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Die Seele streicheln

  • Autorenbild: C*
    C*
  • 14. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit


In einer Zeitschrift lese ich eine Überschrift, die lautet: Glücklich älter werden - was die Seele gesund hält

Mein erster Gedanke: Es ist auch wichtig, schon in jungen Jahren gut für die seelische Gesundheit zu sorgen.


Natürlich geht es im Gelesenen darum, dass viele ältere Menschen vereinsamen und daher auch depressiv werden können. Je älter wir werden, desto kleiner wird der Freundes- und Verwandtenkreis, das kennen wohl alle Menschen. Umso wichtiger erscheint es mir, auch offen für neue Begegnungen zu sein.

Nicht immer wird die eigene Familie als Heimat empfunden. Ich habe schon vor langer Zeit das Wesen der Seelenverwandtschaft entdeckt. Meine Seelenverwandten können mich besser lesen als so manches Familienmitglied. Ich fühle mich gesehen und verstanden, tief verbunden und vertraut.

Wenn ich auf meinen Freundes- und Bekanntenkreis blicke, fällt mir auf, dass Menschen zu Freund*innen wurden, die ich in meinem Arbeitsleben kennengelernt habe. Schon damals bestand mit diesen Menschen eine gute kollegiale und vertrauensvolle Verbindung. Auf dieser Basis hat sich im Laufe von zwanzig, dreißig, ja sogar fünfunddreißig Jahren so manche innige Freundschaft aufgebaut. Ich habe keinen großen Freundeskreis, er ist überschaubar: Aber all jene lieben Menschen, mit denen ich mich seelisch verbunden fühle, sind mir kostbar.

Ich erlebe es immer wieder im Kaffeehaus, dass rund um einen Tisch ältere Menschen sitzen, die sich bestens unterhalten. Ich bekomme mit, dass sich diese Menschen regelmäßig treffen und einiges miteinander unternehmen. Manchmal sind es Menschen, die sich bereits aus ihrer Jugend kennen - Freundschaften, die über Jahrzehnte gepflegt wurden und werden. Es wird diskutiert, gelacht und gefeiert, manchmal auch gemeinsam getrauert. Erinnerungen werden ausgetauscht - wisst ihr noch?


Mit zunehmendem Alter wird mir immer klarer, dass Verbindungen mit Menschen ein sehr wichtiger Schlüssel zu Lebensglück und seelischer Gesundheit sind. Meine Prioritäten verschieben sich inzwischen ganz deutlich. Mir ist klar, dass ich auch nach meiner beruflichen Reha keinen Vollzeitjob mehr ausüben möchte. Ich möchte meine Zeit mehr dem gelebten Leben widmen, meine Seele gemeinsam mit liebevollen Menschen in die Sonne halten und dabei lächeln.


Foto: C*

 
 
 

14 Kommentare


Jutta Urbat
Jutta Urbat
16. Jan.

Ich denke, da bin ich ganz anders geartet. Ich bin von jeher ein Einzelgänger gewesen und feste Freundschaften, die über Jahre hielten habe ich nie gehabt.

Aber ich bin weit davon entfernt, einsam und depressiv zu sein. Ich bin der Meinung, dass es darauf ankommt, wie interessiert man durch diese Welt geht. Heute habe ich nette Bekannte, die nichts verpflichten und meine vielfältigen Beschäftigungen, die mich immer körperlich und geistig in Bewegung halten.

Jeder Mensch ist anders und jeder braucht etwas Anderes, was ihn glücklich und zufrieden macht bis ins Alter.

Liebe Grüße

Jutta

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C*
C*
16. Jan.
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Das sehe ich genauso, liebe Jutta! Wir sind alle verschieden -

und manchmal vereinen wir beides in einer Person. Ich bin ebenfalls in manchen Phasen meines Lebens sehr gerne mit mir gewesen, allerdings abwechselnd mit Zeitabschnitten, wo mir gelebte Nähe sehr wichtig war.

Bestimmt ist es auch gar nicht gut, sich mit Menschen zu umgeben, die einem nicht gut tun. Darüber kann man nämlich tatsächlich auch depressiv werden, ich kenne das aus meinem eigenen Leben.

Ich merke in den letzten Jahren, dass ich mehr auf erfüllende Begegnungen setze. Jedenfalls ist es mir wichtiger, mehr Zeit mit Freund*innen zu verbringen, als in einem Vollzeitjob zu sein, der mir weniger Lebensqualität lässt. Diese Frage stand vor kurzem im Raum: Geld oder Zeit?…


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Traude Rostrose
Traude Rostrose
16. Jan.

