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Aufdringlich

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit



Vielleicht kennst Du so eine oder eine ähnliche Situation:

Eine Bekannte, ein Bekannter möchte sich mit Dir in einem Lokal treffen. Grundsätzlich hast Du Lust darauf - es könnte ein schönes, entspanntes Treffen werden. Dennoch gibt es etwas, das Dir bei jedem Wiedersehen unangenehm ist: Diese Person, mit der Du Dich in einer Gaststätte triffst, zückt am Ende jedes Treffens ihr Portemonnaie, um die gesamte Rechnung zu begleichen.

Du hast Dein Unwohlsein schon mehrfach angesprochen. Es hilft auch nicht, im Vorfeld darauf hinzuweisen. Es ändert sich nichts an diesem Verhalten. Du hast alles versucht, etwas für Dich Wesentliches klarzustellen - vielleicht auch erklärt, warum Dir die Übernahme der Rechnung unangenehm ist.


Ich erlebe so etwas wiederholt mit einer Person. Wir kennen uns nun schon viele Jahre, früher habe ich diesen Menschen als einen mir sehr engen und vertrauten Menschen erlebt. Umso enttäuschender, dass ich mich jetzt (der Kontakt ist aus unterschiedlichen Gründen inzwischen seltener geworden) nicht mehr ernstgenommen fühlen kann: Es geht jemand wiederholt über meine Grenzen hinweg.

Ich habe mein Anliegen auch schriftlich verfasst. Nichts hilft.

Dabei würde ich liebend gerne frei das bestellen, wonach mir ist. Aber ich behalte natürlich die Preise im Auge, weil ich vermuten muss, dass ich wieder eingeladen werde. Ich fühle mich reichlich eingeschränkt in meiner Auswahl an Speisen und Getränken.


Ich gehe immer mehr auf Distanz zu Menschen, die sich mir aufdringlich nähern. Aufdringlichkeiten, die nicht nur auf sprachlicher, räumlicher oder körperlicher Ebene stattfinden, sondern eben auch im Verhalten. Es gefällt mir auch nicht, dass mein begründeter Wunsch danach, keine Geschenke mehr auszutauschen, ebenfalls ignoriert wird. Es hat doch jede, was sie braucht und möchte - und noch viel mehr, bitte lassen wir es bleiben. Gleiche Ansicht darüber durchaus auf beiden Seiten, bei mir dazu noch eine Portion leises Hoffen, dass ich diesmal klar in meiner Bitte war und sie akzeptiert wird. Und dann wieder Präsente.

Es fällt mir schwer, nachzuvollziehen, warum jemand in den dargestellten Situationen die Grenzen seines DU nicht anerkennen kann.


Foto: C* #Menschen #DU

 
 
 

6 Kommentare


stemmer.recklinghausen
stemmer.recklinghausen
vor 7 Stunden

Vielleicht solltest du nicht bitten, sondern klare Ansagen machen... Für mich bezahlt niemand, wenn ich das nicht möchte. Mit meinen Freund*innen habe ich ausgemacht, dass jede für sich bezahlt, dann bleibt auch der "Zwang" aus, sich zu merken, wer wann was bezahlt hat. Das ist dann insgesamt recht klar und unangestrengt.

Und die Frage, die sich mir stellt ist: Weshalb triffst du dich denn überhaupt noch mit dieser Person? Herzliche Grüße und einen klaren Tag.

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andreaobi
vor einem Tag

Solche Erfahrungen musste ich leider auch schon machen. Auch mit dem Schenken. Obwohl ich immer wieder darum bat, mir nichts zu schenken, ignorierte sie diese Bitte immer wieder. Dabei trafen ihre Gaben nicht mal meinen Geschmack, im Gegenteil. Es war mir mehr als peinlich, sie anzunehmen und auch noch lobende Worte zu finden. Sie wollte es einfach nicht verstehen, war aber im Gegenzug enttäuscht, wenn von meiner Seite keine Geschenke kamen. Ich verstehe solche Menschen auch nicht, was sie dabei bewegt, was sie sich dabei denken? Etwas mit Erwartungshaltung zu verschenken, finde ich ohnehin ganz ganz schlimm. Entweder, es ist mir ein ehrliches Bedürfnis, einem lieben Menschen eine Freude zu machen, eine unaufdringliche und eine, von der ich weiß, dass…


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andreaobi
vor 10 Stunden
Antwort an

Genau, spontan etwas schenken, ohne Anlass, einfach, weil es ein Bedürfnis ist. So bin ich auch. Ich schenke meinen Kindern immer irgendwas, wenn ich etwas entdecke, von dem ich annehme, dass sie sich darüber freuen. Ja, und auch bei Freunden ... einfach aus Liebe und nicht, weil ich auch etwas erwarte. Grusel.


Als es mir mal besonders schlecht ging, bekam ich von einer lieben Mitbloggerin ein Päckchen mit einem kleinen Schutzengel und selbst gestrickten Socken. Darüber habe ich mich riesig gefreut, das war so ein spontanes Zeichen des Anmichdenkens ... so etwas liebe ich.


Aber diese Pseudo-Geschichten kann ich gar nicht ab.


Ja, liebe C Stern, der Wunsch nach Aufrichtigkeit ist in mir auch sehr groß. In einer schon sehr…


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Anette
Anette
vor einem Tag

Ich kann gut verstehen, dass es unangenehm ist, wenn ein mehrfach geäußerter Wunsch nicht respektiert wird. Beim Lesen musste ich aber auch an die andere Seite denken. Vielleicht empfindet dieser Mensch das Bezahlen der Rechnung oder ein Geschenk gar nicht als Grenzüberschreitung, sondern als Zeichen von Zuneigung und Großzügigkeit. Manchmal sprechen Menschen in solchen Dingen einfach sehr unterschiedliche Sprachen.

Ich würde deshalb wohl versuchen, mich nicht allzu sehr darüber zu ärgern. Vielleicht steckt hinter diesem hartnäckigen Verhalten sogar etwas ausgesprochen Gutgemeintes, auch wenn es beim Gegenüber ganz anders ankommt. Es wäre schade, wenn eine lange Verbindung am Ende daran zerbricht, wer die Rechnung bezahlen darf.

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C*
C*
vor einem Tag
Antwort an

Natürlich habe ich auch schon an die andere Seite gedacht, sehr oft sogar und immer wieder - und da kommt mir grundsätzlich das in den Sinn, was Du auch formulierst, liebe Anette. Es war ganz sicher auch immer ein Zeichen von Zuneigung und Großzügigkeit. Eine überbordende und mir äußerst unangenehme Großzügigkeit allerdings auch in viel zu teuren Geschenken.

In mir steckt ein sehnlicher Wusch nach Ausgewogenheit in Beziehungen - vor allem auch in anderen Bereichen, wie einem sehr wichtigen für mich: Emotionale Unterstützung annehmen - emotionale Unterstützung geben.

Ich komme nicht gut klar, wenn diese Waage des Lebens, wie ich sie nennen möchte, ein grobes Ungleichgewicht anzeigt. Es ist mir ein Urbedürfnis, auch geben zu dürfen. Solange ich denken kann.


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