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Ein Blick in den Kleiderkasten

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit


Ein Blick in meinen Kleidungskasten enthüllt, dass ich genug Kleidung - vor allem für warme Monate - habe und außer Schuhen selten neue Kleidungsstücke brauche.

Mein Bewusstsein für Kleidung ist vor allem durch mehrere Dokus erweitert worden, aber Shopping Queen war ich zu keinem Zeitpunkt. Viel mehr achte ich seit Jahren darauf, meine Kleidung aufzutragen. Sofern dies nicht der Fall ist, bringe ich diese in einen sozialen Laden, dort wird Kleidung direkt äußerst günstig verkauft.

Was nicht mehr getragen werden kann, entsorge ich mit dem Restmüll (Österreich).


Ganz unfassbar, welche Wege nicht mehr gebrauchte Kleidungsstücke nehmen, wenn sie einen guten Zweck erfüllen sollen und in Altkleidercontainern landen. Wer denkt, mit dem Einwurf von noch tragbarer Kleidung in solch einen Container ein gutes Werk zu tun, irrt leider und zwar ganz gewaltig: Diese gespendeten Kleidungsstücke werden nicht an Bedürftige verschenkt oder sehr günstig verkauft, sondern über mehrere Zwischenhändler - bevorzugt nach Afrika - verkauft. Kleidung landet allerdings auch an anderen Orten und auch auf riesigen Müllhalden, wie hier von Greenpeace aufgezeigt wird, die Wege werden auf einer Landkarte deutlich gemacht.


Noch ein paar Gedanken zu künstlich gebleichter Kleidung. Früher entstand der used look 

per Sandstrahltechnik, woran Arbeiter*innen gearbeitet haben. Sie trugen ein erhöhtes Risiko, an einer Staublunge, Silikose, zu erkranken. Es gab immer wieder Menschen, die durch diese Arbeit genau daran verstorben sind, z. B. in Bangladesch und China, aber auch in der Türkei. In diesen Ländern ist die Textilindustrie ein wichtiger Arbeitgeber. Tausende Menschen waren von dieser Krankheit betroffen.

Die Sandstrahltechnik ist mittlerweile in Verruf geraten. Ganz ohne diese Technik wird in der Textilindustrie allerdings noch immer nicht gearbeitet, in der Türkei ist sie jedoch inzwischen verboten. In Ländern, wo nicht so genau kontrolliert wird, geht es mit dieser Bearbeitung von Stoffen weiter. Zusätzlich bedient man sich auch chemischer Verfahren, mehrfach habe ich Hinweise gelesen, dass solche Kleidungsstücke auch gesundheitliche Risiken für Träger*innen bedeuten.

Bei der Byssinose (auch Weberhusten genannt) handelt es sich um eine chronische Verengung der Atemwege, die durch das Einatmen von organischem Staub wie Rohbaumwolle, Flachs oder Hanf entsteht.


Als Konsumenten haben wir eine enorme Macht.

Jedes Mal, wenn wir Geld ausgeben, stimmen wir für die Welt, die wir wollen.

(Anna Lappé, amerikanische Sachbuchautorin)

 
 
 

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