Straßenkunst vom Feinsten
- C*

- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 1 Stunde

Samstag - Tag drei des so beliebten Straßenkunstfestivals - Hallo & Auf Wiedersehen ...
Diesmal trafen wir später am Linzer Hauptplatz ein, wir wollten uns Darbietungen in den kühleren Abendstunden widmen. Als wäre es gefügt, waren wir zufällig genau zu Beginn des Konzertes der Wiener Band Gewürztraminer, die mich bereits am Freitag begeistert hat, vor Ort. Ich kann es nicht leugnen, ich habe mich wieder einmal musikalisch verliebt. Der Name der Band ist tatsächlich Programm, als würzig möchte ich ihre Musik tatsächlich bezeichnen. Innerhalb von wenigen Minuten war der Platz vor der Bühne voller Menschen und die rasanten Balkan-Rhythmen der Künstler wurden auch wieder mit größter Hingabe vom Publikum angenommen und gefeiert. Ich spürte den hypnotischen Sog der Musik, die Texte sind allerdings durchaus gesellschaftskritisch - kommen aber leicht daher. Ich stimme gerne zu: Es gheat vü mehr gschmust (in dieser Welt).
Danach ging es für uns aufwärts zum Schlossgarten, wir flanierten ein bisschen herum, ließen das Ambiente auf uns wirken, legten eine kleine Rast in einer Spektakel-Oase ein (hier gab es Sitzgelegenheiten, wie angenehm!) und stellten fest, dass uns das melancholisch anmutende Repertoire der musikalischen Formation weniger behagte. Dennoch verweilten wir noch etwas an diesem netten Platzerl, ließen Menschen an uns vorüberziehen, ein Zufallstreffen mit zwei mir lieben Menschen inklusive. Ein Hallo und ein kurzer Austausch über das Erlebte - und weiter ging's retour in die Altstadt.
Die Künstler*innen der nächsten Band waren aus Argentinien und Italien angereist und sorgten in der Altstadt mit viel Power in Richtung Cumbia für Tanzrhythmen. Wir hörten afrikanische Einflüsse heraus, was bestens gefiel. Ganz schön mitreißend, der Sound, und auch Mitsingen war wiederum angesagt.
Langsam dämmerte es, jetzt wurden natürlich die äußerst beliebten Feuershows interessant. Wir wanderten zum nächsten ausgewählten Platz, wo bereits sehr, sehr viele Menschen warteten. Die Artist*innen bereiteten sich akribisch vor, um kein Sicherheitsrisiko einzugehen. Je länger die Show dauerte, desto gewagter wurden die akrobatischen und feurigen Darbietungen am Boden und in der Luft. Kein Wunder, dass das Publikum das Geschehen äußerst gebannt beobachtete.
Unseren letzten längeren Aufenthalt wählten wir wieder in einer Spektakel-Oase, diesmal bei der Kunstuni. Die argentinische Swing- und Jazzband Alapar Jazz animierte mehrere Paare zum lustvollen Tanzen, was ich im Stillen mit reichlich Bewunderung quittierte. Mit Linz scheinen sich die Musiker und die Sängerin angefreundet zu haben, dies war nicht ihr erster Auftritt in der Stadt. Die Sängerin beeindruckte mit ausdrucksstarker Stimme und mit viel Temperament. Wir fanden, diese musikalische Begegnung war ein fabelhafter Abschluss unseres Tages.
Das 38. Pflasterspektakel wurde heuer um einen großen Veranstaltungsbereich erweitert, dass das schöne Schlossgelände ebenfalls zur Spielstätte wurde, kann ich nur höchst erfreut resümieren.
Ich habe drei unbeschwerte Tage vollends genossen, so intensiv konnte ich das alljährlich stattfindende Pflasterspektakel noch nie erleben.
Ich stelle fest, dass ich mit zunehmendem Alter immer offener auf Gelegenheiten zugehe, die mir ein intensives Loslassen von Alltagssorgen ermöglichen. Zusätzlich bin ich immer wieder bewegt davon, dass Kunst keinerlei Grenzen zwischen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern der Welt zieht. Dies galt sowohl zwischen den mehr als 300 Künstler*innen, wie auch in ihren Begegnungen mit dem Publikum. Offenheit, Freude und Begeisterung gehören zu einer magischen Sprache, die keine Vorurteile formuliert.
Dankbar bin ich auch dafür, dass das Spektakel ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen ist - leider aktuell überhaupt keine Selbstverständlichkeit mehr, wie mein entsetzer Blick nach Berlin zeigt.
An dieser Stelle meine ich: Die vergangenen Tage waren aufregend, anregend, bunt und voller Lebensfreude. Ganz in diesem Sinne Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!
Ein nächstes kulturelles Highlight ist mit Sicherheit die visualisierte Linzer Klangwolke im Donaupark am Samstag, 12. September. Außerdem findet das renommierte Ars Electronica Festival von 9. - 13. September statt.
Fotos: C* #Kunst #Kultur #staunen #Dankbarkeit



Beim Lesen spürt man richtig, wie viel Freude dir diese drei Tage bereitet haben. Besonders gefallen hat mir dein Gedanke, dass Kunst und Musik Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammenbringen können, ganz ohne viele Worte. Das ist etwas sehr Wertvolles.
Die Mischung aus Straßenmusik, Tanz, Akrobatik und den vielen Begegnungen macht richtig Lust, dieses Festival selbst einmal zu erleben. Solche Veranstaltungen zeigen, wie bereichernd Kultur sein kann und wie schnell Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Ich freue mich, dass du diese unbeschwerten Tage so intensiv genießen konntest. Solche Erinnerungen tragen einen oft noch lange durch den Alltag.
Herzliche Grüße Anette
Toll, dass dieses Strassen-Spektakel bei dir und allen, die dabei waren, so gut ankam. Und dass es keine unliebsamen oder gar tragischen Zwischenfälle gab.
Mögen die schönen Momente lange bei dir nachwirken!
Einen lieben Gruss zum Wochenbeginn,
Brigitte