Oh ja, liebe C*,

Seelenverwandte zu finden und Freundschaften zu pflegen macht unser Leben in guten und in nicht so guten Zeiten reicher. Leider ist es wirklich so, dass wir im Laufe des Älterwerdens geliebte Menschen verlieren, und auch ich halte es deshalb für umso wichtiger, immer wieder neuen Menschen eine Chance zu geben. Nicht jede(r) wird vielleicht der allerengste Herzensmensch, nicht jede(r) deckt alle Interessen ab, aber manchmal reicht es auch schon, jemanden für "gewisse Stunden" - z.B. einen lockeren "Mädels"abend oder ein paar zwanglose Kinostunden - zu finden. Auch Edis und mein Gedanke, in einigen wenigen Jahren in eine Seniorenrsidenz zu ziehen, hat durchaus damit zu tun - dort glauben wir, dass es leichter möglich ist, ein "Netz"…

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C*
C*
16. Jan.
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Liebe Traude,

von Euren Plänen hast Du auch schon auf Deinem Blog berichtet und das ist auch mein Zugang. Ich möchte es ebenfalls so halten, auch meinen Wohnraum zu gegebener Zeit verkleinern. Mein Schatz hat ein Haus zur Verfügung, anfangs hätte mich ein Umzug durchaus gereizt, aber ich sehe natürlich, wir werden älter ... Mir schwebt eine Wohnung (mit Betreuung) vor, angebunden an Möglichkeiten, sich mit anderen Menschen zu treffen. Auch die gesundheitliche Versorgung und kurze Wege sowie gute Einkaufsmöglichkeiten sind mir wichtig.

Vor einem Alleinsein im Alter würde mir grauen. Ich halte es für wichtig, sich rechtzeitig zu orientieren, so, wie Ihr das macht.

Danke für Deine Gedanken, liebe Traude! Möchtest Du mir mal ein E-Mail schreiben? - Du…


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Edith Hornau
Edith Hornau
15. Jan.

Liebe C Stern, da schreibst du was, was ich auch genau so empfinde.

Ich habe einige Freunde, aber eine Freundin, mit der ich seit über 50 Jahren alles teilen kann. Wir teilen Geheimnisse, von der die Familien keine Ahnung haben. Über die Jahre hat sich fast gleiches Denken entwickelt. Klar gibt es auch mal andere Meinungen, aber wir finden schnell zum Punkt. Seelenverwandt - ja, manchmal fühlen wir gegenseitig, dass es uns nicht gut geht. Ist doch irre irgendwie....

Jedenfalls wird so das Leben leichter in allen Dingen, Seelenverwandte sind sooooo wichtig.

Liebe Grüße,

Edith

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C*
C*
15. Jan.
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Liebe Edith,

es ist eine Wohltat, wenn Menschen einander so vertrauen können, so, wie Du es ja erlebst. Ich kenne dieses Glück auch in meinem Leben.

Zu fühlen, wenn es einem mir sehr vertrauten Menschen nicht gut geht oder dass sich etwas Gravierendes in seinem Leben ereignet hat, ist schon sehr speziell. Es ist auch eine Herausforderung, damit gut umzugehen, damit so ein Fühlen nicht zur dauerhaften Belastung wird: Ich glaube, dass ich gerade einiges über das Leben begreife, auch, was den Tod meiner lieben Freundin betrifft.

Herzliche Grüße zu Dir 🌻


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andreaobi
15. Jan.

Wenn man ein Wesen hat, das sich von den meisten abzeichnet, ist es besonders wichtig, Seelenverwandte zu treffen. Selbst hier im Internet hatte ich das Glück. Früher glaubte ich immer, dass mit mir was nicht stimmt, bis ich auf solche Menschen traf, die mir erklärten, dass ich hochsensibel bin. Ich denke, nicht einmal meine Eltern kannten mich so, wie diese Seelenverwandten. Es ist ein großes Glück im Leben, Seelenverwandten zu begegnen und eine Freundschaft daraus zu entwickeln.


Ein lieber Gruß zu Dir,

Andrea

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C*
C*
16. Jan.
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Ja, liebe Andrea, das sehe ich auch so. Es ist sehr schön, Dich auf diesem Wege kennenzulernen❣️

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stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
15. Jan.

Essentielle Begegnungen und Freundschaften sind lebenswert und lebenswichtig. Und nicht so leicht zu finden. Doch wenn man offen dafür ist, erlebt man sie auch das ein oder andere Mal ganz unverhofft. Herzliche Grüße

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C*
C*
15. Jan.
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Vor einigen Jahren habe ich meine Volksschulfreundin wieder "gefunden". Es war sehr spannend, woran sie sich noch aus unserer Kindheit erinnert, einiges war bei mir verschüttet. Wir kennen uns inzwischen fünfzig Jahre - auch sie ein Herzensmensch für mich. Ich fühle mich sehr gesegnet und bin dankbar für meine liebevollen Freund*innen.

Herzliche Grüße 🏵️

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