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Gedanken rund um Ostern

  • Autorenbild: C*
    C*
  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



Etwas irritiert war ich gestern, als ich in der Lieblingskonditorei meines Vaters den Lieblingskuchen gekauft habe. Eine Frau orderte Schokohasen und österliches Gebäck in größeren Mengen - ich dachte nur, dass Ostern genauso wie Weihnachten großteils nur noch aus Konsum besteht. Ich selbst mache mir nichts daraus und so gibt's auch keine Schokohasen oder andere Geschenke. Und auch keine Besuche bei der Verwandtschaft, mir ist es da zu wirbelig.


Ich bin der Römisch-Katholischen Kirche schon lange entwachsen, dennoch setze ich mich interessiert mit den Entwicklungen meiner ehemaligen christlichen Glaubensgemeinschaft und der anderer Weltreligionen auseinander. Das Christentum ist bislang die größte Glaubensgruppe - ich bin allerdings überzeugt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Islam zur größten Glaubensgruppe wird. Und immer mehr Menschen fühlen sich aus ganz unterschiedlichen Gründen in keiner Religionsgemeinschaft heimisch, auch die Zahl der Ungläubigen steigt.

Ich empfinde Religion oft als ein Instrument der machtausübenden Kontrolle und der Bevormundung. Religiöse Auslegungen und Dogmen treten vielfach in Konflikt mit unserer Lebenswelt und mit individuellen Lebensweisen, das wollte ich als zahlendes Mitglied nicht mehr mittragen. Eine gelebte Menschenabgewandtheit fordert eben ethische Fragen heraus: Wenn religiöse Führer dogmatische Ansichten vertreten, die Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Überzeugungen diskriminieren, wird nicht nur die geistige Freiheit der Betroffenen untergraben, sondern auch ein gesellschaftliches Klima geschaffen, das mit Menschenwürde und Menschlichkeit nicht vereinbar ist.

Ich habe ein entspanntes Verhältnis dazu, welcher Religion andere Menschen angehören - solange sie mir nicht misanthropisch daherkommen. Doch genau dieses Menschenhassertum wird oft recht befeuert, zumindest dort, wo der Glaube orthodox oder sogar ultraorthodox ausgelegt und fanatisch gelebt wird. Diese Ausrichtungen gibt es sowohl im Christentum, wie auch im Islam und ebenso im Judentum. Wenn man den Buddhismus als Religion einordnet, liegt diese Glaubensgemeinschaft mit ihren Gläubigen hinter den Hinduist*innen an vierter Stelle. Übrigens ist die Vorstellung von einem völlig gewaltfreien Buddhismus ein Fantasieprodukt des Westens, das lässt sich auch recht gut recherchieren.

Das Judentum, das als kleinste Gruppe der Weltreligionen gilt, ist die älteste monotheistische Religion. Jesus, der den Grundstein zum Christentum gelegt hat, war gebürtiger Jude. Vielleicht ist das manchen gar nicht bewusst? Wie Brüder und Schwestern einander Schlimmes antun können - im Namen ihrer Religion - ist und bleibt mir ein Rätsel.


Seid Menschen! - dieser Aufruf ist das Vermächtnis von Margot Friedländer, die immer wieder an unsere Verantwortung für eine gelebte Menschlichkeit appellierte. Trotz ihrer so großen Verluste und ihrer furchtbaren Erfahrungen war sie stets aufrichtige Botschafterin von Versöhnung und Frieden.


Ich wünsche Dir erholsame Feiertage 🌞

Vielleicht kommt es ja auch zu einer netten Begegnung mit dem Osterhasen?

Foto: C*

 
 
 

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