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Die Seele streicheln

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit


In einer Zeitschrift lese ich eine Überschrift, die lautet: Glücklich älter werden - was die Seele gesund hält

Mein erster Gedanke: Es ist auch wichtig, schon in jungen Jahren gut für die seelische Gesundheit zu sorgen.


Natürlich geht es im Gelesenen darum, dass viele ältere Menschen vereinsamen und daher auch depressiv werden können. Je älter wir werden, desto kleiner wird der Freundes- und Verwandtenkreis, das kennen wohl alle Menschen. Umso wichtiger erscheint es mir, auch offen für neue Begegnungen zu sein.

Nicht immer wird die eigene Familie als Heimat empfunden. Ich habe schon vor langer Zeit das Wesen der Seelenverwandtschaft entdeckt. Meine Seelenverwandten können mich besser lesen als so manches Familienmitglied. Ich fühle mich gesehen und verstanden, tief verbunden und vertraut.

Wenn ich auf meinen Freundes- und Bekanntenkreis blicke, fällt mir auf, dass Menschen zu Freund*innen wurden, die ich in meinem Arbeitsleben kennengelernt habe. Schon damals bestand mit diesen Menschen eine gute kollegiale und vertrauensvolle Verbindung. Auf dieser Basis hat sich im Laufe von zwanzig, dreißig, ja sogar fünfunddreißig Jahren so manche innige Freundschaft aufgebaut. Ich habe keinen großen Freundeskreis, er ist überschaubar: Aber all jene lieben Menschen, mit denen ich mich seelisch verbunden fühle, sind mir kostbar.

Ich erlebe es immer wieder im Kaffeehaus, dass rund um einen Tisch ältere Menschen sitzen, die sich bestens unterhalten. Ich bekomme mit, dass sich diese Menschen regelmäßig treffen und einiges miteinander unternehmen. Manchmal sind es Menschen, die sich bereits aus ihrer Jugend kennen - Freundschaften, die über Jahrzehnte gepflegt wurden und werden. Es wird diskutiert, gelacht und gefeiert, manchmal auch gemeinsam getrauert. Erinnerungen werden ausgetauscht - wisst ihr noch?


Mit zunehmendem Alter wird mir immer klarer, dass Verbindungen mit Menschen ein sehr wichtiger Schlüssel zu Lebensglück und seelischer Gesundheit sind. Meine Prioritäten verschieben sich inzwischen ganz deutlich. Mir ist klar, dass ich auch nach meiner beruflichen Reha keinen Vollzeitjob mehr ausüben möchte. Ich möchte meine Zeit mehr dem gelebten Leben widmen, meine Seele gemeinsam mit liebevollen Menschen in die Sonne halten und dabei lächeln.


Foto: C*

 
 
 

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