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Zivilcourage


"Was mich am meisten enttäuscht, ist die fehlende Zivilcourage in diesem Land.

Es gibt so wenige, die den Mut haben, sich eine eigene Meinung zu leisten und diese auch zu vertreten. Menschen, die auch bereit sind, für ihre Überzeugung persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen."

(Robert Hochner, Journalist und Fernsehmoderator)

Ich habe mit großem Interesse diesen Bericht zu grauenhaften Ereignissen in einem Pflegeheim gelesen.

Nicht zuletzt durch diesen ungeheuerlichen Vorfall muss zum Thema gemacht werden, was mir selbst - nicht nur in der Arbeitswelt - sehr wichtig ist: Zivilcourage!

Zusammengefasst ergibt sich, bezugnehmend auf diese Ereignisse, der Tatverdacht, dass mehrere Verdächtige - ehemalige Pflegekräfte eines Pflegeheims - PatientInnen gequält und vernachlässigt sowie strafbare Handlungen gegen deren sexuelle Integrität und Selbstbestimmung begangen haben sollen. Zahlreiche Dokumente offenbaren furchtbare, schier unvorstellbare Übergriffe gegen Wehrlose, die in einer katholischen Einrichtung geschehen sein sollen, welche das Land Niederösterreich zuvor als eines der besten Pflegeheime ausgezeichnet hat.

In dieser Causa gibt es lt. Medien Polizeiberichte und Einvernahmeprotokolle von Pflegerinnen und Pflegern, in denen festgehalten sein soll, wie wehrlose Patientinnen und Patienten gefoltert, sexuell missbraucht und gedemütigt wurden. Weiters soll es Abschriften einer WhatsApp-Chat-Gruppe geben, in der sich sadistische Pfleger selbst als 'Blauensteiner' oder 'Lainz-Schwester Waltraud' bezeichnen.

Anlässlich dieses neuerlichen Pflegeskandals riesigen Ausmaßes wird der Ruf nach längst notwendigen Reformen in diesem so sensiblen Bereich des Pflegewesens wieder einmal laut. Es muss sich Entscheidendes tun, bevor es wieder leise wird!

Mir ist die Sinnhaftigkeit von angekündigten Inspektionen oder Qualitätsprüfungen in Einrichtungen wie Pflegeheimen verborgen.

Dies gilt natürlich für alle Einrichtungen, die hinsichtlich ihrer Qualität geprüft werden, ob in der Alten- oder Behindertenpflege, in pädagogischen Einrichtungen, usw.

Es bleibt in obigem Zusammenhang der sehr bittere Beigeschmack, dass jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von diesen Vorgängen wussten, wohl lange geschwiegen haben.

Das menschliche Gewissen darf sich niemals dem Willen jener beugen, die im Unrecht sind!

Der Mensch, er ist im Allgemeinen recht bemüht, Teil einer Herde zu sein, der es egal ist, wohin der Leithammel steuert. Traurig, wenn Augen und Ohren vor dem verschlossen werden, was längst lauten und tatkräftigen Widerstand erfordert!

In der Arbeitswelt begegnen uns nicht immer Menschen, die tatsächlich - in Verantwortung für ihr eigenes Tun - ihr Agieren auch kritisch hinterfragen. Besonders unangenehm, wenn sich solche Personen in Führungspositionen befinden und dort lange ungehindert ihr Unwesen treiben können, weil es äußerst schwierig ist, auf deren Treiben hinzuweisen und sich mit Beobachtungen Gehör zu verschaffen.

Wer Unrichtiges beobachtet und erkennt, soll innerlich frei sein, dieses auch an- und auszusprechen!

Soll eine interne Qualitätssicherung tatsächlich funktionieren, ist die Voraussetzung dafür, dass Zivilcourage gefördert wird. Nichts ist schwerer, als sich in offenem, hörbarem Gegensatz zu jenen zu befinden, die ein menschen- oder betriebsschädigendes Verhalten an den Tag legen!

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