Bergweihnacht
- C*

- 21. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ein reizvolles Berghüttendorf aus Lärchenholz, so heißt es, erwartet seine Besucher*innen in der Stadt Wels, die Hütten sollen Inbegriff einer Bergweihnacht sein. Davon wollen wir uns heute, am 4. Advent, selbst überzeugen.
Wels liegt in guter Nähe zu Linz und ist mit dem Zug in 15 Minuten zu erreichen.
Vom Bahnhof aus führt ein kurzer Spaziergang in die Innenstadt, das Herzstück ist natürlich der historische Kern der Stadt, der Welser Stadtplatz.
Wir kommen an einem recht auffälligen Haus vorbei, ein Schild weist darauf hin, dass hier einst Salome Alt (1568–1633) lebte. Diese Dame ist uns bereits in Salzburg begegnet, sie war die Lebensgefährtin des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau (1559 - 1617), dem sie 15 Kinder gebar. Als der Erzbischof bei den Bayern in Ungnade fiel und seine letzten Lebensjahre auf der Flucht und im Kerker verbrachte, floh Salome Alt nach Wels zu ihren Verwandten. 1622 erwarb sie das Hoffmannsche Freihaus in Wels, wo sie elf Jahre später im Alter von 65 Jahren verstarb.

Gegenüber, in der Burg Wels, ging das Leben eines großen österreichischen Herrschers, Maximilian I. (1459 – 1519), zu Ende. Seine Politik stand unter dem Motto Bella gerant alii, tu felix Austria nube. Maximilians Heiratspolitik war äußerst erfolgreich, Burgund, Spanien, Böhmen und Ungarn wurden auf diese Weise gewonnen. Die Stadt Wels ehrt den weithin bekannten Habsburger auch mit einer Lichtskulptur im Burggarten.

Nun sind wir gespannt, was uns tatsächlich am Stadtplatz erwartet. Wir sind so früh dran, dass wir tatsächlich die urigen Hütten noch gut in Augenschein nehmen können, ohne von Menschenmassen bedrängt zu werden. Wenn uns zu den Hütten auch noch weiße Schneepracht gegönnt wäre, könnten wir uns ohne Mühe in eine malerische Bergwelt träumen. Den prachtvollen Stadtplatz mit seinen beeindruckenden Häusern müssten wir natürlich ausblenden, das dürfte allerdings keine Schwierigkeit sein.
Wir kommen bei einem Schmied vorbei, dessen Tätigkeit wir bereits vernehmen, bevor wir ihn bei seiner bestimmt anstrengenden Arbeit beobachten können.
Weithin sichtbar ist ein riesiger Engel, der auf einem Hüttendach errichtet ist. Bestimmt wird er in der Dämmerung und in der Dunkelheit mit seinem hellen Strahlen viele Blicke auf sich ziehen. Davon werden wir uns zu einem späteren Zeitpunkt überzeugen können.
In der Wichtelstube haben die Wichtel noch einiges vor, während ihre himmlischen Kollegen, die Engel, ebenfalls noch fleißig Geschenke verpacken.
Es zieht uns in ein gemütliches Lokal, eine kleine Erfrischung tut gut. Auf dem Weg zum Brauhaus bekommen wir immer mehr vom oft erwähnten Lichterpfad mit - ein gewaltiger Hirsch und ein großer Elch sind auch imposant, ohne zu leuchten. Zu späterer Stunde werden sie in voller Pracht erstrahlen.
An unserem Ziel angelangt, gibt es erneut einiges zu staunen. Der Biergarten Advent gefällt mir mit seinen reizenden Häuschen sehr gut, ich fühle mich, als würde ich einen Zwischenstopp im hohen Norden einlegen. Eine Künstlerin begeistert mich mit ihren Bildern, bei einem Bildchen kann ich schließlich nicht widerstehen. Sehr hübsch sieht es aus, es hat inzwischen auf einer kleinen Staffelei Platz gefunden, mein Blick fällt immer wieder darauf.
Nach unserer Stärkung schlendern wir noch einmal zurück zum Stadtplatz, der sich inzwischen mit vielen Menschen, großen wie kleinen, gefüllt hat. Es dämmert bereits, zauberhaft nenne ich die lichtvollen Skulpturen und all die Sterne sowie Lichterketten, die uns begleiten.
Ich nütze die Gelegenheit, von einer Plattform aus meinen Fotoapparat zu betätigen. Es ergibt sich ein guter Ausblick auf das Geschehen, wie ich finde. Mit diesem Bild von der Bergweihnacht in der Stadt Wels geht unser stimmungsvoller Ausflug zu Ende.

Wer so wie ich von einer echten Bergweihnacht träumt, den entführe ich gerne in meine Wahlheimat. Es ist mein inniger Wunsch, dort einmal ein schneereiches Weihnachten zu verbringen.
Fotos: C* #Advent #Weihnachten



Urig, geschichtsträchtig und adventlich muss dieser Ausflug nach Wels gewesen sein.
Und der Charme dieses Weihnachtsdörfchens erreicht auch mich anhand deiner Bilder und Schilderungen.
Lieben Dank dafür und frohe Grüsse in die Weihnachtswoche,
Brigitte
So schön Besuche auf Weihnachtsmärkten auch sind, liebe C Stern, so träume ich wie du von einer Bergweihnacht in den tief verschneiten Bergen. Ob sich dieser Traum noch erfüllt? Das frage ich mich jedes Jahr, fürchte aber, dass es beim Traum bleiben wird.
Was den Schnee anbelangt, könnte er bald auf dem Weg zu uns sein, wenn man den Wetterpropheten glauben kann.
Danke für deinen schönen Bericht, der mich in das Treiben eingebunden hat.
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine frohe, besinnliche und gemütliche Weihnachtszeit ...
mit lieben Grüßen,
Andrea 🎄