guten Start in den Tag: Gestern Abend habe ich es unbeabsichtigt verabsäumt, meine Medikamente einzunehmen. Diese Entdeckung hat mich heute Morgen sehr verunsichert und so habe ich rasch das Gespräch mit einer Betreuerin gesucht. Ihre beruhigende Art und ihre Tipps, den Tag dennoch möglichst gut zu verbringen, sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Angebot, den Arbeitstag früher zu beenden, brauchte ich gar nicht anzunehmen, denn es fanden sich Aufgaben für mich, die ich mir bereits zutraue. Damit beschäftigt, habe ich mein Vertrauen in mich wieder herstellen können und auf diese Weise einen guten Tag verbracht. Dafür bin ich dankbar.
Ein kleiner positiver Gedanke, den ich gerade lese: Ich bin zwar noch nicht am Ziel, aber schon näher dran als gestern. Somit kann ich meinen Tag mit einer wertvollen Erkenntnis gut ausklingen lassen.
Foto: C*



Ich kenne das gut: Immer zuerst auf das zu schauen, was (noch) nicht (so gut, nach meinen Maßstäben) gelingt, als das zu wertschätzen, was man schon an Fort-Schritten gemacht hat. Ich beginne meine Tage unterschiedlich: mal reicht mir ein "Vor-Satz" freundlich mit mir und anderen zu sein, manchmal ziehe ich eine Karte, manchmal lasse ich für mich eine Klangschale klingen in Verbindung mit einem mir angenehmen Duft. Wünsche dir gutes Gelingen und gleichzeitig eine be-sinn-liche Adventszeit.
Mancchmal muss man nur atmen, vertrauen, loslassen und schauen was passiert...so ein lieber Status einer Bekannten. Es wird sich alles fügen und du bist auf einem sehr guten Weg.
Einen lieben Gruß und schönen ersten Advent wünscht dir Marita
Das finde ich wunderbar! Ja, ein guter Gedanke - oder ein liebevoller Zuspruch - kann dem Tag durchaus eine positive Wendung geben.
Und dein schöner Text ist auch für mich eine willkommenen Aufmunterung.
Lieben Dank dafür und frohen Gruss,
Brigitte